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Kirche
40 Jahre kreisübergreifend unterwegs

Welcherath. Seit 1978 gibt es in den Pfarreien Nürburg (Kreis Ahrweiler) und Welcherath (Kreis Vulkaneifel) mit den Orten Brücktal, Drees, Kirsbach, Meuspath und Reimerath eine katholische Frauengemeinschaft (kfd).

„Gott sei Dank!“ – In diesem Ausruf verbinden sich in diesen Wochen bei Vorstand, Präses und Mitgliedern der kfd der Pfarreien Nürburg und Welcherath die Vorfreude auf das Jubiläumsfest (siehe Info) und auch Erleichterung. Denn während landauf, landab die katholischen Frauengemeinschaften das Schicksal etlicher traditioneller Vereine teilen und aufgelöst wurden oder werden, steht die Gruppe der sieben Dörfer im „Ländchen“ und am Nürburgring verhältnismäßig gut da. „Natürlich wünschen auch wir uns neue und jüngere Mitglieder“, räumt die Vorsitzende Annemie Müller (Welcherath) ein, als sie gemeinsam mit Klaus Kohnz, Dechant, Ortspfarrer und Präses der kfd, einen Streifzug durch die vier Jahrzehnte seit der Gründung am 14. Dezember 1978 hält.

„Wir haben immerhin noch 42 Mitglieder, und wir Frauen vom Vorstand sowie die Ansprechpartnerinnen der einzelnen Dörfer sind uns einig, dass wir unser Ehrenamt auch in der kommenden Laufzeit fortzuführen bereit sind“, erklärt die Vorsitzende. Und sie betont: „Wir sind ein gut eingespieltes Team. Da macht die Arbeit Spaß.“

   Zum Beispiel das vor einigen Jahren eingeführte Heringsessen nach dem Aschermittwochsgottesdienst in Nürburg. Oder die Maiandachten in den Pfarrkirchen und Kapellen. Auch das Binden und Verkaufen der Kräutersträuße an Maria Himmelfahrt. Gemeinsam mit den kfd-Gruppen aus Bodenbach und Müllenbach finden die jährlichen Wallfahrten (zuletzt zur Schornkapelle in Schuld) und die Jahresausflüge statt.

Wird – wie beim Heringsessen und bei der Kräutersträuße-Aktion – ein Erlös erwirtschaftet, kommt das Geld karitativen Zwecken zu Gute. Etwa der Initiative „Unser Notarzt“ (Verbandsgemeinde Adenau), den Tafeln in Adenau und Daun oder der Ärztin Lu Näckel (Adenau), die sich im Südsudan engagiert.

    Rechnet man zu den 13 169 Euro aus den letzten zehn Jahren die mehr als 55 000 Euro hinzu, die im ersten Vierteljahrhundert des Bestehens der kfd bei Basaren und anderen Veranstaltungen zusammenkamen, hat das „Geburtstagskind“ rund 70 000 Euro erwirtschaftet und wieder verteilt.

Dementsprechend wird bei der 40-Jahr-Feier auf Präsente für die Geehrten verzichtet. Statt dessen, betont Annemie Müller, erhalte Lu Näckel eine Spende, und auch die eventuelle Geldgeschenke flössen in das Projekt der Ärztin. Die Gründung  einer kfd für zwei Pfarreien vor 40 Jahren sei eine sehr weise Entscheidung gewesen, erklärt Pfarrer Kohnz mit Blick auf die damalige Initiative seines Vorgängers, Pfarrer Josef Klee, sowie auf die Aufbauarbeit der ersten beiden Vorsitzenden Agnes Wagner und Agnes Pauly. Bis heute sei die kfd eines der wichtigsten Bindeglieder zwischen den beiden Pfarreien.