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So viel Lebensfreude bei aller Armut

Kostbares Gut: Bischof Stephan Ackermann (links) und Benedikt Welter pumpen Wasser an einem Brunnen in Burkina Faso. Foto: Bistum Trier
Kostbares Gut: Bischof Stephan Ackermann (links) und Benedikt Welter pumpen Wasser an einem Brunnen in Burkina Faso. Foto: Bistum Trier FOTO: (e_daun )
Gillenfeld/Dohm-Lammersdorf. Benedikt Welter aus Gillenfeld war mit einer Delegation um den Trierer Bischof Stephan Ackermann und Misereor-Geschäftsführer Pirmin Spiegel in Burkina Faso in Afrika. Am Donnerstag, 2. März, berichtet er im Beisein eines burkinischen Bischofs über die Reise. Brigitte Bettscheider

Gillenfeld/Dohm-Lammersdorf Hintergrund des siebentägigen Besuchs im westafrikanischen Burkina Faso war, dass Trier das Partnerbistum der diesjährigen Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor ist. An der Spitze der Delegation standen Bischof Stephan Ackermann und der Misereor-Geschäftsführer Pirmin Spiegel (Aachen).
Unter den weiteren 15 Teilnehmern war als einer der Jüngsten Benedikt Welter. Der 27-Jährige arbeitet als Erzieher in einer Kinder- und Jugendwohngruppe der Evangelischen Erziehungshilfe Veldenz. In der Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld ist Welter Lektor und der stellvertretende Vorsitzende des Pfarreienrats, in seiner Heimatpfarrei Strohn ist er stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Und er ist Mitglied des Trierer Diözesanverbands der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB). Als deren Vertreter war er in die Delegation berufen worden.
"Ich habe mich in der Gruppe mit den hohen Geistlichen, Politikern und Funktionären sehr wohl gefühlt, denn alle Gespräche untereinander wurden auf Augenhöhe geführt", resümiert Welter. Am meisten beeindruckt habe ihn die Lebensfreude der Menschen in einem der ärmsten Länder der Erde - "und ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit", betont er. "Was mir aber nicht aus dem Kopf geht", erzählt er, "ist die Tatsache, dass in Burkina Faso jede dritte Kuh verendet, weil sie Plastiktüten auffrisst, die überall herumliegen." Für Müllentsorgung gebe es keine Infrastruktur, und der Einzelne fühle sich nicht verantwortlich, bedauert Welter.
Wohl übernähmen Menschen die Verantwortung in den beiden Misereor-Projekten, in die die Delegation einen Einblick erhielt. Das Projekt "Diobass" wird in einer Gemeinde, die über einen Staudamm und damit über Wasser als Voraussetzung für jeglichen Ackerbau in dem trockenen Klima verfügt, realisiert. Dort seien Frauen angeleitet worden, selbst Pflanzenschutzmittel herzustellen, und es seien Techniker und Kleinbauern an einen Tisch gebracht worden, um gemeinsam Ideen zu entwickeln. "So erkennen sie, dass jeder einen Beitrag leisten kann", erklärt Benedikt Welter.
Im Rahmen des zweiten Misereor-Projekts "Pasmep" werden zurzeit Minimolkereien aufgebaut. Über das Konzept berichtet Welter, dass an einer Minimolkerei 40 Frauen beteiligt sind, die abwechselnd zu dritt Dienst haben. Sie kochen die Milch ab, bereiten Joghurt zu und verpacken beides steril zum Verkauf - auf dem Markt in der Stadt sowie in einer Schule.
Wer von Benedikt Welter und dem burkinischen Bischof Justin Kientega mehr über die Misereor-Fastenaktion und die Misereor-Projekte in Burkina Faso erfahren möchte, hat dazu Gelegenheit am Donnerstag, 2. März, im Pfarrheim Gillenfeld im Anschluss an den Gottesdienst (Beginn: 18.30 Uhr) in der Pfarrkirche.WEITERER VORTRAG

Extra

Ebenfalls am Donnerstag, 2. März, findet um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Dohm ein Abend der Pfarreiengemeinschaft Hillesheim mit gemeinsamem Essen, Vortrag des Misereor-Partners René Millogo aus Burkina Faso und Austausch statt. Dabei geht es auch um die Misereor-Fastenaktion und um landwirtschaftliche Innovationen wie die Minimolkereien. Kontakt und Info: Pfarramt Hillesheim, Telefon 06593/343.