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Sternwarte: Vereine machen Druck

Schalkenmehren/Daun. Seit der Wissenschaftsbetrieb auf dem Hohen List eingestellt wurde, blockieren Eigentümer und Mieter die Entwicklung des Areals. Brigitte Bettscheider

Schalkenmehren/Daun "Das versteht hier kein Mensch", regen sich Jutta Schulte-Gräfen und ihre Mitstreiter vom Verein "Künstlergruppe SternwARTe" (siehe Info) auf. Im engen Schulterschluss mit einer Gruppe ehemaliger Astronomen, die sich zur "Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List " zusammengeschlossen haben, machen sich die Künstler der "SternwARTe" schon seit mehreren Jahren für eine sinnvolle und dauerhafte Nachnutzung der Gebäude in einzigartiger Lage nahe Schalkenmehren stark (der TV berichtete). Verfassen Briefe und richten Appelle an alle zuständigen Institutionen und Behörden. Entwickeln Ideen und legen ein mehrfach geprüftes Konzept vor, mit dem das Gelände und die Gebäude sofort kostendeckend bewirtschaftet werden können. "Doch es bewegt sich nichts", bedauern sie."Jetzt wollen wir endlich hier rein", lautet daher ihre aktuelle Forderung, der sie in einem offenen Brief an die Ministerpräsidentinnen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, an das Finanz- und Wissenschaftsministerium und den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) in Düsseldorf, an die Amtsträger der Universität Bonn und an weitere Institutionen Nachdruck verleihen.Ein Kritikpunkt ist die jahrelange Hinhaltetaktik. Seit vor fünf Jahren die Universität Bonn den Wissenschaftsbetrieb in der Sternwarte einstellte, sei die Zukunft des Ortes ungewiss, obwohl es an Ideen und Konzepten in der Region nicht mangele, heißt es in dem offenen Brief. Der BLB als Eigentümer und die Universität Bonn als Mieterin torpedierten beharrlich alle Bemühungen und Initiativen, den brachliegenden Ort für Kunst, Kultur und Bildung zu öffnen und zu erhalten. Zwar war es der eingangs erwähnten Astronomischen Vereinigung gelungen, ein Kuppelgebäude anzumieten, um dort wissenschaftliche Vorträge anzubieten sowie das Gelände unter Denkmalschutz stellen zu lassen - "doch verschlechtert sich der bauliche Gesamtzustand der Liegenschaft zusehends von Jahr zu Jahr", erklären die Verfasser des Schreibens."Warum blockiert Nordrhein-Westfalen die Zukunftsinitiative Sternwarte in der Eifel?", fragt sich die Künstlergruppe auch mit Blick darauf, dass die Universität Bonn vom Wissenschaftsministerium monatlich rund 15 000 Euro für den Betrieb der Sternwarte erhält, obwohl dort seit fünf Jahren kein Wissenschafts- und Lehrbetrieb mehr stattfindet. "Macht 180 000 Euro im Jahr, von denen 60 000 als Betriebskosten abgeführt werden", rechnet Jutta Schulte-Gräfen vor und fragt: "Wofür? Und was geschieht mit den restlichen 120 000 Euro?"Bevölkerung und Besucher der Vulkaneifel wünschten sich eine Öffnung des Areals und der Gebäude als einen Ort der Begegnung, des Austauschs, des Experimentierens, der Entspannung und der Wissensvermittlung, sind sich die beteiligten Astronomen und Künstler sicher. Warum dies verweigert wird und der Ort verwaist? Das versteht hier kein Mensch.KommentarMeinung

Bitte gründlich lesen und dann zu Potte kommen!Wer interessiert sich in Düsseldorf für eine in die Jahre gekommene Sternwarte in der Eifel? Offensichtlich niemand. Wie ist es sonst zu erklären, dass das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium monatlich 15 000 Euro an die Universtät Bonn zahlt für den Betrieb dieser Sternwarte, obwohl dort seit fünf Jahren kein Wissenschaftsbetrieb mehr läuft? Gleichzeitig werden Künstler und Astronomen in der Eifel, die das Objekt nutzen möchten, hingehalten und ausgebremst. Deren Wut ist sehr gut zu verstehen. Sie haben viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung eines Konzepts investiert, mit dem das Observatorium kostendeckend bewirtschaftet werden könnte. Die Warte ist ein Alleinstellungsmerkmal. Bürger und Besucher haben Anspruch darauf, Zugang zu dem Kulturdenkmal zu bekommen. Und Steuerzahler möchten wissen, wozu diese 15 000 Euro verschwendet werden. In Mainz und Düsseldorf sollte der offene Brief aus der Eifel gründlich gelesen werden - Kopie an den Landesrechnungshof. m.adrian@volksfreund.deExtra: KÜNSTLERGRUPPE

(bb) Die Künstlergruppe SternwARTe Vulkaneifel besteht seit Juli 2015. Den Vorstand bilden: Jutta Schulte-Gräfen (Vorsitzende), Alexander März (erster stellvertretender Vorsitzender) und Tim Becker (zweiter stellvertretender Vorsitzender) sowie Gaby Schulz und Georg Wittwer (Beisitzer). Vom 27. August bis zum 2. September veranstaltet der Verein auf dem Gelände der Sternwarte zum zweiten Mal den Kleinen Sternensommer mit Workshops, Konzerten, Vorträgen, Lesungen und Präsentationen. Kontakt: Jutta Schulte-Gräfen, Telefon 0160/90703472, E-Mail: schulte-graefen@ kunststernwarte.de Information unter <%LINK auto="true" href="http://www.kunststernwarte.de" text="www.kunststernwarte.de" class="more"%>