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Zwischen Sonne und Vulkanen

Gitti und Manfred Albrecht faszinierten die Zuschauer bei ihrer Multivisionsschau im Forum Daun mit Bildern über ihren Flug über die Anden. TV-Foto: Helmut Gassen
Gitti und Manfred Albrecht faszinierten die Zuschauer bei ihrer Multivisionsschau im Forum Daun mit Bildern über ihren Flug über die Anden. TV-Foto: Helmut Gassen
Geologie und faszinierende Schönheit - das bietet die Vulkaneifel ebenso wie die Anden in Südamerika. Manfred Albrecht aus St. Wendel und der Segelflugverein Vulkaneifel zeigten in einer Multimediashow im Forum Daun die beiden Landschaften aus dem Segelflugzeug betrachtet.

Daun. (HG) Nicht nur die sprichwörtliche Freiheit ist über den Wolken grenzenlos. Vielmehr erschließt sich dem Betrachter aus dieser Perspektive auch die Schönheit einer Landschaft ganz anders. Jedes Jahr erleben das viele Touristen bei einem Flug vom Flugplatz Senheld bei den Maaren. Für den mehrfachen Weltrekordflieger Manfred Albrecht aus St. Wendel und seine Frau Gitti sind die luftigen Reiseziele bei ihren Segelflügen allerdings etwas weiter entfernt. Seit 2000 war Argentinien, vornehmlich der Landesteil Patagonien, ihr jährliches Reiseziel. Von dort aus starteten sie ihre Segelflüge über das Land. Im Januar dieses Jahres flog das Paar über die Anden und machte dabei faszinierende Fotos, die jetzt in einer Multimediashow im Forum Daun zusammen mit Fotos der Vulkaneifel gezeigt worden.Manfred Albrecht ist einer der besten Segelflieger der Welt. Den Weltrekord im Segelfliegen hält zwar Klaus Ohlmann mit 3009 Kilometern, aber Albrecht schaffte 2002 mit 2311 Kilometer den bisher längsten Segelflug in einem einsitzigen Segelflieger und stellte 2004 zusammen mit Ehefrau Gitti den zweitlängsten Segelflug mit 2804 Kilometer auf.Vor über 100 Zuschauern im Forum Daun zeigte zuerst der Segelflugverein Vulkaneifel seine segelfliegerische Heimat im Film. "Wir sind mit der Vulkaneifel nur die Vorspeise für die Zuschauer und leiten über zu den mächtigen Anden", sagte Bernd Hein vom Segelflugverein Vulkaneifel. Auch Peter Bitschene vom Naturkundemuseum Gerolstein, der einige Zeit in Argentinien wissenschaftlich tätig war, konnte von dem mächtigen Gebirgsmassiv mit seinen vielen Vulkangipfeln interessante geologische Details verkünden. Manfred Albrecht zeigte nicht nur beeindruckende Fotos von seinen Flügen, sondern erläuterte auch genau die Vorbereitungen, die nötig sind, um einen Segelflug über die Anden durchzuführen. "Ein Flugzeug von der Stange erfüllt dabei natürlich nicht die nötigen Voraussetzungen. Wir waren zwei Wochen lang beim Hersteller, um unsere Maschine entsprechend auszustatten." Viele Schwierigkeiten gibt es zu überwinden, um aus einem solchen Abenteuer, das auch finanziell mit 10 000 Euro seinen Preis hat, wieder heil nach Hause zu kommen. Vorerst ist für das Ehepaar aber einmal Schluss mit der Weltrekordjagd. "Wir waren jetzt sieben Jahre immer wieder dort, jetzt wollen wir uns Zeit für uns und unsere Enkel nehmen", erzählt Albrecht.