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Uersfelder will Bewusstsein für den fairen Handel schärfen

Am Sommerfest des Eine-Welt-Ladens Mayen wirken Mitglieder der Trommelgruppe RaKaTak (vorne links) und des Chors DreiviertelAcht (hinten rechts) mit; einer der Besucher ist Pater Joseph Aduse Poko (Zweiter von links) aus Ghana. TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Am Sommerfest des Eine-Welt-Ladens Mayen wirken Mitglieder der Trommelgruppe RaKaTak (vorne links) und des Chors DreiviertelAcht (hinten rechts) mit; einer der Besucher ist Pater Joseph Aduse Poko (Zweiter von links) aus Ghana. TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Mayen/Uersfeld. Vor 20 Jahren gründeten katholische und evangelische Christen den Verein Eine Welt Mayen und richteten einen Verkaufsladen ein. Der pensionierte Grundschullehrer Anton Lang aus Uersfeld ist der Vorsitzende, seine Ehefrau Doris ist Mitarbeiterin. Jetzt war Sommerfest - mit Musik und mit Aktionen zum Fairen Handel.

Mayen/Uersfeld. Mit Trommeln aus dem Musikinstrumenten-Sortiment des Eine-Welt-Ladens, in Gewändern aus afrikanischen Stoffen, mit Liedern, wie sie auch die Menschen in den Entwicklungsländern singen, verbreiten Rosemarie Lang und ihre zehnköpfige Trommelgruppe RaKaTak Stimmung auf dem Platz vor dem Verkaufsladen des Vereins Eine Welt Mayen.
Kaum sind deren afrikanische Rhythmen verstummt, sorgt der von Arno Becker geleitete Koblenzer Chor DreiviertelAcht für weitere Begeisterung unter Mitarbeitern, Besuchern und Passanten.
Dazu scheint auf den Marktplatz unterhalb der Genovevaburg die Sonne - ideale Bedingungen also für ein Fest, zu dem die etwa 30 Ehrenamtlichen des Eine-Welt-Ladens Mayen jedes Jahr im August einladen. "Das Bewusstsein der Bevölkerung für den Fairen Handel schärfen und auf unsere Produkte aufmerksam machen, damit wir unterprivilegierte Menschen in Afrika und anderen Ländern der Erde fördern und unterstützen können", erklärt der Vereinsvorsitzende Anton Lang aus Uersfeld zur eigenen Motivation und zu der seines ökumenischen Teams. Der pensionierte Grundschullehrer, der ein Kinderheim in Tansania aufgebaut hat (der Trierische Volksfreund berichtete), ist seit der Gründung von Eine Welt Mayen mit von der Partie, ebenso wie seine Ehefrau Doris Lang. "Viel mehr Betrieb als sonst", freut sich derweil ihre Kollegin Mechthild Wallscheid und schenkt Kaffee und Saft aus Fairem Handel aus. Innen in dem schönen Laden kaufen Kunden Tee, Schokolade und Schmuck. Dekorations- und Gebrauchsgegenstände aus Filz seien derzeit der Renner, berichtet Mechthild Wallscheid und deutet auf farbenfrohe Tischsets und Wandschmuck.
Unter den Besuchern des Sommerfests ist auch Pater Joseph Aduse Poko aus Ghana. Es sei einer der letzten Tage seines vierwöchigen Aufenthalts in der Eifel, erzählt er. Er macht Urlaubsvertretung in den Pfarreien Alzheim und Kehrig, und er sieht seine "Geschwister" wieder. Das sind die fünf erwachsenen Kinder des inzwischen verstorbenen Ehepaars Anna und Heinz Hüging aus Mayen-Alzheim. Diese hatten Pater Joseph das Theologiestudium finanziert. "Er gehört zu uns wie ein Bruder", sagen seine "Schwestern" Hiltrud Steffens, Eva Göbel (aus Höchstberg) und Maria Ferber. 2010 hatte der Verein Eine Welt Mayen dem Priester und Professor aus Ghana 1500 Euro für den Bau von Toiletten an einer Schule in seiner Heimat zukommen lassen.
bb
Info: Verein Eine Welt Mayen, Marktlatz 29, 56727 Mayen, Telefon 2651/78692, Internet: www.eine-welt-mayen.de.
Das Sommerfest des Eine-Welt-Ladens fand kurz nach einer Auszeichnung der Stadt Mayen statt, die mit dem Engagement des Trägervereins in Zusammenhang steht: Seit dem 10. August 2011 ist Mayen eine der 950 Fair-Trade-Städte in 20 Ländern der Welt. In Deutschland war Saarbrücken 2009 die erste Fair-Trade-Stadt; inzwischen gehört auch Trier dazu. Zu den Bedingungen zählt nachhaltiges, umweltbezogenes und soziales Wirtschaften, etwa durch die Verwendung von fair gehandelten Produkten in Ämtern, Schulen, Museen, Vereinen und Kirchengemeinden. bb