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Sanierer mit Gespür und Herzblut

Matthias Brauns nimmt Abschied: Der 63-Jährige posiert neben der Statue des Laurentius am gleichnamigen Platz in Daun. TV-Foto: Stephan Sartoris
Matthias Brauns nimmt Abschied: Der 63-Jährige posiert neben der Statue des Laurentius am gleichnamigen Platz in Daun. TV-Foto: Stephan Sartoris
Daun. Mehr als 25 Jahre ist Matthias Brauns Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Daun gewesen. Heute ist sein letzter Arbeitstag. Seine Bilanz: Die Stadt Daun und die 37 Dörfer haben sich gut entwickelt. Stephan Sartoris

Daun. "Wie, du hörst auf?" Diese Frage bekam Matthias Brauns in den vergangenen Monaten häufig gestellt. Und die Antwort lautet: Ja, der Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung geht, und zwar ganz offiziell heute am 30. Dezember.
Aber so geht es wohl, wenn einer fast 50 Jahre in einer Verwaltung gearbeitet und die Zeit nicht ausschließlich hinterm Schreibtisch verbracht hat, sondern ganz oft draußen war - in der Stadt Daun, in den 37 Dörfern, die zur Verbandsgemeinde Daun gehören, in den Räten und Ausschüssen, bei den Bürgern. Da fällt es nicht leicht, sich vorzustellen, dass er mal nicht mehr zur Verwaltungsmannschaft im Rathaus gehört.
Von Lissingen nach Daun


An seinem ersten Arbeitstag vor fast 47 Jahren war er mitdem Bus aus Lissingen gekommen, um seine Ausbildung beim damals noch existierenden Amt Daun zu beginnen. "Ohne großes Aufsehen, es ging gleich los", erinnert sich Matthias Brauns. An seinem letzten Arbeitstag muss er nicht mehr mit dem Bus nach Hause, und der Weg ist auch nicht mehr so weit, denn er wohnt seit 1979 in Daun-Boverath. Heute ist es so weit: Der 63-Jährige bekommt seine Entlassungsurkunde. Beim Abschied hat er es so gehalten wie beim Einstieg ins Berufsleben: "Still gekommen, still gegangen."
Menschen ganz nah


Ein richtiges Gespür dafür, dass das Arbeitsleben endet, hat er in den vergangenen Monaten noch entwickelt: "Es war immer wieder ein seltsames Gefühl, wenn einem bewusst wurde, das und das machst du nun zum letzten Mal." Auch wenn er kein Eingeborener ist, die Kreisstadt ist ihm längst auch Heimat geworden. Seine Augen strahlen, wenn er von den Erfolgen der Stadtsanierung erzählt, die fast gänzlich in seiner Zeit als Amtsleiter gefallen ist. "Ja, da hing jede Menge Herzblut dran", stellt er fest.
Aber er ist ein stiller Genießer, großes Aufsehen um seine Person ist nicht seine Sache. Sich selber loben? Nein. Das müssen dann schon andere tun, wie Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen, der Brauns in der jüngsten Einwohnerversammlung für fast 15 Jahre gute Zusammenarbeit dankte.
Und dann lässt Brauns doch mal erkennen, was ihm seine Arbeit bedeutet hat: "Es erfüllt mich mit Stolz, was in Daun in den vergangenen 20 Jahren passiert ist." Aber nicht nur die Stadt, auch das, was in den Dörfern passiert ist, hat es ihm angetan. "Die Orte haben sich durchweg positiv entwickelt, es hat sich enorm viel getan." Was möglich gemacht worden sei durch die "wirklich tolle Mannschaft in der Bauabteilung", die er seit 1988 leitete.
Mehr Zeit für die Familie


"Es war und ist für uns alle einfach toll, Projekte von der Idee bis zur Realisierung begleiten zu können." Er nennt die diversen Bürgerhäuser, die entstanden sind. An die Zeit des Baubooms in den 1970er und 1980er Jahren, was auch die Abteilung immer auf Trab hielt.
Sehr wichtig war ihm die Dorferneuerung und -entwicklung und besonders das Projekt "DIE - Chance für das Dorf" im Rahmen des WEGE (Wandel erfolgreich gestalten)-Prozesses.
Und was kommt jetzt? "Mehr Zeit für die Familie, insbesondere für die mittlerweile drei Enkelinnen, und dann auch hoffentlich viel reisen und wandern", sagt Brauns.
Ehrenamtlich wird er weiter aktiv sein, als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der katholischen Kirchengemeinde Daun.
Nun werden sich die Einwohner, die Bürgermeister und Ratsmitglieder daran gewöhnen müssen: Der Neue heißt Thorsten Loosen. Er kommt von der Kreisverwaltung Cochem-Zell und ist ab 1. Januar Leiter der Bauabteilung der VG-Verwaltung Daun.