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Unter Tage mit Helm und Taschenlampe

Birresborn. Die Birresborner Eishöhlen sind wieder bis Ende Oktober geöffnet. Bis dahin bietet Brunhilde Rings noch ihre geführten Touren durch die Finsternis an. Sie erzählt, wie die Eishöhlen entstanden sind, und zeigt zeitgenössische Höhlenmalerei. Alexander Schumitz

Birresborn. Auf dem Boden liegt loses Geröll. Die zwei Taschenlampen am Helm leuchten den Boden aus. Die ganze Konzen tration ist darauf gerichtet, bloß nicht zu stolpern. Plötzlich macht es "Rumms". Erschrocken bleibt der Vordermann stehen. Er ist mit seinem Helm gegen einen Felsvorsprung gestoßen.
Gästeführerin Brunhilde Rings hat ihre 30-köpfige Gruppe vorher gewarnt und die Helme verteilt. Die Decken in den Birresborner Eishöhlen seien niedrig. Ohne Schutzhelm könne man sich in der Finsternis schnell dicke Beulen holen. "Nach dem Ausbruch des Fischbachvulkans vor rund 600 000 Jahren hat sich die Vulkanasche zu Tuffstein verfestigt", weiß Rings. Erst vor etwa 2000 Jahren hätten schließlich die Römer begonnen, die vier Höhlen in den Berg zu graben. Sie haben hier Mühlräder zum Mahlen von Eichenrinden abgebaut.
Besichtigen lassen sich die Eishöhlen nur von April bis Oktober. In ihnen überwintern Tausende Fledermäuse. Auch jetzt hängen noch wenige in Deckenritzen versteckt kopfüber in ihrem Winterquartier.
Immer wieder rumpeln die Tourteilnehmer mit ihrem Helm an die Decke oder müssen sich auf Knien durch die Höhleneingänge zwängen. Zu sehen gibt es unfertige Mühlräder und beeindruckende Kammern, aus denen bis ins Jahr 1830 Mühlsteine abgebaut wurden. Aber nicht nur historische Zeugnisse lassen sich im Dunkeln finden.
Mit ihrer Taschenlampe leuchtet Rings an eine Wand: Dort wurde mit schwarzen Strichen ein Jäger mit einem Speer auf die Gesteinsoberfläche gemalt. Nebendran ist ein Wildschwein zu entdecken. "Das sind leider keine echten Höhlenmalereien", sagt Rings mit einem Schmunzeln. Ärgerlich seien hingegen die Graffiti, die es auch hier zu finden gibt.
Der nächste Termin für eine geführte Tour durch die Birresborner Eishöhlen ist am Freitag, 11. Mai, 18 Uhr. Anmeldungen bei Gästeführerin Brunhilde Rings, Telefon 06553/3289, die auch gerne weitere Termine nennt.
Weitere Infos unter
www.eifel-gast.deExtra

Als Eishöhlen werden Höhlen bezeichnet, in denen die Temperaturen ganzjährig unterhalb des Gefrierpunkts liegen. Ein abwärtsgerichteter Höhlenzugang lässt es im Sommer nicht zu, dass die warme Luft die kalte Luft aus der Höhle hinausdrängt. Bis vor wenigen Jahren hat es in zwei der vier Birresborner Eishöhlen noch ganzjährig Eiszapfen gegeben. Inzwischen schmelzen sie vollständig. itz