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Pulvermaar-Gemeinde auf dem Prüfstand

Für sie der Mittelpunkt der Welt: Familie Thielen bei einer Fahrt durchs Dorf.Foto: Brigitte Bettscheider
Für sie der Mittelpunkt der Welt: Familie Thielen bei einer Fahrt durchs Dorf.Foto: Brigitte Bettscheider
GILLENFELD. Mit seinen Naturschönheiten wirbt Gillenfeld gemeinsam mit den anderen Dörfern rund ums tiefste Maar nördlich der Alpen um die Aufmerksamkeit der an Ruhe und Besinnlichkeit interessierten Feriengäste. Bei der Familientauglichkeit kann die Pulvermaar-Gemeinde noch besser werden. Von unserer Mitarbeiterin <br>BRIGITTE BETTSCHEIDER

Das Urteil von Heike Hermes fällt erst einmal gut aus: "Ich wohne sehr gerne hier, weil alles, was man zum alltäglichen Leben braucht, vorhanden ist und wir trotzdem auf dem Land leben. Es gibt viele Möglichkeiten, an der Dorfgemeinschaft aktiv teilzunehmen." Heike Hermes stammt aus Gillenfeld, ist verheiratet und hat drei Kinder.Obwohl sie seit 18 Monaten als Erste Beigeordnete die Amtsgeschäfte in Gillenfeld ausübt, weist sie auf einen großen Schwachpunkt hin, an dem gearbeitet werde. Die Hauptstraße (L 16) wird ausgebaut, und dabei spielen gestalterische und verkehrsberuhigende Aspekte die Hauptrolle. "Wir haben viel Durchgangsverkehr, jedes fünfte Fahrzeug ist ein Lastwagen", bedauert Hermes.Besonders die Anlieger der Pulvermaar-, Holzmaar-, Vulkan- und Strohner Straße hätten unter dem Verkehr zu leiden. Außerdem berge die Kreuzung Pulvermaar-/Holzmaar-/Brunnenstraße wegen ihrer Unübersichtlichkeit ein Gefahrenpotenzial. "Wir werden in Zukunft nicht weniger Verkehrsaufkommen haben", sagt Hermes zwar. "Aber durch den Bau von Überquerungshilfen und Parkbuchten, durch eine verengte Fahrbahn sowie durch die Bepflanzung wird sich das Dorfbild positiv verändern und die Verkehrssituation entschärft."Davon sollen auch die Kinder und Jugendlichen profitieren, die die Straße überqueren müssen, um zum fünfgruppigen Emmaus-Kindergarten oder in die Grund- und Regionale Schule zu gelangen."19 Vereine gibt es in Gillenfeld, wenn ich keinen vergessen habe", sagt Hermes. Einige Vereine zeichneten sich durch eine intensive Kinder- und Jugendarbeit besonders aus, etwa der Musikverein, der bei vielen Veranstaltungen mitwirke. Sein Frühlingskonzert im Saal und sein sommerliches Platzkonzert auf dem Marktplatz seien Publikumsmagneten.Als die Gemeinde sich im vorigen Jahr an dem Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft" beteiligte, hätten die Vereine sich in besonderer Weise engagiert, lobt Heike Hermes.Rund 30 Euro kostet in Gillenfeld ein Quadratmeter voll erschlossenes Bauland. Etwas weniger ist es im Neubaugebiet "Weingarten", in dem sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als 20 junge Familien ein Haus gebaut haben. Etwas mehr im Erweiterungsgebiet der "Lay", das am Wald liegt. Die Grundstücke sind zwischen 500 und 800 Quadratmeter groß. In beiden Baugebieten gibt es keinen Durchgangsverkehr, die Wendehämmer eignen sich auch als Begegnungsfläche, in den Spielstraßen ist Autofahrern nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt.Wie die beiden bestehenden Spielplätze im Dorf soll auch der neue naturnah und fantasiefördernd gestaltet werden. Er wird zurzeit in Eigeninitiative von Eltern errichtet.Die Anbindung an die Autobahn ist über die Anschlussstelle Manderscheid gewährleistet. In 40 Autominuten ist Trier zu erreichen. Lucky kann die gute Anbindung Gillenfelds und die Nähe zu Trier bestätigen. Auch seine Uhr zeigte 40 Minuten an, als er von Trier nach Gillenfeld fuhr, um sich ein Bild von dem Eifel-Ort am Maar zu machen. Sein Urteil: vier Tatzen für die Pulvermaar-Gemeinde.