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´Schönheitskur für Gotteshaus

Meuspath. Die mehr als drei Jahrhunderte alte Krebsbacherhof-Kapelle in Meuspath war vier Jahre lang geschlossen, ist restauriert und nun feierlich wiedereröffnet worden. Das historisch wertvolle Bauwerk liegt zwar in der Verbandsgemeinde Adenau, gehört als Teil der Pfarrei Nürburg aber zum Dekanat Daun.

Meuspath. Aus Sicherheitsgründen war die Krebsbacherhof-Kapelle im Juni 2007 geschlossen worden. Die Lehmdecke hatte sich in Bewegung gesetzt, Putzteile drohten herunterzustürzen. Die Kirchengemeinde Nürburg folgte dem Rat des Architekten Stefan Bauer (Mannebach) und der Denkmalpflege des Bistums Trier, ließ das Dachgebälk sanieren und ein Gewölbesegment restaurieren.
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Mehr noch: Der gesamte Innen- und Außenbereich der Kapelle wurde erneuert. "Und zwar teilweise mit noch vorhandenem Material, vom Verfahren her mit der Schönheitsoperation eines Menschen vergleichbar", erklärte bei dem Fest zur Wiedereröffnung Architekt Bauer mit Blick auf das Einsumpfen von Lehm, das Hinzugeben von Strohhäcksel und Kuhmist, das Auffüllen des Lehmputzes mit Spritze und Kanüle. "Hier war noch nichts kaputt saniert", sagte er.
Die Kapelle wurde außen trocken gelegt und gestrichen, das Dach neu gedeckt, Turmkreuz und Hahn erneuert, die Fenster wurden restauriert. Auch im Inneren sieht es nun aus wie neu - einschließlich der Heiligenfiguren und des Altarbildes mit einer Szene aus dem Leben des Schutzpatrons der Kirche, Sankt Georg. Insgesamt sind 85 000 Euro investiert worden; außer dem 5000-Euro-Zuschuss des Bistums stammt das Geld aus Rücklagen der Pfarrei. Heimatforscher Richard Hammes skizzierte die Geschichte des Krebsbacherhofs, der 1563 als "ritterschaftlicher Hof mit Kapellchen gleichen Namens" erstmals urkundlich erwähnt worden war. Die 1650 geweihte Kapelle erlebte mehrere Besitzerwechsel, bis die auf dem zu Meuspath gehörenden Hof lebenden Familien sie 1950 dem Bistum Trier schenkten. "Die Kapelle ist schön geworden", sagte Pastor Klaus Kohnz (Müllenbach). bb