1. Region

Deutsche Corona-Politik in der Kritik

Meinung : Mehr Mut statt ständiger Angst

Die deutsche Corona-Politik war von Anfang geprägt von Angst statt von Zuversicht. Immer wieder wurde nur vom schlimmsten Fall ausgegangen. So lange, bis viele Bürger einfach abgestumpft waren, weil der Worst Case glücklicherweise nicht eintrat.

Einer, der diese sogenannte German Angst quasi verkörpert, ist Kanzleramtsminister Braun – der Taktgeber und Verantwortliche für Merkels Corona-Politik. Seine rigorose Absage an einen Freedom Day und die Warnung vor einer nächsten Welle ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass die deutsche Corona-Politik immer noch angstgesteuert ist. Womöglich ist der vom Chef der deutschen Kassenärzte genannte Datum für einen solchen Freiheitstag Ende Oktober tatsächlich noch zu früh.

Trotzdem wäre es nun – noch mehr als je zuvor – Zeit dafür, den Menschen Zuversicht zu vermitteln, statt wieder einmal neue Hürden aufzubauen, die verhindern, dass der Corona-Schutz vom Staat auf jeden Einzelnen übergehen. Die angestrebte Impfquote von über 80 Prozent ist in absehbarer Zeit illusorisch. Vielleicht sollte man sich tatsächlich ein Beispiel an Großbritannien oder den Niederlanden nehmen und mehr Mut statt Angst bei der Corona-Politik an den Tag legen.
b.wientjes@volksfreund.de