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Unterwegs im Moor

Hoffnungsvoll: Sepp Wagner vom Nabu, der Mosbrucher Ortsbürgermeister Walter Morsch und Gemeinderatsmitglied Rudi Seidensticker (von links) freuen sich über den neuen Moor-Rundwanderweg. TV-Foto: Helmut Gassen
Hoffnungsvoll: Sepp Wagner vom Nabu, der Mosbrucher Ortsbürgermeister Walter Morsch und Gemeinderatsmitglied Rudi Seidensticker (von links) freuen sich über den neuen Moor-Rundwanderweg. TV-Foto: Helmut Gassen FOTO: Helmut Gassen (HG) ("TV-Upload Gassen"
Mosbruch. Ein neuer Rundwanderweg erschließt den Mosbrucher Weiher für Wanderer. Offizielle Eröffnung ist am Sonntag. Helmut Gassen

Mosbruch Der Mosbrucher Weiher ist wie das Dürre Maar, das Strohner Maar und der Mürmes ein einzigartiges Schutzgebiet für seltene Pflanzen und Tiere.
Obwohl der Weiher das einzige ehemalige Maar in der Verbandsgemeinde Kelberg ist, als touristischen Anlaufpunkt wurde er bislang wenig genutzt.
Umso erfreuter dürfte man dort sein, dass dieses Biotop nun mit verschiedenen Maßnahmen von Organisationen wie der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz aufgewertet wurde. Was wurde gemacht?
"Es wurden vorrangig mehrere Entbuschungsmaßnahmen mit vielen freiwilligen Helfern durchgeführt und mehrere Kanäle verschlossen um den Wasserabfluss zu verhindern", erklärt Sepp Wagner, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Daun.
Durch die Abholzung standortfremder Gehölze und den Verschluss von früheren Entwässerungsgräben wird der Mosbrucher Weiher nun wieder vernässt, dadurch können sich moortypische Tier- und Pflanzengesellschaften erholen und langsam ausbreiten. Die Folge: eine Chance für die Artenvielfalt. So wachsen an den Randbereichen das Fieberklee und die Wundersegge, im Zentrum sieht man das Sonnentau, das Scheidige Wollgras oder die Mossbeere. Auch für Vögel wie den Turmfalken oder den Rotmilan, für verschiedene Falter wie den Tag- und Perlgrasfalter, für Heuschrecken und Libellen ist der Weiher und die umliegenden Wiesen ein wichtiger Lebensraum.
Doch um zu verhindern, dass nicht wieder alles zuwächst, muss etwas getan werden. "Es muss ständig nachgearbeitet werden. Wir müssen uns dafür etwas überlegen, damit der Bewuchs ohne menschliche Eingriffe gesichert wird", sagt Sepp Wagner.
Als positives Beispiel, wie dies mit Tieren wie Ziegen, oder Glanrindern funktionieren kann, führt er den Mürmes oder den Sangweiher an. Für einen ehrenamtlichen Einsatz von Bürgern sieht der Mosbrucher Ortsbürgermeister Walter Morsch allerdings auch wenig Hoffnung. "Das ist schwierig hier im Dorf", sagt er, obwohl er durch die erfolgte Maßnahmen "schon eine Aufwertung" für den Ort sieht. Der gesamte Mosbrucher Weiher wurde übrigens im Zuge der Flurbereinigung vom Kreis und dem Nabu von den privaten Eigentümern erworben. Für Wanderer wurde auch der neue drei Kilometer lange Rundwanderweg mit Aussichtsplätzen erschlossen. Vier Stationen informieren über das Moor, seine Entstehung und die hier lebenden Arten von Pflanzen und Tierarten.
Info: Am Sonntag, 2. Juli, um 10 Uhr wird der Wanderweg am Gemeindehaus in Mosbruch mit Ansprachen und einer geführten Wanderung mit Gerd Ostermann offiziell eröffnet. Von 11 bis gegen 17 Uhr wird Ponyreiten für Kinder angeboten.Extra: STIFTUNG NATUR- UND UMWELT


Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz hat in den Jahren von 2011 bis 2016 zusammen mit Landesforsten, dem Landesamt für Geologie, Nabu, Umweltministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland Pfalz und der EU-Kommission mehrere deren LIFE - Projekt Moore (Lebensräume im Hunsrück und Eifel) in Eifel und Hunsrück durchgeführt. Eines davon ist der Mosbrucher Weiher, der als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) ausgewiesen ist und damit ein wichtiger Bestandteil im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 ist.