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Natur
Todesfallen für Wildtiere

Swetlana Gabricevic zeigt die Schlinge aus Stacheldraht, die diesem Fuchs - und auch schon anderen Wildtieren zuvor - zur tödlichen Falle wurde.
Swetlana Gabricevic zeigt die Schlinge aus Stacheldraht, die diesem Fuchs - und auch schon anderen Wildtieren zuvor - zur tödlichen Falle wurde. FOTO: Brigitte Bettscheider
Daun-Neunkirchen. Zum dritten Mal seit vorigem Sommer ist ein Wildtier in einem liegengebliebenen Stacheldraht in der Gemarkung des Dauner Stadtteils Neunkirchen qualvoll verendet aufgefunden worden. Solche Gefahrenquellen müssten beseitigt werden – nicht nur wegen des Wildes, fordert die Tierschützerin Swetlana Gabricevic.

  Swetlana Gabricevic ist verärgert: Nach einem Rehkitz im vorigen Sommer und einem Fuchs im Herbst hat sich nun wieder ein Tier in einem herumliegenden Stacheldrahtzaun in der freien Landschaft nahe Neunkirchen verfangen und ist dabei ums Leben gekommen. „Ein starker, gesunder Fuchs“, sagt die Zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Eifeltierheim, die sich mit ihrem Anliegen an den Trierischen Volksfreund gewandt hatte.

Wahrscheinlich habe der Fuchs sich auf der Suche nach Futter in dem Stacheldraht verfangen. „Bei dem Versuch, sich zu befreien, hat der Draht die tödliche Schlinge gebildet“, sagt Gabricevic, die seit mehr als 25 Jahren ein wachsames Auge auf den Tierschutz in der Vulkaneifel und darüber hinaus hat (der TV berichtete mehrfach). Vermutlich ist der Fuchs daraufhin erstickt.

   Ein paar Meter von der Stelle entfernt, an der das Tier verendete, liegt noch das Skelett eines Artgenossen. In dem Stacheldraht, der unter Laub und Pflanzen hervorragt, hängen noch seine Fellreste. „Hier hat sich im Herbst das gleiche Drama abgespielt“, erklärt Gabricevic.

   Der Stacheldraht stammt von der Einzäunung einer kleinen Fichtenschonung in der Nähe der Grillhütte. Heute sind die Fichten 15 Meter hoch und benötigen den Zaun zum Schutz vor Wildverbiss nicht mehr. Die Pfähle sind verrottet, der Draht ist zum Teil überwuchert, liegt aber immer wieder auch frei an der Oberfläche. In unmittelbarer Nähe der Fichtenschonung führt ein besonders bei Familien und Hundebesitzern beliebter Spazierweg vorbei. „Nicht nur Wildtiere sind gefährdet, sondern auch spielende Kinder, Hunde und Katzen“, meint Swetlana Gabricevic.

Der Tod des Kitzes im vergangenen Sommer hatte sich auf die gleiche Art und Weise ereignet, allerdings an einer anderen Stelle am Ortsrand. Sie melde jeden einzelnen Fall, sagt die Tierschützerin. Außerdem appelliert sie an das Verantwortungsbewusstsein der Eigentümer von Grundstücken in der freien Landschaft, alte, aufgegebene Zäune, Zaunreste und Gatter, vor allem Elektrodraht und Stacheldraht, zu entsorgen. Denn dann müssen weder Füchse noch Rehe qualvoll verenden.