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Wechsel an der Spitze der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel

Verabschiedung in Daun: Der langjährige Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel, Alfred ysBauer (rechts), übergibt im Beisein von Landrat Heinz Peter Thiel den Staffelstab an Judith Klassmann-Laux, die den Job ab 1. Mai übernimmt. TV-Foto: Mario Hübner
Verabschiedung in Daun: Der langjährige Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel, Alfred ysBauer (rechts), übergibt im Beisein von Landrat Heinz Peter Thiel den Staffelstab an Judith Klassmann-Laux, die den Job ab 1. Mai übernimmt. TV-Foto: Mario Hübner FOTO: (e_daun )
Daun. Alfred Bauer geht bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises in Ruhestand. Judith Klassmann-Laux ist seine Nachfolgerin. Stephan Sartoris

"Was, du bist noch nicht im Ruhestand?": Das ist Alfred Bauer in der jüngeren Vergangenheit häufig gefragt worden. Aber ein vorzeitiger Ruhestand war für ihn kein Thema. "Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht, warum also früher aufhören", sagt er. Nun aber ist er ab Montag tatsächlich Pensionär:

Denn am 30. April endet das Berufsleben des 65- Jährigen nach 51 Jahren und einem Monat. 31 Jahre davon stand er an der Spitze der Wirtschaftsförderungesellschaft (WFG) des Kreises Vulkaneifel, deren Geschichte er damit maßgeblich mitgestaltet hat, denn die Gesellschaft besteht nur unwesentlich länger - seit 35 Jahren.

Bei Landrat Karl-Adolf Orth hat er 1986 angefangen, Landrat Heinz-Peter Thiel hat ihn nun verabschiedet. Dessen Laudatio dauert etwas länger, allein schon wegen der vielen Funktionen, die der scheidende WFG-Chef inne hatte, wie Geschäftsführer der Leader-Region Vulkaneifel und Kümmerer für den Landkreis Vulkaneifel in der Zukunftsinitiative Eifel.

Begonnen hat alles 1966, als der Jugendliche aus Dockweiler eine Lehre bei der Firma Slabik in Daun antrat. "Da habe ich wirklich viel gelernt, gelegentlich auch mit Nachdruck", erinnert er sich. Gefragt nach den aus seiner Sicht markantesten Ereignissen in seiner Laufbahn als WFG-Geschäftsführer muss er länger überlegen - kein Wunder, blickt er doch auf mehr als drei Jahrzehnte zurück.

Als Erfolge wertet er die unter Beteiligung der WFG in den 1990er Jahre entstandenen Gründerzentren in Nerdlen und Wiesbaum, die seit 2006 gestartete Initiative "Gründen auf dem Land", die gezielt bei Neugründungen, Betriebsübernahmen und Existenzsicherung hilft.

Bauer erinnert sich aber auch noch gern zurück an die 1988 ins Leben gerufene Übungsfirma Vulkaneifel Getränke GmbH. Ihr Ziel: Arbeitslosen und Berufsrückkehrern den Einstieg in einen kaufmännischen Beruf zu ermöglichen.
"Was in mehr als 90 Prozent der Fälle gelungen ist", hebt Landrat Thiel hervor. Alfred Bauer nennt auch die Zusammenarbeit mit den Kreisen Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell als gelungen. Weniger erfolgreich war hingegen die sogenannte Vorausfabrik in Darscheid, die mit öffentlichen (auch WFG-) Mitteln eigens für eine Spezialfirma für die Wartung und Reparatur von Fräs- und Bohrköpfen errichtet worden war. 2004 ging sie an den Start, 2009 in die Insolvenz. "Aber trotzdem sehe ich das nicht als totalen Flop an", sagt Bauer.

Ab Montag ist er also im Ruhestand, den er nicht unvorbereitet angeht. Als WFG-Geschäftsführer ist er viele Jahre häufig vorangegangen, das tut er künftig auch - allerdings als ausgebildeter Wanderführer.

Seine Liebe zur Musik hat er wieder entdeckt, einmal pro Woche geht es zum Klarinettenunterricht, und natürlich sollen die "verstreuten" Kindern und Enkelkindern mehr Aufmerksamkeit bekommen. Bauer: "Ich bin schon ,abgemahnt' worden, mich mehr um sie zu kümmen."

Bei seiner offiziellen Verabschiedung würdigte Landrat Thiel ihn als " Mann der Tat, der sich um den Landkreis und die Eifel im wahrsten Sinne des Wortes verdient gemacht hat."

Nachfolgerin von Alfred Bauer ist Judith Klassmann-Laux. Die 35-Jährige gebürtige Westerwälderin ist seit 2010 bei der WFG und seit September 2012 als Prokuristin Ansprechpartnerin für Unternehmer bei allen Fragen rund um die Themen Finanzierung und Förderung sowie bei Unternehmenskooperationen.

Was hat sie vor? "Wir wollen noch stärker als erste Anlaufstelle für Firmen und Gründer wahrgenommen werden. Und wir wollen die hohe Quote der Gründungen halten und die Menschen, die sich für eine Zukunft in unserem Kreis entscheiden, unterstützen."