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Von Kelberg in die ganze Welt: Becton Dickinson Rowa Germany ist Marktführer für automatische Warenlager

FOTO: Helmut Gassen (HG) ("TV-Upload Gassen"
Kelberg. 200 000 Euro hat das Unternehmen Becton Dickinson Rowa Germany für das neue Rowa-Café ausgegeben. Die Begegnungsstätte sei eine Investition für die Mitarbeiter und auch ein Bekenntnis zum Standort Kelberg, sagt Geschäftsführer Dirk Wingenter. Zudem wird das Unternehmen die beiden Kelberger Standorte zusammenlegen. Acht Millionen Euro sollen in eine Erweiterung fließen. Helmut Gassen

Kelberg. Becton Dickinson Rowa Germany heißt das 1996 von Rudolf Wagner und Markus Willems als Rowa Automatisierungssysteme GmbH gegründete Unternehmen heute. Es hat weltweit 700 Mitarbeiter und ist in Deutschland Marktführer für automatische Warenlager in Apotheken und Krankenhäusern.Neue Hallen in Planung

Dirk Wingenter bildet mit Jean-Michel Deckers und Christian Klas das Führungstrio des Kelberger Betriebs. Das Unternehmen, das zu den 100 umsatzstärksten in Rheinland-Pfalz gehört, platzt mit seinen 460 Mitarbeitern am Standort Kelberg aus allen Nähten. Von der Gemeinde will die Firma jetzt eine 32 000 Quadratmeter große Fläche zwischen dem jetzigen Standort und der Hochkelberghalle kaufen.Rowa Süd zieht um

Dort sollen dann auf knapp fünftausend Quadratmeter Fläche im nächsten Jahr neue Hallen entstehen, um etwa Maschinen in der Entwicklung aufzubauen sowie Labor - und Büroräume. "Hier haben wir dann genug Platz um noch einmal zu erweitern", sagt Dirk Wingenter bei der Eröffnung des Rowa-Cafés. Rund acht Millionen Euro sollen für die Erweiterung investiert werden. Auch die 100 Mitarbeiter des zweiten Kelberger Standortes "Rowa Süd" werden hierhin umziehen. Zentralisiert und näher am Hauptstandort will das Unternehmen die Mitarbeiter bündeln. "Zwei Standorte in einem Ort sind nun mal nicht ideal. Was wir dann mit dem Gebäude am anderen Ortsende machen, haben wir uns noch nicht überlegt. Vielleicht verkaufen wir es auch", sagt Wingenter.

7000 Automaten für Apotheken und Krankenhäuser wurden seit 1996 von Rowa weltweit verkauft, davon rund 3000 in Deutschland. Damit ist das Kelberger Unternehmen in Deutschland Marktführer. Das hatte auch schon das amerikanische Unternehmen CareFusion erkannt und 2011 Rowa gekauft. 2014 wurde CareFusion dann komplett von Becton, Dickinson (BD) Company aus Franklin Lakes/USA übernommen und damit auch das Eifeler Unternehmen.

BD ist ein börsennotierter Global Player mit über zwölf Milliarden Dollar Umsatz und 45 000 Mitarbeitern weltweit. "Durch die Übernahme von BD haben wir in den USA richtig Fuß gefasst", sagt Udo Weller, Leiter Marketing und Kommunikation. Noch ist die CareFusion Firmierung nicht überall im Werk und den Werksfahrzeugen verschwunden, aber der Einfluss des amerikanischen Mutterkonzerns ist zu sehen, wenn auch nicht signifikant. "Wir haben hier in Kelberg trotzdem noch viel Freiheit.

Vor allen Dingen wegen unseres Erfolges, wir sind im Konzern der Innovationstreiber. In der Konzernspitze kennt jeder die Rowa, das ist auch eine Anerkennung unserer Arbeit", sagt Wingenter. In diesem Jahr konnte ein Umsatz von 125 Millionen Euro erwirtschaftet werden, 2015 waren es noch 93 Millionen Euro. "Wir sind heute doppelt so groß wie vor fünf Jahren, sind ein globales Unternehmen und auf allen wichtigen Märkten in Europa, den USA und in Asien vertreten. Besonders im Ausland sind wir stark gewachsen", sagt Wingenter. Nach 20 Jahren sei das Image des Maschinenbauers nicht mehr treffend für die Rowa, man sehe sich heute eher als innovatives Unternehmen.Asiatischer Markt wächst

Neu ist etwa das Rowa-Dose-System, das Arzneimittel verblistert und für Apotheken und Krankenhäuser ein neuer Schritt in der Patientenversorgung ist. "Wir treten heute viel selbstbewusster auf als vor zehn Jahren, wir sind nicht mehr die Underdogs von damals", so Wingenter. Mit dem großen Mutterschiff BD im Rücken will das Kelberger Unternehmen "den Wachstumstrend der letzten Jahre fortsetzen" und neue Märkte erobern. Die USA sind heute, nicht nur wegen des neuen Besitzers, für BD Rowa der wichtigste Markt. "Am stärksten wächst aber der asiatische Markt, besonders mit China und Indien. "Hier sind wir in den letzten zwei Jahren um 23 Prozent gewachsen. Das ist herausragend", erklärt Wingenter.