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Unternehmer aus Köln und Bad Nauheim helfen

Daun. Der Getränkehersteller Dauner Sprudel, für den im Herbst vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet worden war, hat neue Besitzer. Mit noch verbliebenen 21 Mitarbeitern wird weiter produziert. Stephan Sartoris

Daun. Was mit der Brotfabrik, die mehr als 60 Jahre in der Kreisstadt ansässig war, nicht erreicht wurde, ist bei einem anderen Traditionsunternehmen gelungen: Beim Dauner Sprudel - vor 115 Jahren gegründet - werden weiter Getränke produziert. Investoren aus Nordrhein-Westfalen und Hessen haben die Firma gekauft. Der Vertrag ist in der vergangenen Woche unterschrieben worden.
Im Herbst 2014 war für das Unternehmen Insolvenz angemeldelt worden, damals hatte es noch 32 Mitarbeiter. Unter neuer Führung gibt es deutlich weniger Beschäftigte. Es sind noch 21.
Neue Geschäftsführer des nun unter dem Namen "Dauner & Dunaris Quellen GmbH & Co.KG" firmierenden Betriebs sind Nicole Vanessa Voj aus Köln, Inhaberin einer Immobilien- und Marketingfirma, und Maximilian Westhoff aus dem hessischen Bad Nauheim. Wie viel sie für die Übernahme bezahlt haben, will der Insolvenzverwalter, der Dauner Rechtsanwalt Hans-Albrecht Brauer, nicht verraten. "Der Kaufpreis ist das eine. Maßgeblich ist aber, dass meiner Einschätzung nach die neuen Besitzer die wirtschaftliche Potenz haben, kurz- und mittelfristig erheblich zu investieren."
Konkrete Zahlen will er nicht nennen, es ist aber kein Geheimnis, dass einige Millionen Euro nötig sein werden, um den Sprudel wieder wettbewerbsfähig zu machen. Brauer ist froh, dass es gelungen ist, das Unternehmen zu retten, "auch dank eines sehr kooperativen Betriebsrats und einer Hausbank, die Kreissparkasse Vulkaneifel, die mitgezogen hat."
Gespannt aufs neue Konzept


"Wir sind froh, dass es weitergeht und sind gespannt auf das Konzept der neuen Eigentümer, wie der Dauner Sprudel wieder in die Erfolgsspur kommt", sagt Klaus Schu, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für die Region Trier. Er hätte sich zwar gewünscht, dass sich neue Besitzer aus der Branche gefunden hätten, aber ein entsprechendes tragfähiges Angebot habe nicht vorgelegen. "Wir haben dem Zuschlag für die Voj-Westerhoff-Offerte zugestimmt, weil sie sauber finanziert ist und Substanz hat", berichtet Schu.
Der Dauner Sprudel ist der kleinste der drei Mineralwasserhersteller im Vulkaneifelkreis: Der Gerolsteiner Brunnen hat rund 750 Mitarbeiter, die Nürburg-Quelle in Dreis-Brück 110. In den vergangenen Jahren waren mehrere Versuche, das Unternehmen neu zu strukturieren, gescheitert. Laut der Gewerkschaft NGG ist der Absatz von einst mehr als 20 Millionen Abfüllungen pro Jahr auf 14 Millionen zurückgegangen.Extra

Die Geschichte der Getränkeproduktion in Daun beginnt vor mehr als 100 Jahren. Der Dauner Franz Groß erhielt die Genehmigung, die zahlreichen Quellen im Liesertal wirtschaftlich und industriell zu nutzen. Im Oktober 1900 begann die Firma "Heilquelle Vulkan". 1925 übernahmen die Dauner Familien Hommes, Groß und Schneider die Fabrik, der sie den Namen "Dauner Sprudel" gaben. Von 1979/80 bis 1999 gab es eine Zusammenarbeit mit der Königsbacher-Brauerei Koblenz. sts