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Bildung
Schule in Gillenfeld feiert mit Malu Dreyer das halbe Jahrhundert

Keine Scheu – auch nicht vor der Ministerpräsidentin: Malu Dreyer beim Füttern der Schafe der Wundermaar-AG.
Keine Scheu – auch nicht vor der Ministerpräsidentin: Malu Dreyer beim Füttern der Schafe der Wundermaar-AG. FOTO: Lydia Vasiliou
Gillenfeld. Das Schulgebäude der heutigen Schule am Pulvermaar wird 50 Jahre alt und damit auch die Grund- und Hauptschule. Aus diesem Anlass gab es in Gillenfeld Besuch von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Von Lydia Vasiliou

  Wenn eine Schule ein Jubiläum feiert, dann werden in der Regel auch Politiker eingeladen. Da die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), aber bei der großen Feier mit Ehemaligentreffen im Mai nicht dabei sein kann, hat die Schule am Pulvermaar sie im Vorfeld nach Gillenfeld eingeladen. Sie hatte sich natürlich schlau gemacht, was die Schule angeht. Dass es noch wenige Schüler in der Sekundarstufe I gebe, habe nichts mit dem Engagement der Schule zu tun, sondern eher damit, „dass die Eltern noch nicht so genau wissen, was eine Realschule plus bietet.“

Und das konnten die rund 60 Gäste, darunter mehrere Abgeordnete, Landrat Heinz-Peter Thiel und die Ortsbürgermeister der umliegenden Orte, in der Turnhalle von den Schülern selbst erfahren. Die machten in ihren Präsentationen vor allem auf das neue Schulfach „Verantwortung und Nachhaltigkeit“ aufmerksam (siehe Extra). Da ist zudem die Mensa, die seit 2013 von der Köchin Martina Eis geführt wird und sich weitgehend aus den hauseigenen Hochbeeten bedient. Für das gute Essen wurde der Schule von der Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Urkunde verliehen. Zum Anfassen bot die Wundermaar AG einige ihrer 13 Schafe und sechs Lämmer auf, mit denen die Schüler unter anderem Landschaftspflege betreiben.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Kinder der Schule am Pulvermaar überreichten der Ministerpräsidentin etwas Wegzehrung aus verschiedenen Betrieben im Dorf.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Kinder der Schule am Pulvermaar überreichten der Ministerpräsidentin etwas Wegzehrung aus verschiedenen Betrieben im Dorf. FOTO: Lydia Vasiliou

In den Beiträgen wurde auch deutlich wie stark sich das Schulleben in Gillenfeld verändert hat. Zwischen der einstigen Volksschule bis zur heutigen Realschule plus liegen 146 Jahre. Eine Chronik des damaligen Amts Gillenfeld belegt, dass die Schule 1872 erstmals erwähnt wurde. Da aber Preußen bereits 1825 in den Rheinprovinzen die Schulpflicht eingeführt hatten, kann davon ausgegangen werden, dass auch in Gillenfeld zumindest ausgewählte Schüler schon früher Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt haben. Heute nicht mehr vorstellbar, wurden in den Anfängen die Schüler aller Jahrgangsstufen in einer einzigen Klasse unterrichtet. Erst später gab es  in Gillenfeld vier Klassenräume, auf die jeweils mindestens zwei  Jahrgänge verteilt waren.

1966 wurde mit dem Neubau der Schule begonnen, 1968 zogen die Schüler dort ein. Gleichzeitig trennte man sich vom Begriff Volksschule und führte die Unterteilung in Grund- und Hauptschule ein.  Im Jahr 2000 wurde der Schulstandort Gillenfeld eine Regionale Schule, die 2009 eine weitere Schulform mit sich brachte: die integrative Realschule plus.

Herrschte früher eher „Zucht und Ordnung“, so dürfen sich die Schüler heute an demokratischem  Mitspracherecht erfreuen, wie die Schülervertretungen (SV) beweisen. In Gillenfeld rief ein Team der SV zur Podiumsdiskussion beim Besuch der Ministerpräsidentin auf, wobei allerdings weniger diskutiert wurde. Es ging mehr um die Beantwortung der vielen Fragen politischer und privater Art, die die schüler an die Politikerin richteten. Eineinhalb Stunden verbrachte Malu Dreyer an der Schule am Pulvermaar, um anschließend die Eröffnungsfeier der Jugendherberge in Trier und danach wieder zurück in der Vulkaneifel die Firma Technisat in Daun zu besuchen.

Das 50-jährige Bestehen wird am Freitag, 25. Mai, mit einem Jubiläums- und Ehemaligenfest in Gillenfeld gefeiert. Ab 14 Uhr können die Ergebnisse der Projekttage begutachtet werden. Die offizielle Feier startet um 16.30 Uhr in der Turnhalle. Ab 19 Uhr beginnt das Ehemaligenfest im ersten Stock des Hauptgebäudes.