| 16:37 Uhr

Wer schlägt, muss gehen

GEROLSTEIN/DAUN. (bb) Der "regionale runde Tisch Eifel" des landesweit wirkenden "Rigg" (Rheinland-Pfälzisches Interventionsprojekt gegen Gewalt) hat sich getroffen. Auf der Tagesordnung stand auch das neue Gewaltschutzgesetz.

"Jetzt ist häusliche Gewalt eine Rechtsverletzung", fasst die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Daun, Edith Peters, das neue Gewaltschutzgesetz zusammen. Das Gesetz war eines der Themen, mit dem sie und ihre Kolleginnen aus den Kreisen Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich sowie Moderatorin Beate Stoff (Osburg) und Vertreter von Polizei, Justiz, Staatsanwaltschaft, Frauenhäusern, Hilfsorganisationen, Fachdiensten, Kommunen und Beratungsstellen beim jüngsten Informations- und Erfahrungsaustausch beschäftigt haben. Das Gesetz basiert auf der Erkenntnis, dass Gewalt nie privat ist: Wer zu Hause geschlagen oder gedemütigt wird, braucht besonderen Schutz. Ein wichtiger Grundsatz lautet: Wer schlägt, muss gehen; das Opfer bleibt in der Wohnung. Den Opfern wird nicht weiter zugemutet, selbst für ihren Schutz zu sorgen und dabei den Verlust der vertrauten Wohnung und Umgebung in Kauf nehmen zu müssen. Mit Gewalt im Sinne des Gesetzes ist neben Körperverletzung auch psychische Gewalt gemeint, wie etwa Drohungen oder unzumutbare Belästigungen. Doch mit der Gesetzgebungsarbeit allein ist es nicht getan. Eines der Ziele des Rigg-Projekts ist, das Gewaltschutzgesetz in der Praxis mit Leben zu füllen - durch Kooperation, Vernetzung, Entwicklung neuer Vorgehensweisen und Materialien. 1999 hatte der rheinland-pfälzische Landtag fraktionsübergreifend Rigg als "in sich geschlossenes, umfassendes und langfristiges Konzept zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen auch in engen sozialen Beziehungen" beschlossen. Im September 2001 gingen landesweit vier "regionale Runde Tische" an die Arbeit, "Eifel" ist einer davon.Nächstes Treffen am 25. Mai

Drei bis vier Mal im Jahr trifft sich dieser runde Tisch und arbeitet an der Verbesserung der Situation von mit häuslicher Gewalt konfrontierter Frauen. Dabei haben die Teilnehmer auch die besondere Situation von (mit-)betroffenen Kindern und Jugendlichen im Blick. Die Gleichstellungsbeauftragten organisieren die Veranstaltungen, die Moderation übernimmt ein externer Fachmann - im Fall des runden Tischs Eifel ist das Beate Stoff. Das nächste Treffen ist am 25. Mai in Bitburg. Dann steht das Thema "Männliche Gewalt macht Frauen krank" im Mittelpunkt. Wenn eine Frau Opfer häuslicher Gewalt wird, kann sie sich an folgende regionale Einrichtungen wenden: alle Polizeidienststellen (Notruf 110), Frauenhaus Trier (Telefon 0651/74444), Sozialdienst Katholischer Frauen Trier (Telefon 0651/94960), "FiN" - Frauen in Not, Gerolstein (Telefon 06591/980622). Informationen zum Rigg-Projekt und zum regionalen Runden Tisch gibt es bei Edith Peters, Kreisverwaltung Daun, Telefon 06592/9330.