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Entsorgung
Gnadenfrist für die brauen Tonnen

Noch bis Ende 2019 gibt es im Kreis Vulkaneifel Biotonnen, die von der Müllabfuhr abgeholt werden. Danach muss jeder seinen Biomüll selbst kompostieren oder die gefüllten Papiertütchen zum Sammelbehälter bringen. Foto: Patrick Seeger/DPA
Noch bis Ende 2019 gibt es im Kreis Vulkaneifel Biotonnen, die von der Müllabfuhr abgeholt werden. Danach muss jeder seinen Biomüll selbst kompostieren oder die gefüllten Papiertütchen zum Sammelbehälter bringen. Foto: Patrick Seeger/DPA FOTO: picture alliance / dpa / Patrick Seeger
Daun/Trier. Beim Sperr- und Biomüll im Kreis Vulkaneifel ändert sich einiges – aber erst 2020.

Aufregung ist erste Bürgerpflicht geworden, gerade wenn es um fundamentale Versorgungsleistungen vor Ort geht. Das trifft nicht nur auf die medizinische Situation zu. Der Bürger möchte zumindest  rechtzeitige Informationen. Besorgte Anrufer haben nun  die Müllentsorgung im Blick. Die gute Nachricht vorweg: Es ist ein Missverständnis, dass bereits zum Jahresende 2018 die Biotonnen im Kreis Vulkaneifel abgeschafft werden. Fakt aber ist: Sie werden definitiv zum Jahreswechsel 2019/2020 verschwinden. Und die übliche Straßensammlung von Sperrmüll gleich mit.

„Der Kreistag der Vulkaneifel hat bereits vor etlichen Monaten die Abschaffung der Biotonne beschlossen“, teilt Kirsten Kielholtz, Pressesprecherin des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.), mit.

Hintergrund sei die von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) vorgegebene Angleichung aller Leistungen, Gebühren und Systeme bis zum Jahr 2025, die nun schrittweise vorangetrieben werde. So soll es ab 2020 auch in der Vulkaneifel wie in den anderen Landkreisen des A.R.T.-Reviers die so genannte Biotüte geben: In der Regel in der Nähe des örtlichen Altglascontainers werden bereits im kommenden Jahr erste Biomüllcontainer aufgestellt, in die jeder Bürger seine Abfälle selbst einwirft.

Noch sei vieles nicht geklärt, räumt Kielholtz ein. Da die A.R.T. nicht über eigene Grundstücke in den Orten verfügt und nicht alle Gemeinden einen Altglascontainer haben, muss irgendwie gewährleistet werden, dass die Bürger ihre eher unappetitlichen Tüten nicht einzeln und etliche Kilometer weit chauffieren müssen.

„Daher werden alle Ortsgemeinden angeschrieben, um zu erfahren, wo die Container aufgestellt werden können.“ Zudem stellt sich die Frage der gerechten Verteilung der Kosten, insbesondere für diejenigen, die bislang eine Biotonne angemeldet haben, während andere die Bioabfälle entweder selbst kompostieren oder aber dem Restmüll beimischen. „Eine Gebührensenkung wird es voraussichtlich nicht geben“, prognostiziert Kielholtz.

Die braunen Tonnen für den Biomüll werden zum Jahreswechsel 2019/2020 eingesammelt, geschreddert und als Sekundärrohstoff behandelt. „Recycling ist schließlich eine unserer Kernkompetenzen.“

Auch beim Sperrmüll wird sich alles ändern. Die bislang üblichen Straßensammlungen entfallen. „Dafür kann sich jeder an maximal vier Terminen pro Jahr für eine Abholung ab Grundstück anmelden – ohne zusätzliche Gebühren“, erläutert  Kielholtz das aus A.R.T.-Sicht komfortable Plus für die Bürger. Positiver Nebeneffekt: Die derzeit bereits zwei Tage vor dem bekannten Abfuhrtermin einsetzende „Rallye der großen weißen Lieferwagen“ hätte ein Ende.

Kielholtz betont: „Am 8. Dezember erscheint die neue Abfallfibel. „Darin geben wir einen Ausblick auf alle kommenden Änderungen in den Landkreisen.“