| 20:34 Uhr

Unter der Erde von Maar zu Maar

Ulmen. Den Wunsch, den sogenannten Römerstollen zwischen dem Ulmener Maar und dem Jungferweiher für Besucher öffnen zu lassen, gibt es in der Stadt Ulmen schon länger. Eine Verbindung der beiden Maare wäre nicht nur aus geologischer Sicht eine Attraktion. Nun liegen erste Ergebnisse der Vermessungsarbeiten vor.

Ulmen. Düster und feucht ist es im sogenannten Römerstollen, der das Ulmener Maar und den Jungferweiher verbindet. Gummistiefel, Helm und Taschenlampe sind unabdingbar. Das obere Ende des Stollens sei wahrscheinlich Anfang der 1980er Jahre zugeschüttet worden, teilt das Tourismusamt Ulmen mit. Spielende Kinder hätten sich dort zu häufig in Gefahr begeben.
Die Stadt Ulmen hat schon seit Jahren den Wunsch, den Stollen für Besucher öffnen zu lassen. Von einem Maar zum anderen, durch vulkanisches Gestein hindurch - damit ließen sich Touristen aus aller Welt nach Ulmen locken, ist sich das Tourismusamt sicher.
Zurzeit wird der Stollen, der im 19. Jahrhundert gegraben wurde, vom Kreiswasserwerk Cochem-Zell genutzt, um den Wasserstand des Ulmener Maars zu regulieren. Denn an dessen Ufer wird aus mehreren Tiefbrunnen Trinkwasser für einen großen Teil der Wasserversorgung des Landkreises entnommen. Hierfür wird Wasser vom Jungferweiher durch den Römerstollen zum Maar geleitet.
Alte Unterlagen helfen weiter


Um den Stollen langfristig zu öffnen, wurden schon häufig Fachleute herangezogen. Bei der letzten Inspektion durch einen Mitarbeiter des Landesamts für Geologie und Bergbau empfahl dieser als ersten Schritt eine Vermessung. Es fanden sich sogar alte Vermessungsunterlagen - 1977 hatte bereits die Straßenverwaltung Rheinland-Pfalz Höhe und Länge des Stollens vermessen lassen. Da diese Unterlagen jedoch nicht vollständig und nur in analoger Form vorhanden sind, wurden die geplanten Vermessungsarbeiten dennoch veranlasst.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Zum einen konnten die Unterlagen von 1977 bestätigt und als Grundlage für weitere Arbeiten genutzt werden. Das Vermessungsbüro verortete den Verlauf des Stollens und definierte die Länge der Rohre.
Positiv für eine eventuell ausstehende Öffnung für den Besucherverkehr sind auch die Erkenntnisse zur Verfüllung des oberen Stollenteils: Das Ausmaß der Verschüttung ist weit geringer als bisher angenommen, die Kosten für eine Räumung, so das Tourismusamt, seien daher wohl überschaubarer als von vielen befürchtet.
Die Vermessung des Stollens war der Anfang. Als nächster Schritt wird jetzt die Wasserwirtschaft eingeschaltet, um die Möglichkeiten vor Ort auszuloten, bevor teure Untersuchungen anstehen. Denn das Ulmener Maar liegt in Wasserschutzzone 1, daher greifen womöglich auch im Bereich des Stollenausgangs spezielle Vorgaben. Im besten Fall wird noch in diesem Jahr eine geotechnische Beurteilung erfolgen, in der nicht nur das Gestein auf seine Festigkeit geprüft, sondern auch die Kosten für Räumung und Sicherung definiert werden. Damit wäre die Grundlage für einen Projektplan, der als Grundlage für den Antrag von Fördermitteln ist, gelegt. red

Extra

Das Ulmener Maar ist mit etwa 10 000 Jahren das jüngste Eifelmaar und 37 Meter tief. Die vulkanischen Aktivitäten kann man in Tiefen von mehr als vier Metern an aufsteigenden Gasblasen erkennen. Das Ulmener Maar hat keinen natürlichen Zu- oder Ablauf. Die beiden Stollen, die heute den Wasserstand konstant halten, wurden im 19. Jahrhundert gegraben. Beim Jungferweiher handelt es sich um ein 120 000 Jahre altes verlandetes Maar, flächenmäßig größer als das Ulmener. Ehemals als Fischteich für die Burgherren genutzt, trocknete es im Verlauf der Jahrhunderte aus. Bis in die 1940er Jahre stachen die Ulmener in dem damals vollständig verlandeten Maar Torf, den sie zum Heizen nutzten. Dann wurde der Ulmener Bach zum heutigen, im Mittel nur einen Meter tiefen Weiher aufgestaut. Es ist heute ein überregional bedeutsames Vogelschutzgebiet. red