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Warten, Wahn und Weltfrieden

Mit ihrem Programm "Zink of me" hat die Kabarettistin Anka Zink in Daun Eindruck hinterlassen. Foto: Gabi Vogelsberg
Mit ihrem Programm "Zink of me" hat die Kabarettistin Anka Zink in Daun Eindruck hinterlassen. Foto: Gabi Vogelsberg
DAUN. (vog) "Zink of me" oder "Warum es richtig ist, das Falsche zu tun": So heißt das neue Programm der Kabarettistin Anka Zink. 100 Zuschauer amüsierten sich im Dauner Forum über kesse Sprüche und skurrile Verknüpfungen von aktueller Politik mit Lebensweisheiten.

"Sie haben eine Lache als hätte ich die Hose auf", ruft die Kabarettistin einer Zuschauerin zu, die ihr Gelächter nicht mehr kontrollieren kann. Zink kommt in Fahrt, einen Höhepunkt liefert sie bei einem Rap über "Hartz IV". Zink deklariert das Warten als wahren Sinn des Lebens: Warten auf die Geburt, auf die Beförderung, auf die Fußballergebnisse, auf guten Sex oder darauf, bis der Hefeteig aufgegangen ist. Frauen rät sie, zum Aggressionsabbau nicht zur Sahnetorte zu greifen, sondern zum Besuch beim Elektronikgroßhändler. "Wenn ich mich so richtig aufrege, lasse ich mir einfach ein High-Tech-Gerät erklären. Vor allem in der Handy-Abteilung greift das weibliche Beuteschema", sagt sie. Mit ein- bis zweideutigen Gesten überzeugt die Fernsehen erprobte Kabarettistin. Weitere Hauptrollen in "Zink of me" sind die fiktiven Figuren Murat und Heike. Murat, ein kenianischer Reiseführer, erhält den ersten Kuss als Beitrag zum Weltfrieden. Als sie ihn 20 Jahre später in Deutschland wieder trifft, erhält er die Auszeichnung zum "Ich-AGler des Jahres", weil er die Idee hatte, Currywurst aus Elefantenfleisch anzubieten. Heike wechselt vom Öko-Freak während der Studentenzeit zur Wohltätigkeitsfanatikerin. Dem Publikum gefällt das Hin und Her zwischen politischem Tagesgeschehen, Schönheits- und Innovationswahn sowie dem prallen Leben. "Sie bringt aktuelle Themen geballt und komisch auf den Punkt", resümiert Martina Morsch aus Ellenz-Poltersdorf. Ihre Mutter, Hildegard Helten aus Schutz, sagt: "Ich verfolge Anka Zink immer im Fernsehen, und jetzt konnte ich sie mal live erleben." Vom Fernsehen kennt auch Günter Lenzen aus Boverath die Kabarettistin, die er wegen "ihrer frechen Schnauze" schätzt. Drei Freunde hat er in die Vorstellung "mitgeschleppt". Christof Schüller aus Mehren sagt: "Ich bin überrascht. Mir hat es gut gefallen" Ehefrau Marion meint: "Es war Klasse. Sie hat viel Power."