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Schon mit dem Feuerwehrhelm auf die Welt gekommen

Pflichtaufgabe für die Wehren: das kontinuierliche Üben. So wie die Feuerwehrleute aus Bleckhausen, Brockscheid, Tettscheid, Trittscheid und Üdersdorf vor einigen Tagen. Bei ihrer Abschlussübung wurde der Einsatz bei einem Brand in der Kindertagesstätte in Üdersdorf angenommen. Foto: Feuerwehr
Pflichtaufgabe für die Wehren: das kontinuierliche Üben. So wie die Feuerwehrleute aus Bleckhausen, Brockscheid, Tettscheid, Trittscheid und Üdersdorf vor einigen Tagen. Bei ihrer Abschlussübung wurde der Einsatz bei einem Brand in der Kindertagesstätte in Üdersdorf angenommen. Foto: Feuerwehr FOTO: (e_daun )
Daun/Duppach/Gerolstein. Nachfolge geklärt: Harald Schmitz wird im Frühjahr neuer Kreisfeuerwehrinspekteur. Der 45-Jährige ist "vorbelastet": Schon sein Vater Helmut hatte dieses Amt inne. Stephan Sartoris

Daun/Duppach/Gerolstein Wenn man auf die Amtszeiten der Kreisfeuerwehrinspekteure des Kreises Vulkaneifel der jüngeren Vergangenheit schaut, wird deutlich: Bei diesem Posten gibt es keine Kurzzeitbesetzung. So war Helmut Schmitz aus Hillesheim-Bolsdorf von 1983 bis 2000 im Amt, seitdem steht Christoph Bach an der Spitze. Aber das Ende seiner Amtszeit ist in Sicht: Der 61-Jährige scheidet auf eigenen Wunsch am 31. März 2018 aus.
Um seine Nachfolge braucht er sich keine Gedanken mehr machen, die ist bereits geklärt. Die Wehrleiter der Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Hillesheim, Kelberg und Obere Kyll haben Harald Schmitz aus Duppach zum neuen Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) gewählt. Er wohnt zwar in Duppach ("Dahin hat mich die Liebe gebracht"), stammt aber aus Bolsdorf. Da liegt der Verdacht nah: Hat er was mit Helmut Schmitz zu tun? "Sehr viel sogar", sagt der 45-Jährige, "er ist mein Vater." Angesichts dieses familiären Hintergrunds war es wohl unvermeidlich, dass auch Harald Schmitz Feuerwehrmann werden würde. Oder wie er es selbst beschreibt: "Wahrscheinlich bin ich schon mit dem Feuerwehrhelm auf die Welt gekommen." Und was hält der Vater davon, dass sein Sohn im kommenden Jahr das Amt übernimmt, das er selbst innehatte? "Darauf bin ich schon stolz", sagt Helmut Schmitz (77). Bereits als kleiner Junge sei Harald sehr interessiert gewesen am Feuerwehrwesen, "was wohl nicht ausbleibt, wenn das Thema die Familie so stark prägt." Und wenn der Sohn als neuer KFI mal einen Rat braucht vom ehemaligen KFI? "Jederzeit gern", sagt Helmut Schmitz.
Harald Schmitz weiß also aus eigener Erfahrung, was auf ihn zukommt, wenn er das Amt übernimmt, und dass Familie und Arbeitgeber mitspielen müssen. Der künftige KFI ist Betriebswirt und arbeitet beim Bauunternehmen Klein in Jünkerath.
Musste er lange überlegen, das Amt des KFI zu übernehmen? "Voraussetzung war, dass die Arbeit mit den Jugendfeuerwehren in gute Hände geht", berichtet Schmitz. Er ist seit 2012 Kreisjugendfeuerwehrwart und "zuversichtlich, dass das gut weitergeführt wird, wenn ich das Amt aufgebe." Denn die Nachwuchsarbeit ist wichtiger denn je: "Mit gut 500 Nachwuchsfeuerwehrleuten haben wir eine gute Basis, aber immer Luft nach oben." Auch seine beiden Kinder sind in der Feuerwehr engagiert.
Der KFI hat zwei Stellvertreter, derzeit sind das Karl-Heinz Kunze aus Gerolstein und Thomas Risch aus Sarmersbach. Der hat ebenfalls seinen Rückzug am 31. März angekündigt, und wer ihm nachfolgt, ist auch bereits geklärt. Ab 1. April wird neben Kunze Markus Keppler aus Kerpen-Loogh stellvertretender KFI sein. Der 44 Jahre alte Familienvater stammt aus dem Blankenheimer Ortsteil Hüngersdorf und war Soldat in Gerolstein. Im Stadtteil Büscheich war er Wehrführer, in der Feuerwehr aktiv ist er seit 1990. Keppler, gelernter Elektromeister, arbeitet als Hausmeister an der Realschule plus in Gerolstein. Derzeit ist er Leiter der Technischen Einsatzleitung, die unter anderem als Unterstützung der Führungskräfte bei lang andauernden Einsätzen fungiert. "Das mache ich auch weiter", sagt Keppler, "ansonsten ist mit Harald Schmitz besprochen, dass die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden." Die personellen Weichen sind also gestellt fürs nächste Jahr, zur Freude auch des Landrats. Heinz-Peter Thiel: "Die frühzeitige Neuwahl der beiden Schlüsselfunktionen im Brand- und Katastrophenschutz auf Kreisebene ermöglichen einen professionell geordneten Übergang der Aufgabenbereiche auf die neuen Funktionsträger."Extra: IM KREIS GIBT ES 42 NACHWUCHSWEHREN


Im Kreis Vulkaneifel gibt es knapp 130 Feuerwehren mit gut 2500 Wehrleuten. Zudem gibt es 42 Jugendfeuerwehren, zuletzt wurde eine in Niederehe gegründet. Aber nach-Kreisjugendfeuerwart Harald Schmitz laufen derzeit Bestrebungen, einige Nachwuchswehren wieder in Schwung zu bringen. Was im Fall Kirchweiler schon gelungen ist: "Die 15 Mitglieder gehen engagiert ans Werk", freut sich Schmitz.

Einstimmige Wahl: Harald Schmitz (Zweiter von rechts) wird Nachfolger von Christoph Bach (rechts) als Kreisfeuerwehrinspekteur. Neuer Stellvertreter wird Markus Keppler (Zweiter von rechts), er übernimmt den Posten von Thomas Risch. Foto: Kreisverwaltung
Einstimmige Wahl: Harald Schmitz (Zweiter von rechts) wird Nachfolger von Christoph Bach (rechts) als Kreisfeuerwehrinspekteur. Neuer Stellvertreter wird Markus Keppler (Zweiter von rechts), er übernimmt den Posten von Thomas Risch. Foto: Kreisverwaltung FOTO: (e_daun )