| 21:07 Uhr

Starke Auftritte, tiefe Gedanken

Wechsel an der Spitze des Landfrauenverbands Daun: Martha Scheuls aus Leudersdorf (rechts) übergibt den Vorsitz an Doris Clemens aus Rockeskyll (links). Foto: Gabi Schüller
Wechsel an der Spitze des Landfrauenverbands Daun: Martha Scheuls aus Leudersdorf (rechts) übergibt den Vorsitz an Doris Clemens aus Rockeskyll (links). Foto: Gabi Schüller
DAUN. (gs) Landfrauentag des Landfrauenverbands Daun: Alle Tische in der Stadthalle Forum waren bis auf den letzten Platz besetzt. Zum Programm gehörten die Verabschiedung der bisherigen Vorsitzenden Martha Scheuls, ein Referat von Mechthild Werner sowie die Premiere des neu gegründeten Landfrauenchors Daun.

Schon am Verkehr in der Innenstadt sieht man, wenn im Forum Daun etwas los ist. So ist es auch schon seit Jahren beim Landfrauentag. So war das aber nicht immer. Daran erinnerte die scheidende Vorsitzende Martha Scheuls (Leudersdorf) bei ihrer Abschiedsrede. Sie blickte zurück zu ihrer Anfangszeit beim Landfrauenverband Anfang der Siebziger Jahre. Vieles habe sich seitdem getan. Nicht nur, dass die Frauen vom Land heute ganz selbstverständlich "Auto"-mobil seien. Nein, das Gesamtbild der Frau habe sich im Lauf der vergangenen drei Jahrzehnte erheblich gewandelt.Worte des Dankes und der Anerkennung

An der Weiterentwickung der Frauen im Kreis Daun hatte Martha Scheuls mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Landfrauenverband Daun (1200 Mitglieder) erheblichen Anteil. In mehr als 30-jähriger Vorstandstätigkeit, davon acht Jahre als Vorsitzende (eine erneute Kandidatur war aus Altergründen für die 65-Jährige nicht möglich). Die neu gewählte Vorsitzende Doris Clemens sagte Scheuls im Namen des Verbandes Worte des Dankes und der Anerkennung. Dem schlossen sich die Ehrengäste aus Politik, Verbänden und Wirtschaft an. Zum Programm gehörten außerdem Darbietungen vom wieder gegründeten Landfrauenchor Daun unter der Leitung von Marina Weisbecker, ein Sketch, weitere musikalische Beiträge sowie ein Kaffeeplausch mit selbst gebackenem Kuchen und der fast schon traditionelle Vortrag. "Alt zu werden ist nicht schwer, Alt zu sein dagegen ..." hieß das Thema der Referentin, Pfarrerin Mechthild Werner. Sie tauchte zuerst als pfälzisch quasselnde Nachbarin auf: Locker in Kittelschürze und mit Gurkenmaske kam sie durch die "Hintertür", sprich mitten aus dem Publikum ins Publikum. Kein Blick ließ sie mehr los. Redete sie doch, wie ihr der Schnabel gewachsen war und gab Erfahrungen zum Thema aus erster Hand weiter.Nah dran an den Menschen

Schließlich kam doch noch die "richtige" Referentin auf die Bühne. Bekannt ist Mechthild Werner (42 Jahre) aus dem "Wort zum Sonntag". Als Pfarrerin sei sie nah dran an den Menschen. So auch beim Landfrauentag in Daun. Dort gab sie eine "Handvoll Gedanken" zur Auseinandersetzung mit dem Älterwerden weiter. Sich der aufkeimenden Freude des Altwerdens bewusst werden: "Ich darf einfach sein!" Und beim Umgang der Generationen untereinander "die Sehnsucht zwischen Jung und Alt zulassen und aufeinander zugehen". Sie betonte, dass das Weltdurchschnittsalter heute bei 45 Jahren liege. Der Vortrag war angekommen. In den Herzen, wie der Applaus zeigte. An den Tischen begannen lebhafte Diskussionen, während Kaffee und Kuchen serviert wurden. "Das war sehr gut, spitze, super", waren sich die Tischnachbarinnen Mathilde Zunk aus Salm, Maria Zapp aus Daun, Ottilie Bönning aus Ulmen (ehemals Daun) sowie Margitta Gossmann, Gretel Michels und Thekla Weller aus Bodenbach einig.