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Wirtschschaft
Vulkanbike sorgt für volle Betten

Michael Fiebig (links) und Christian Rode stießen nach dem Vulkanbike-Mountainbike-Rennen auf einer Restaurant-Terrasse am Streckenrand noch gemeinsam auf ihre sportliche Leistung an.
Michael Fiebig (links) und Christian Rode stießen nach dem Vulkanbike-Mountainbike-Rennen auf einer Restaurant-Terrasse am Streckenrand noch gemeinsam auf ihre sportliche Leistung an. FOTO: TV / Holger Teusch
Daun. Die Sport-Großveranstaltung ist auch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt Daun und Umgebung, viele Häuser sind lange im Voraus ausgebucht. Die Gutschein-Aktion der Dauner Einzelhändler kam unterschiedlich gut an. Von Holger Teusch

Luc Stevens sitzt mit drei seiner belgischen Sportfreunde auf der Terrasse eines Restaurants am Dauner Marktplatz und lässt sich nach 85 Kilometern auf dem Mountainbike sein Bier schmecken. „Wir kommen schon seit zehn Jahren zum Vulkanbike“, erzählt der 53-Jährige. Die Organisation sei gut, die Menschen nett und sportbegeistert und die Landschaft toll. Anreise sei jeweils freitags, Abreise sonntags. Am Samstag nach dem Rennen wird traditionell noch  essen gegangen – und die sportliche Leistung gefeiert. Bei zwei Übernachtungen, lecker essengehen und dem ein oder anderen Getränk kommen da pro Nase schon mal rasch 250 Euro zusammen. Pro Teilnehmer, wohlgemerkt.

Belgier stellen mit rund 200 Teilnehmern vor den Niederländern (175) die größte Ausländergruppe unter den 20 beim Vulkanbike vertretenen Nationalitäten. So gut es den Mountainbikern aus den Benelux-Ländern in der Eifel gefällt, so froh ist Frank Wendemuth, dass es den Vulkanbike mit seinen diesmal 1730 angemeldeten Sportlern gibt: „Das Hotel ist am Vulkanbike-Wochenende stets ausgebucht“, sagt der Geschäftsführer des zentral gelegenen Hotels Stadt Daun. „Ohne Vulkanbike wäre an diesem Wochenende eher wenig los. Die Veranstaltung ist ganz wichtig für uns und für ganz Daun.“

So wie das Hotel seien viele Beherbergungsbetriebe in und rund um Daun am zweiten September-Wochenende ausgebucht, erzählt Thomas Räthlein. Der Marketingleiter des Tourismusnetzwerks Gesundland Vulkaneifel kann zwar letztlich nicht genau beziffern, wieviel Geld durch den Vulkanbike in die Region kommt. Klar ist nur, dass es nicht wenig ist. Darüber hinaus erziele die Veranstaltung einen hohen Werbeeffekt für die Region, zusammen mit dem Trailpark Vulkaneifel mit seinen 750 Kilometern ausgeschilderten Mountainbike-Strecken: „Der Ansatz ist, dass der Vulkanbike zusammen mit dem Trailpark Lust auf die Vulkaneifel macht.“ Die Rennen und das Streckennetz sollen Radsportler (und deren Familien) in die Eifel locken – auch fernab der Marathon-Veranstaltung.

Und es scheint zu funktionieren, es gibt bereits viele Wiederholungstäter. Etwa Christian Rode und Michael Fiebig aus Vallendar. „Christian hat mich überzeugt, mit zum Vulkanbike zu kommen – und es könnte nicht besser sein: Traumwetter und super Strecke“, sagt der 43-jährige Fiebig begeistert.

Die Gutscheine, die 23 Dauner Einzelhändler im Rahmen der Aktion Heimatshoppen ertsmals in diesem Jahr an alle Starter des Vulkanbikes ausgeben haben, hatte das Duo registriert, aber nicht genutzt. „Wenn man hier im Hotel übernachtet, kann man es vielleicht eher nutzen“, meint Rode. Wer wie sie am Renntag anreise, eher nicht.

Einheimische wiederum kritisieren die zeitlich begrenzte Gültigkeit der Coupons aufs Vulkanbike-Wochenende. Trotzdem: „Familienmitglieder mit Kindern haben sich bei uns umgeschaut und wir haben noch eine eigene Aktion gemacht, dass wir in der Glas- und Porzellan-Abteilung zehn Prozent Rabatt gegeben haben. Das wurde sehr gut angenommen“, sagt Hans-Joachim Dietrich vom Kaufhaus Minninger.

Wolfgang von Wendt sieht die Gutschein-Aktion vor allem auch als Willkommens-Signal an die Sportler. „Es geht nicht primär um Umsätze, sondern darum, zum Imagegewinn der Stadt beizutragen“, erklärt der Geschäftsführer des Gewerbe- und Verkehrsvereins. Im Verein soll bei der nächsten Versammlung Bilanz zur Gutschein-Aktion gezogen und eventuell auch überlegt werden, die Geschäfte nicht nur am Freitagabend, sonden eventuell auch am Samstagnachmittag (nach den Rennen) länger zu öffnen. Damit die Sportler oder ihre Partner dann auch noch günstig in Daun shoppen können.