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Ehrenamt
Mit Leib und Seele Feuerwehrmann

Thomas Risch aus Sarmersbach freut sich über das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Bronze.
Thomas Risch aus Sarmersbach freut sich über das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Bronze. FOTO: Helmut Gassen / TV
Sarmersbach. Thomas Risch setzt sich seit 36 Jahren für die Feuerwehr ein. Dafür hat er nun eine besondere Auszeichnung erhalten. Von Helmut Gassen

Wenn es brennt oder irgenwo ein Unfall passiert ist – klar, dann holt man die Feuerwehr. Doch der demografische Wandel und die allgemeine Abkehr vom klassischen Vereinsleben hinterlassen ihre Spuren. Die Feuerwehren suchen allerorten neue Mitglieder. In der Verbandsgemeinde Daun hat das erfolgreich funktioniert, im vergangenen Jahr wurden 45 neue Feuerwehrleute gewonnen.

Auch Thomas Risch aus Sarmersbach ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Gerade wurde ihm deshalb vom Deutschen Feuerwehrverband wegen seiner besonderen Verdienste und seiner hervorragenden Leistungen im Feuerwehrwesen das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze verliehen, worüber er sich sehrfreut.„Das war überraschend für mich und ist schon was Besonderes“, sagt der 51-Jährige. Seine heutige Begeisterung für die Feuerwehr war aber anfangs als 15-Jähriger gar nicht vorhanden, sein Vater gab den Impuls dazu. „Mein Vater sagte mir damals: Du gehst jetzt in die Jugendfeuerwehr. Ich hatte eigentlich gar keine Lust dazu, ich hatte schließlich andere Hobbys“, erzählt Risch. Doch er tat, wie der Vater befohlen hatte und trat im Juni 1982 in die neu gegründete Jugendfeuerwehr Daun ein. Und es gefiel Rasch sehr gut. So gut, dass er schnell aufstieg. 1984 wurde er Mitglied bei der Feuerwehr Daun. Von 1999 bis 2015 war er Zugführer des Gefahrstoffzugs des damaligen Landkreises Daun. Seit März 2006 ist Thomas Risch außerdem Kreisausbilder für das Fachgebiet Chemikalienschutzanzugträger, und seit
2011 ist er außerdem stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur des
Landkreises. Doch diesen Job will der Sarmersbacher Ende März abgeben.

„In den vergangenen Jahren ist soviel an Arbeit dazu gekommen, es ist
einfach zu viel. Wenn du in Vollzeit berufstätig bist, kannst du so einen Posten nicht mehr machen. Ab 1. April bin ich wieder ein ganz einfacher Feuerwehrmann.“

Das will er auch weiterhin mit ganzem Herzen sein, denn das Feuerwehrwesen liegt ihm am Herzen. Die Schlagworte „retten, löschen, bergen, schützen“, die jedem Feuerwehrmann als Leitlinie dienen, hat er verinnerlicht. Als Zugführer und zuständig für Gefahrstoffe ist er bei der Feuerwehr Daun weiterhin tätig, und als langjähriger Aktiver bei der Freiwilligen Feuerwehr Sarmersbach will er in Zukunft seinen Schwerpunkt legen. „Die Kameradschaft in der
Feuerwehr ist sehr gut, und wenn man mal anderen Menschen geholfen hat, dann ist das schon ein gutes Gefühl. Ich erinnere mich da gern an einen Fall, wo ein Vater zu uns nach Daun kam und sich für die Rettung seines Sohnes bedankte. Da sieht man, dass sich die Arbeit lohnt und warum du das tust“, sagt Risch, der im normalen Leben als Industriemeister beim Kelberger Unternehmen BD Rowa arbeitet.

Viel Interessantes und auch Unangenehmes hat er in den Jahren seiner bisherigen Feuerwehrzeit erlebt. „Die schönste Zeit war wirklich, als man als einfacher Feuerwehrmann seine Arbeit machte“, erzählt er.

Doch es gibt eben auch die schockierenden Einsätze, die auch bei erfahrenen Wehrleuten tiefe Spuren hinterlassen – .wie der Verkehrsunfall bei Nerdlen, wo ein Elternpaar starb. Er erinnert sich, wenn auch nicht gerne: „Als es dann hieß, ein Kind wird noch vermisst, du musst nach einem Kindersitz suchen, da wird es dir anders“, sagt der 51-Jährige.

Auf die Frage, wie er die Zukunft der Feuerwehren im Kreis sehe, sagt der stellvertretende KFI: „Es werden wahrscheinlich immer mehr Spezialisten gebraucht.“

Insgesamt sieht er die Feuerwehren im Kreis aber gut aufgestellt. „Wir sind wirklich auf einem guten technischen Stand hier im Kreis, aber Feuerwehren kosten nun eben auch mal Geld“, so Risch.