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Wahl
Bürgermeisterwahl in der VG Daun: Schulschließung wirkt noch immer nach

Bei der Wahlparty im Dauner Rathaus, zu der der wiedergewählte Bürgermeister Werner Klöckner eingeladen hatte, hatten sich viele Bürger zum Feiern eingefunden.
Bei der Wahlparty im Dauner Rathaus, zu der der wiedergewählte Bürgermeister Werner Klöckner eingeladen hatte, hatten sich viele Bürger zum Feiern eingefunden. FOTO: Mario Hübner
Daun. 84,5 Prozent Zustimmung für Amtsinhaber Werner Klöckner bei der Bürgermeisterwahl in Daun sind ein respektables Ergebnis. Aber es gibt Ausreißer. Von Mario Hübner
Mario Hübner

Was ist beziehungsweise war in Ober- und Niederstadtfeld und auch in Deudesfeld los, wo der wiedergewählte Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun die schlechtesten Ergebnisse einfuhr: So erhielt Werner Klöckner dort 42,2 sowie 37,3 und 37,5 Prozent Gegenstimmen.

Oberstadtfelds Ortsbürgermeister Hubert Molitor hat dafür eine simple Erklärung. Er sagt: „Der Grund für das vergleichsweise schlechte Abschneiden ist die Schließung der Grund- und Hauptschule in Niederstadtfeld. Das haben die Leute ihm nicht vergessen. Aber das weiß er auch selber.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch sein Amtskollege Günter Horten aus Niederstadtfeld. Auf die Frage, ob er sich einen Reim auf das schlechte Abschneiden des Bürgermeisters machen könne, antwortet er spontan: „Das ist ganz einfach: Viele Niederstadtfelder machen Werner Klöckner für die Schließung der Grund- und Hauptschule im Dorf verantwortlich.“ Das war zwar bereits im Sommer 2011, „aber das wirkt noch nach, oh ja“, sagt Horten.

Hingegen weiß Deudesfelds Ortschef Otmar Eckstein nicht, wie das negative Abschneiden zustande kam. Er sagt: „Ich habe keine Ahnung, wieso das so ist. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren mit Unterstützung der Verbandsgemeinde und eben auch des Bürgermeisters ein neues Bürgerhaus und eine neue Feuerwache gebaut. Und ich persönlich komme mit Werner Klöckner auch gut klar.“ Eventuell habe das Ergebnis mit der geringen Wahlbeteiligung zu tun, „bei der es dann mal schnell zu einer Seite ausschlagen kann“, mutmaßt Eckstein.

Ganz anders die Lage in Betteldorf, Demerath und Gefell, wo Klöckner die besten Ergebnisse einstrich und jeweils weit über 90 Prozent Zustimmung der abgegebenen Stimmen erhielt. Insgesamt bekam er in 14 der 38 Gemeinden mehr als 90 Prozent, für das Optimum von 100 Prozent reichte es aber nirgends. Betteldorfs Ortsbürgermeister Werner Michels hat folgende Erklärung: „Werner Klöckner war stark involviert in unsere Projekte der Dorfinnenentwicklung, die uns weitergebracht haben. Da war er sehr präsent und dann eben auch sehr bekannt. All das haben die Leute honoriert.“

Ähnlich argumentiert Alfred Gundert, Ortsbürgermeister von Gefell, wo der wiedergewählte Amtsinhaber 97,4 Prozent Zustimmung erhielt und sogleich die höchste Wahlbeteiligung in der gesamten VG erreicht wurde: 46,3 Prozent bei einem Durchschnitt von gerade einmal 24,7 Prozent. Er sagt: „Werner Klöckner ist in beinahe allen Dörfern populär. Bei uns hat er im vergangenen Jahr eine Versammlung gemacht, wie wir gegen die Auswirkungen des demografischen Wandels ankämpfen können. Das kam sehr gut an. Außerdem hören bei uns noch viele Leute auf den Ortsbürgermeister. Und ich arbeite gut und gerne mit ihm zusammen und habe ihn auch dementsprechend unterstützt.“ Zur Wahlbeteiligung meint er: „Wenigstens einmal Spitzenreiter. Das ist doch schön!“

Und wie sah es in Klöckners Wohnorten Üdersdorf (früher) und Gillenfeld (heute) aus? In Gillenfeld lag er beinahe exakt im VG-Trend: mit 85,4 Prozent Zustimmung und einer Wahlbeteiligung von 26,7 Prozent. Ähnlich die Situation in Üdersdorf, wo er insgesamt 85 Prozent erzielte. Das unterdurchschnittliche Abschneiden im Hauptdorf (81 Prozent) wurde jedoch durch Topergebnisse in den kleinen Ortsteilen Trittscheid (96,6 Prozent) und Tettscheid (91,9 Prozent) aufgefangen.

Am nächsten am Gesamtergebnis (84,5 Prozent) lagen die Bleckhausener (84,4 Prozent) und die Boverather (84,3 Prozent). Die meisten ungültigen Stimmen gab es in den Dauner Wahllokalen im katholischen Jugendheim und im Regina-Protmann-Haus (jeweils 6) sowie in Strotzbüsch (4). Insgesamt wurden 43 der 4649 abgegeben Stimmen nicht gewertet. Wahlberechtigt waren 18 814 Bürger.