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Verkehr
Besseres Angebot, mehr Komfort

Das wäre der Idealfall nach Umsetzung des neuen ÖPNV-Konzepts: Fahrgäste drängen sich, um einen Platz im Bus zu ergattern.
Das wäre der Idealfall nach Umsetzung des neuen ÖPNV-Konzepts: Fahrgäste drängen sich, um einen Platz im Bus zu ergattern. FOTO: dpa / Jan Woitas
Daun. Viele leere Busse, steigende Kosten: Vor diesem Hintergrund wird der Öffentlicher Personennahverkehr in der Region komplett neu geregelt. Los geht es Ende des Jahres in der Vulkaneifel. Von Stephan Sartoris
Stephan Sartoris

Er ist schon lange ein Sorgenkind, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auf dem Land: Außerhalb der Schulfahrten sind die meisten Busse sehr spärlich besetzt, das überschaubare Angebot ist nur noch mit hohen Zuschüssen zu betreiben. Und mit dem  Rückgang der Einwohnerzahlen wird sich die Lage kaum verbessern.

Oder doch, dank einer Ausweitung des Busangebots? Das haben nun der Kreis Vulkaneifel und Zweckverband Schienenpersonenverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) beschlossen und den Weg frei gemacht: Die Umsetzung des ÖPNV-Konzepts für den nördlichen Landesteil kann im östlichen Bereich der Vulkaneifel offiziell gestartet werden.

Worum geht es konkret? Ab Mitte Dezember soll zunächst im Gebiet zwischen Daun, Kelberg und Uersfeld ein verbesserter ÖPNV angeboten werden. Dazu wurden die Busverbindungen neu geplant, im sogenannten Linienbündel „Östliche Vulkaneifel“ zusammengefasst und ausgeschrieben.

Bis Mitte Februar hatten Verkehrsunternehmen Zeit, Angebote einzureichen. Aus dem Kreis Vulkaneifel hat allerdings kein Unternehmen ein Angebot eingereicht.

Die Angebote wurden vom Verkehrsverbund Region Trier (VRT), dem Kreis und dem SPNV Nord geprüft und bewertet. Die Zusammenfassung von Linien zu Bündeln soll „Rosinenpickerei“ verhindern, dass also nur die wirtschaftlichsten Linien herausgesucht werden.

Der Kreisausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung den Zuschlag erteilt: In Zukunft wird die DB Regio Bus Rhein-Mosel GmbH für den Busverkehr im östlichen Teil des Kreises verantwortlich sein. Laut VRT geht damit kein Neuling an den Start, sondern die Bietergemeinschaft – bestehend aus drei Unternehmen – sei mit der „verkehrlichen Situation“ bereits vertraut ist. Die Vergabesumme liegt nach Mitteilung der Kreisverwaltung bei rund drei Millionen Euro.

Einigkeit besteht darin, dass im Bereich Kelberg/Uersfeld besonderer Handlungsbedarf in Sachen ÖPNV besteht.

Bis auf den Schülerverkehr und einige wenige Busverbindungen sind viele Orte aktuell wenig bis gar nicht an den ÖPNV angebunden. Neben einem überregionalen Hauptliniennetz, das die größeren Umsteigepunkte wie Daun, Kelberg, Boxberg und Ulmen mit einem stündlichen Takt verbindet, wird es ein alternatives flexibles Angebot geben, den sogenannten Rufbus.

Dieser fährt wie ein herkömmlicher Bus nach einem festen Fahrplan mehrmals täglich. Der Kunde kann sich einfach eine Stunde vor Fahrtantritt anmelden, sein Ziel nennen und wird anschließend an der Haltestelle abgeholt. Dadurch ist es möglich, einen Großteil der Dörfer regelmäßig anzufahren. VRT-Geschäftsführerin Barbara Schwarz ist zuversichtlich: „Wir können den Bürgern künftig einen attraktiven ÖPNV zur Verfügung stellen, der über das heutige Angebot weit hinausgeht.“

Landrat Heinz-Peter Thiel hängt es etwas niedriger: „Es muss das Ziel sein, den Eifeler dazu zu bewegen, zumindest den Zweitwagen öfter mal stehen zu lassen und den Bus zu nehmen. Um das zu erreichen, muss vor allem für das neue Angebot verstärkt geworben werden.“

Mit dem Linienbündel werden auch die bedient, die zwar außerhalb des Kreises Vulkaneifel leben, aber einen Rechtsanspruch darauf haben, zu den kreiseigenen weiterführenden Schulen befördert zu werden.

Das gilt besonders für die Bereiche Ulmen, Laubach, Kaisersesch im Kreis Cochem-Zell, aber auch die Orte Boos und Münk im Kreis Mayen-Koblenz sowie Müllenbach im Kreis Ahrweiler.

Nach dem Auftakt in der östlichen Vulkaneifel Ende des Jahres soll das neue ÖPNV-Konzept anschließend im gesamten VRT-Gebiet umgesetzt werden.

Vorgesehen ist, dass bis 2025 14 weitere Linienbündel nach und nach an den Start gehen und ein aufeinander abgestimmtes Busangebot gewährleisten.

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