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Weichenstellung für die Zukunft

Noch sind nicht alle Strippen gezogen, aber ab Montag sollen die 15 Bahnkilometer zwischen Jünkerath und Gerolstein voll digitalisiert sein. Foto: Gabi Vogelsberg
Noch sind nicht alle Strippen gezogen, aber ab Montag sollen die 15 Bahnkilometer zwischen Jünkerath und Gerolstein voll digitalisiert sein. Foto: Gabi Vogelsberg
OBERBETTINGEN. Ab Montag werden die 15 Bahnkilometer zwischen Jünkerath und Gerolstein digital gesteuert: sieben Bahnübergänge, 43 neue Signale und acht Weichen wurden angepasst. Schalthäuser ersetzen die mechanischen Stellwerke. Von Donnerstag bis Montagmorgen gibt es einige Einschränkungen wegen der Inbetriebnahme. ARRAY(0xd8a98c8)

Die Autofahrer beobachten schon lange die Bauarbeiten am Oberbettinger Bahnhof. Der Bau eines neuen behinderten- gerechten Bahnsteigs samt Rodung des Heckenstreifens entlang der K 47 sowie das Anlegen von neuen Zuwegen und Parkplätzen war nicht zu übersehen. Das alles ist jedoch nur ein Puzzle-Stein in der 14,5 Millionen Euro teuren Investition der Bahn. Am kommenden Wochenende wird das elektronische Stellwerk Lissendorf in Betrieb genommen. Damit wird ab Montag die 15 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Jünkerath und Gerolstein ausschließlich digital gesteuert - und zwar "von dem Fahrdienstleiter in Gerolstein", erklärt Bahnsprecher Torsten Sälinger.Ein beliebtes Fotomotiv bleibt erhalten

Ab Montag wird zwischen Gerolstein und Schmidtheim kein anderer Fahrdienstleiter mehr Dienst tun. Die mechanischen Stellwerke in Jünkerath, Lissendorf und Oberbettingen, erbaut zwischen 1946 bis 1964, werden stillgelegt. Dafür wurden in Lissendorf ein so genanntes Modulhaus sowie in Jünkerath und Oberbettingen so genannte Schalthäuser, worin ausschließlich Computeranlagen stehen, neu gebaut (der TV berichtete). In Lissendorf wurde das Modulhaus so platziert, dass der Blick von der Brücke auf das historische Stellwerk als beliebtes Fotomotiv für Bahn-Fans frei blieb. Die Modernisierung hat zwei positive Aspekte: Sie bringt höhere Sicherheit und kostet keinen Arbeitsplatz. Sälinger versichert: "Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Unsere Angestellten aus den Stellwerken werden auf anderen Dienststellen eingesetzt." Die Stellenwärterin in Oberbettingen sagte auf TV-Anfrage: "Das ist für mich absolut okay." 43 neue Signale wurden aufgestellt und acht Weichen-Anlagen umgerüstet. Außerdem mussten sieben Bahnübergänge angepasst werden. Künftig sind die Halbschranken in der Grundstellung offen. Erst wenn sich ein Zug nähert, wird der Überweg automatisch geschlossen. Zusätzlich zeigen optische und akustische Warnzeichen den sich nähernden Zug an. Wenn die Schranken geschlossen sind, zeigt die vorgeschaltete Ampel "rot". Vor der endgültigen Umstellung am Wochenende gelten rund um Oberbettingen an den Bahnübergängen noch einige Vorsichtmaßnahmen. Der große Bahnübergang an der L 10 - Kyllbrücke Richtung Hillesheim - bleibt am Samstag und Sonntag außer Betrieb, da keine Züge fahren. (siehe Änderung der Fahrpläne durch Ersatzbusse). "Wenn ein Kontrollzug unterwegs ist, passt ein Sicherheitsposten auf, dass den Autofahrer nichts passiert", erklärt Sälinger. Der Bahnübergang gegenüber dem Industriegebiet an einem Feldweg bleibt von Donnerstag, 7 Uhr, bis Montag gesperrt. Der Übergang in Richtung der Firmen Rauschert und Holz Dümmer wird am Freitag von sieben bis 22 Uhr von einem Sicherungsposten bewacht. Immerhin fahren auf der Strecke wochentags 70 Züge und am Wochenende 48. Durch den Bau des neuen Bahnsteigs heißt es in Oberbettingen für die Bahngäste künftig aufpassen. Reisende in Richtung Trier müssen vom neuen Bahnsteig aus in den Zug einsteigen; Fahrgäste in Richtung Köln steigen am bisherigen Bahnsteig aus.