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Geschichte
Bis alle Lücken gefüllt sind: Auf den Spuren der Vorfahren

Der Grabstein von Peter Josef Pantenburg: geboren 1793 in Mehren, gestorben 1874 in Troy Grove, Illinois/USA.
Der Grabstein von Peter Josef Pantenburg: geboren 1793 in Mehren, gestorben 1874 in Troy Grove, Illinois/USA. FOTO: TV / Tom Ryan
Mehren. Peter Josef Pantenburg from Mehren/Germany: Seit der Amerikaner Tom Ryan den Namen und den Herkunftsort seines Vorfahren in alten Verwaltungsakten entdeckt hatte, wollte er dessen Heimat persönlich kennen lernen. Nun besuchte er das Dorf, aus dem die Pantenburgs 1845 ausgewandert waren. Von Brigitte Bettscheider

An Geografie und Geschichte, besonders an Familiengeschichte ist Tom Ryan seit jeher interessiert. Inzwischen ist der 68-Jährige als Regierungsbeamter im Ruhestand, so wie auch seine Ehefrau Deborah (66), die Schulsekretärin war. Das Paar hat zwei Töchter und vier Enkelkinder. „Nicht nur für uns selbst, auch für unsere Kinder und Enkel möchten wir so viel wie möglich in Erfahrung bringen über unsere deutschen Vorfahren“, übersetzt Yvonne Weber die Motivation der Ryans. Die aus Mehren stammende Versicherungsfachfrau war von Roland Thelen als Dolmetscherin engagiert worden.

Auf Thelen wiederum waren Tom und Deborah Ryan bei der Vorbereitung ihrer Deutschlandreise aufmerksam geworden. Hat sich doch der Architekt seit vielen Jahren auch einen Namen als Hobbyhistoriker und Familienforscher gemacht – mit besonderem Interesse für die Mehrener, die Mitte des 19. Jahrhunderts, wie so viele aus der Eifel, nach Amerika ausgewandert waren.

    Tom Ryan und Roland Thelen breiten zunächst ellenlange Listen vor sich aus. Dutzende von Namen, Geburts-, Heirats- und Sterbedaten sind auf ihnen verzeichnet, mit kleinen Sternen, sich überlappenden Ringen und Kreuzen  als genealogischen Symbolen versehen. Dreh- und Angelpunkt ist der Name Pantenburg, den Roland Thelen bis Anfang des 18. Jahrhunderts nachweisen kann.

Bald rückt der 1793 geborene Peter Josef Pantenburg in den Mittelpunkt. Dessen erste Frau war 1839 nach der Geburt des fünften Kindes in Mehren gestorben, er hatte wieder geheiratet, ein weiteres Kind war geboren worden. Und diese achtköpfige Familie war im Jahr 1845 nach Illinois/USA ausgewandert.

Nach Nebraska, ebenfalls im mittleren Westen der USA gelegener Bundesstaat, hatte es als Ersten in der Familie Peter Josef Pantenburgs Enkel Frederic geführt. Die „amerikanische Linie“ hatte die Urenkelin Christina durch die Heirat mit Leo Thomas Ryan eröffnet. Es waren die Großeltern von Tom Ryan.    „Wenn man einmal mit der Ahnenforschung angefangen hat, will man immer mehr wissen und alle Lücken füllen“, erklärt Ryan. „Außerdem wollten wir mit eigenen Augen die Landschaft sehen, in der unsere Vorfahren gelebt haben“, betont er.

Für Tom und Deborah Ryan ist dies - nach Irland und Schweden - bereits die dritte Europa-Reise auf den Spuren von Vorfahren. Es gebe in den USA  Reiseveranstalter, die sich auf Ahnenforschung in aller Welt spezialisiert hätten, erzählen sie. Und dann begibt sich das Ehepaar in Begleitung von Roland Thelen und Yvonne Weber in die Mehrener Poststraße, wo Peter Josef Pantenburg bis 1845 gelebt hatte. Sie erfahren, dass wenige Jahre nach seiner Auswanderung fast alle Häuser Mehrens einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen waren, auch das Pantenburg-Haus. Auf dem Friedhof erweisen Tom Ryan und seine Frau den zuletzt verstorbenen Mitgliedern ihrer deutschen Herkunftsfamilie die Ehre.

Sie machen einen Rundgang durchs Dorf und zeigen sich schließlich vom Weinfelder Maar und der Kapelle tief ergriffen. „Wir sind Ihnen so dankbar“, sagen die amerikanischen Gäste zum Abschied. Und überreichen Roland Thelen eine Fotografie. Darauf zu sehen ist der Grabstein von Peter Josef Pantenburg, geboren 1793 in Mehren/Eifel, gestorben 1874 in Troy Grove, Illinois/USA.

Deborah und Tom Ryan (von rechts) besuchen auf den Spuren ihrer Vorfahren auch ein Grab auf dem Mehrener Friedhof. Roland Thelen (links) hatte den Besuch organisiert, Yvonne Weber (zweite von links) war als Übersetzerin mit von der Partie.
Deborah und Tom Ryan (von rechts) besuchen auf den Spuren ihrer Vorfahren auch ein Grab auf dem Mehrener Friedhof. Roland Thelen (links) hatte den Besuch organisiert, Yvonne Weber (zweite von links) war als Übersetzerin mit von der Partie. FOTO: Brigitte Bettscheider