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Unwetter
Unwetter in der Region: Wie geht man damit um?

Böse Erinnerung: Am 10. Juni traf der Starkregen besonders heftig Dudeldorf und Badem.
Böse Erinnerung: Am 10. Juni traf der Starkregen besonders heftig Dudeldorf und Badem. FOTO: TV / Florian Blaes
Oberkail/Trier. Der TV bittet zur Diskussion über Starkregen. Experten stellen sich Fragen der Leser. Termin: 17. Oktober, 19.30 Uhr, in Oberkail. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

„Die Eifel versinkt in den Fluten“ titelte unsere Zeitung am 10. Juni dieses Jahres. Sintflutartige Regenfälle sorgten für katastrophale Zustände in den Orten Dudeldorf, Badem, Kyllburg, Spangdahlem, Nimshuscheid und weiteren Dörfern. Im Eifelkreis wurde die Alarmstufe 4 ausgerufen, unzählige Häuser waren überflutet, das Telefonnetz fiel in mehreren Orten aus, auch die Trinkwasserversorgung war zeitweise unterbrochen. Selbst der Zugverkehr auf der Eifelstrecke musste eingestellt werden.

Innerhalb weniger Minuten stieg das Wasser um 20 bis 30 Zentimeter. Die Kanalisation war mit den Wassermassen überfordert. Straßen wurden überschwemmt und vom Schlamm bedeckt, Keller geflutet, Eisenbahnschienen von Geröll verschüttet. Der Schaden ging in die Millionen. Und es war nicht das erste Mal in diesem Jahr. Zwei Wochen zuvor machte ebenfalls ein Starkregenereignis den Eifelern zu schaffen. Über 1000 Einsatzkräfte waren in Pronsfeld, Habscheid und weiteren Gemeinden im Einsatz. Innerhalb kürzester Zeit wurden ganze Orte und Wiesen geflutet. Kleine Bäche wie etwa der Alfbach wurden zu reißenden Strömen.

„Eine solche Situation hatten wir noch nie,“ bemerkte damals der Feuerwehrinspekteur des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Jürgen Larisch.
Auch in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Trier-Land und jüngst auch in der Stadt Trier gab es in diesem Jahr mehrere Starkregen­ereignisse. Im Mai setzte innerhalb kürzester Zeit ein Hagelregen mit Gewitter an der Mosel ein. Bis zu 30 Zentimeter Eis lagen in Gärten und auf den Straßen, die unpassierbar wurden. Gewitter und Unwetter suchten besonders im Frühsommer die Region heim. Neben dem aktuellen Einsatz im Katastrophenfall, wie etwa Keller leer pumpen, Häuser und Gegenstände sichern, zählen auch die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter zu den Arbeiten, die mit einem solchen Starkregen verbunden sind. Geröll und Schlamm müssen entfernt werden, Straßen wieder passierbar gemacht werden.

Dabei sind nicht nur die Feuerwehren im Einsatz, sondern auch Polizei und weitere Hilfsdienste wie das Technische Hilfswerk, Malteser oder das Deutsche Rote Kreuz. Nicht zuletzt müssen die Hilfskräfte, die oftmals nächtelang bis an ihre Belastungsgrenze arbeiten, auch verpflegt werden.

Solche immer öfter auftretenden Starkregenereignisse stellen die Hilfskräfte vor Ort vor eine Belastungsprobe und verursachen große Schäden in Millionenhöhe. Wie kann man sich besser darauf vorbereiten? Wie kommt es zu diesen Wetterlagen?

Diese und weitere Fragen sind Thema des Volksfreund-Forums „Katastrophenvorsorge“ am Mittwoch, 17. Oktober, um 19.30 Uhr im Saal Kayl in Oberkail . Dort werden Experten und Betroffene in einer Podiumsdiskussion über das Thema sprechen. Unter anderem haben der Kreisfeuerwehrinspekteur Jürgen Larisch (Eifelkreis Bitburg-Prüm), Martin Angelmaier, Experte für Starkregen-Prävention aus Niederösterreich, die Professoren Markus Casper und Tobias Schütz von der Universität Trier, Landrat Joachim Streit und ein Experte des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ihre Teilnahme zugesagt. Die Moderation übernimmt TV-Redakteur Hans-Peter Linz.