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Raumnot ist bald Vergangenheit

FOTO: (e_daun )
Daun. Die ersten Räume im Neubau des Maria-Hilf-Krankenhauses in Daun sind fertig. Die ärztliche Bereitschaftspraxis im Erdgeschoss ist nun betriebsbereit. Lydia Vasiliou

Daun Der Wegweiser in der Eingangshalle des Maria-Hilf-Krankenhauses mit der Aufschrift "Bereitschaftsdienstzentrale" (BDZ) ist in zweierlei Hinsicht Vergangenheit. Erstens wird das Schild entfernt, weil die Richtung nicht mehr stimmt, zweitens müsste die Aufschrift seit Oktober "ärztliche Bereitschaftspraxis" heißen. Denn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat die Bezeichnung bundesweit neu eingeführt. In Daun geht es ab sofort nicht mehr geradeaus, sondern nach links, wenn ein Patient im Notfall in der sprechstundenfreien Zeit von einem Arzt behandelt werden muss.
Dort, zwischen Verwaltungstrakt und Pflegeschule, ist ein Neubau entstanden (der TV berichtete), der im Erdgeschoss unter anderem die vor zwei Tagen neu eröffnete ärztliche Bereitschaftspraxis auf einer Fläche von rund 120 Quadratmetern beherbergt. Bisher hat der Bereitschaftsdienst die Räume der Orthopädie und Neurologie benutzt. Das heißt: "Die Praxisräume mussten abends immer wieder frei gemacht und abgeräumt werden", sagt Franz-Josef Jax, Geschäftsführer des Maria´-Hilf-Krankenhauses.
Das sollte sich auf Wunsch der KV und der Ärzte ändern. Nun sind im neuen Trakt im Erdgeschoss für die Bereitschaftspraxis zwei Behandlungsräume, ein Warteraum und ein Aufenthaltsraum eingerichtet worden. Jax: "Der ärztliche Bereitschaftsdienst hat nun einen festen Standort und eine feste Zuordnung in unserem Haus. Und die Patienten betreten nun nicht nur schönere Räume, sondern haben auch eine bessere Orientierung."
"In Rheinland-Pfalz haben wir flächendeckend ärztliche Bereitschaftspraxen eingerichtet", sagt Silke Bucher von der KV. Die KV zahlt Miete an das Krankenhaus für die Räume, und jeder Arzt zahlt monatlich eine Umlage von 270 Euro. Mit dem Geld sollen Personalkosten, Fahrzeuge und andere Ausgaben beglichen werden. "Die niedergelassenen Ärzte der Umgebung haben sich gewissermaßen verpflichtet, abwechselnd Dienst in der Bereitschaftspraxis zu leisten, sie werden von uns pro Stunde bezahlt", sagt Bucher. Wochentags sei jeweils ein Arzt anwesend, "am Wochenende zwei", erklärt Bucher. Auch werden Hausbesuche zu den Öffnungszeiten der Praxis angeboten, wenn ein Patient nicht selbst kommen kann. "Bis der erste Raum in Betrieb genommen werden konnte, sind zwölf Jahre vergangen", sagt Franz-Josef Jax. Was lange währt, wird endlich gut, denn auch die anderen Räume für Neurologie, Orthopädie und radiologische Abteilung werden in Abschnitten, beginnend ab dieser Woche, bis Mai oder Juni 2018 fertig sein.
Die ärztliche Bereitschaftspraxis ist geöffnet montags bis donnerstags von 19 Uhr bis 7 Uhr, freitags von 16 Uhr bis montags 7 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen ist die Praxis 24 Stunden geöffnet sowie feiertags am Vorabend von 18 Uhr bis zum Folgetag um 7 Uhr. Die Praxis ist in dringenden Fällen unter der bundeseinheitlichen Nummer 116 117 ohne Vorwahl zu erreichen und ist kostenlos. Bei Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwere Unfälle gilt nach wie vor die Nummer 112.
Extra: KOSTEN UND STRUKTUR


Die Kosten des gesamten Neubaukomplexes betragen rund 13 bis 13,5 Millionen Euro. Davon gibt das Land Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von rund 9,2 Millionen Euro. Etwa vier Millionen muss das Krankenhaus selbst tragen, unter anderem für das Erdgeschoss. Im Erdgeschoss des Neubaus wird neben der ärztlichen Bereitschaftspraxis und den Verwaltungsräumen auch noch die Neurologie untergebracht.Im ersten Obergeschoss wird die Bettenstation und die Orthopädie einziehen. Das zweite Obergeschoss gehört der Intensiv- und Schlaganfall-Einheit (stroke unit). Die neue radiologische Abteilung mit MRT, CT und Röntgen wird sich im dritten Stock befinden. Das vierte Stockwerk dient der Technik.

In den neuen Räumen wird schon gearbeitet, auch wenn noch nicht alle Büros vollständig eingerichtet sind. TV-Foto: Lydia Vasiliou
In den neuen Räumen wird schon gearbeitet, auch wenn noch nicht alle Büros vollständig eingerichtet sind. TV-Foto: Lydia Vasiliou FOTO: (e_daun )