Trierer Klinik Chefchirurg verlässt Mutterhaus nach wenigen Monaten bereits wieder

Trier · Nach nur einem halben Jahr verlässt der zuvor hochgelobte neue Chefchirurg das Trierer Mutterhaus. Offenbar gab es Differenzen zwischen ihm und der Geschäftsführung.

 Emile Rijcken kehrt dem Mutterhaus den Rücken zu.

Emile Rijcken kehrt dem Mutterhaus den Rücken zu.

Foto: Mutterhaus Trier

Als „hochkompetenter Chefarzt“ und als „fachlich als auch persönlich“ einen großen Gewinn wurde Ende November die Einstellung von Emile Rijcken als neuer Chefarzt der Abteilung Chirurgie 1 im Trierer Mutterhaus gefeiert. Der Essener trat im Februar die Nachfolge von Pan Decker an, der die Klinik, wie es hieß, auf eigenen Wunsch verlassen hatte.

Am Montagnachmittag teilte die Klinik mit, dass Rijcken seine Tätigkeit als Chefarzt zum 31. Juli beenden wird. Das Mutterhaus und der Mediziner trennten sich „einvernehmlich aufgrund unterschiedlicher Zielvorstellungen in der Entwicklung der Abteilung“, heißt es in der Mitteilung.

Rijcken gilt als Spitzenmediziner. Er ist Mitglied des europäischen Gremiums für Chirurgie. Er war 22 Jahre lang an der Uniklinik Münster, davon über sieben Jahre Leitender Oberarzt für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie sowie seit 2012 Leiter des Darmzentrums und seit 2017 Koordinator des Viszeralonkologischen Zentrums dort.

Im April kündigte Rijcken im Gespräch mit unserer Redaktion an, das Thema Robotik im Mutterhaus etablieren zu wollen: „Der Chirurg steht dabei in einer Konsole und steuert die Arme des Roboters“, erläutert er mit Begeisterung. „Weil dabei mit den teilweise langen Instrumenten in der minimalinvasiven Chirurgie ohne jeglichen Tremor auch an schwierigen Stellen operiert werden kann, sind die Nachwirkungen der OP für die Patienten deutlich geringer als bei einem konventionellen Eingriff.“

Gründe, warum Rijcken das Mutterhaus verlässt, wurden nicht genannt. „Für die Zusammenarbeit möchte ich mich herzlich bedanken und wünsche Professor Rijcken für seine private wie berufliche Zukunft alles Gute“, wird Geschäftsführer Christian Sprenger zitiert. Die Vorbereitungen für die Nachbesetzung der Chefarztposition würden zügig beginnen werden.

Trotz des Ausscheidens von Rijckens sei die Behandlungsqualität im Mutterhaus weiterhin gewährleistet.