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Kriminalität
Shisha-Bar wohl vorsätzlich angezündet

 Tatort Ulmen: Bis Mitte der Woche war das Wohn- und Geschäftshaus am Alten Postplatz in Ulmen für die Untersuchungen der Polizei gesperrt.
Tatort Ulmen: Bis Mitte der Woche war das Wohn- und Geschäftshaus am Alten Postplatz in Ulmen für die Untersuchungen der Polizei gesperrt. FOTO: TV / Foto: Kevin Rühle
Ulmen. In Ulmen brodelt es in der Gerüchteküche, aber noch ist kein Tatverdächtiger ermittelt worden.

 Über Wochen haben Experten der Kriminalpolizei die ausgebrannte Shisha-Bar am Alten Postplatz in Ulmen untersucht. Nun dürfte klar sein: Es war Brandstiftung. Und damit hat ein unbekannter Täter das Leben einer Frau aufs Spiel gesetzt, die nach Ausbruch des Brands von der Feuerwehr gerettet werden konnte. Zudem ist ein erheblicher Sachschaden entstanden.

In der Nacht zum 18. Dezember  brannte das Wohn- und Geschäftshaus lichterloh. Eine Explosion hatte die Nachbarn aufgeschreckt und die Fensterfront der Shisha-Bar aus ihren Angeln gerissen. Eine Frau saß im Obergeschoss fest, die Wohnungstür ließ sich nach der Explosion nicht mehr öffnen.

Durch ein Fenster auf der Rückseite des Gebäudes konnte die Feuerwehr später die Frau retten. Das Feuer konnte eingedämmt werden.

Die Koblenzer Staatsanwaltschaft ist vorsichtig: „Nach derzeitigen Erkenntnissen besteht der Verdacht einer schweren Brandstiftung“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Büttinghaus. In Keller, Treppenhaus und Erdgeschoss wurden Spuren eines Brandbeschleunigers gefunden. Dies hat eine Bauschuttanalyse ergeben. Seit der Brandnacht hatten Kriminalbeamte fast täglich das Wohn- und Geschäftsgebäude unter die Lupe genommen. Als auch nach mehreren Tagen die Brandstelle nicht freigegeben wurde, dürfte vielen Ulmenern klar geworden sein, dass es sich bei dem Feuer nicht um ein Unglück handelte.

Die Explosion, die die Fenster auf den Platz schleuderte, erklären die Experten durch eine Verpuffung von angesammelten Gasen. Offenbar haben sich diese durch den Einsatz des Brandbeschleunigers gebildet. Die Schäden durch die Explosion und das Feuer können laut der Staatsanwaltschaft noch nicht abschließend beziffert werden. „Er dürfte sich aber nach derzeitiger Einschätzung im sechsstelligen Bereich bewegen“, heißt es.

Die Shisha-Bar sollte geschlossen werden. Ein Nachmieter wollte im Frühjahr ein Eiscafé eröffnen. Dies dürfte nicht möglich sein. Über den Zustand des Gebäudes gibt es derzeit noch keine näheren Informationen, die Schäden durch die Explosion und das Feuer sind aber deutlich. Mittlerweile wurde der Tatort von der Polizei freigegeben.