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Gastronomie: „Dehoga-Kritiker chancenlos“

Gastronomie : „Dehoga-Kritiker chancenlos“

Verband sieht sich als Gewinner des Rechtsstreits mit Gastronomen.

Nach der Beendigung des Rechtsstreits zwischen mehreren Gastronomen aus der Region Trier und dem rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sehen sich die Verbandsvertreter in ihrer Argumentation auf der ganzen Linie bestätigt. Die Kläger hätten die Berufung zurückgezogen, nachdem der Vorsitzende Richter darüber informiert habe, dass die Berufung chancenlos sei, sagte Dehoga-Landesgeschäftsführerin Anna Roeren-Bergs unserer Zeitung.

Die eigentlich für Donnerstag vergangener Woche anberaumte Berufungsverhandlung am Koblenzer Oberlandesgericht war am späten Mittwochnachmittag  überraschend abgesagt worden (der TV berichtete). Der Grund: Die Kläger hatten die Berufung zurückgenommen. Durch die im letzten Sommer neu beschlossene Dehoga-Satzung und die anschließende Neuwahl des Präsidiums habe sich „die Angelegenheit für uns erledigt“, begründete Klägersprecher Matthias Ganter gegenüber unserer Zeitung den überraschenden Schritt. Zudem, so Ganter, sei das Verfahren langwierig gewesen und habe Kraft gekostet.

Von einer Berufungsrücknahme wegen vermeintlicher Aussichtslosigkeit war keine Rede. Nach Angaben der Landesgeschäftsführerin ist  der Koblenzer Senat „vollumfänglich der Dehoga-Argumentation“ gefolgt.

Im dem lange schwelenden Streit zwischen dem Dehoga-Landesverband und mehreren überwiegend aus der Region Trier stammenden Gastronomen ging es um die vorzeitige Amtszeitverlängerung des Verbandspräsidenten Haumann, die nach Ansicht mehrerer Mitgliedsbetriebe nicht rechtmäßig war. Das Landgericht Bad Kreuznach sah dies allerdings anders und entschied im Dezember 2019 zugunsten des Gastroverbands. Gegen dieses Urteil hatten die Kläger Berufung eingelegt.

Der gebürtige Kölner Gereon Haumann steht seit zwölf Jahren an der Dehoga-Spitze. Wegen der sich hinziehenden Querelen hatte der Gastroverband die Satzung überarbeitet und das komplette Präsidium – nach einem freiwilligen Rücktritt – im vergangenen Herbst im Amt bestätigt. Der 55-jährige Haumann bleibt danach bis Ende 2028 Präsident.

Nach Dehoga-Angaben müssen die Kläger nun die Kosten des gesamten Verfahrens in voller Höhe tragen. Sprecher Matthias Ganter sagte, durch die gerichtliche Auseinandersetzung sei öffentlich geworden, in welcher Art und Weise der Verband von seinem Präsidenten dominiert werde und wie sich dieser sein Engagement vergüten lasse.