Deutschlands letzter Kino-Plakatmaler ist tot

Deutschlands letzter Kino-Plakatmaler ist tot

Er malte Greta Garbo, James Dean und den Weißen Hai in Übergröße. Und er modernisierte den längst weltbekannten „Genießer“ der Bitburger Brauerei. Willi Laschet war einer der letzten Kinoplakatemaler Deutschlands. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der gebürtige Trierer Ende Juli im Alter von 89 Jahren.

(sey) Fast zwei Jahrzehnte lang, von 1947 bis 1964, lebte Laschet in der Bierstadt, legte in der Eifel sogar den Grundstein für seinen künstlerischen Erfolg.

Willi Laschet war einer der letzten Filmplakatemaler Deutschlands. Mindestens 10.000 großformatige Kinoplakate hat er im Lauf seiner Karriere gemalt, die in den 60er Jahren ihren Höhepunkt hatte. Einer der ersten Auftraggeber des talentierten Porträtmalers war das Bitburger Skala-Kino. Später malte er für dutzende Kinos zwischen Eifel, Ruhrgebiet und der Rheingegend um Koblenz.

Dabei sollte der 1920 in Trier geborene Laschet eigentlich Priester werden. Aber Laschet hörte nicht auf den Rat seines Vaters, studierte an der Trierer Meisterschule des deutschen Handwerks Malerei, spezialisierte sich auf Porträts und Grafik.

Willi Laschet malte nicht nur Kinoplakate, von denen einige heute im Deutschen Filminstitut in Frankfurt archiviert sind. Er bekam Porträt-Aufträge von Privatleuten. Und auch viele örtliche Firmen schätzten rasch Laschets grafisches Geschick; allen voran die Bitburger Brauerei. Für das Unternehmen modernisierte Laschet in den 50er Jahren das längst weltbekannte „Genießer“-Logo und den Schriftzug „Bitburger“, entwarf Flaschenetiketten, Werbeplakate und bemalte Gaststätten.

1967 zog Willi Laschet mit seiner Familie von Bitburg ins nordrhein-westfälische Hürth. Er unterrichtete Kunst, lehrte an Volkshochschulen das Malen auf Großflächen. Für seine Arbeiten wurde Deutschlands letzter großer Filmplakatemaler, der selbst eher ein Kino-Muffel war, mehrfach ausgezeichnet.

„Willi Laschet hat in Bitburg Spuren hinterlassen“, sagte gestern Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels, „die Stadt bedauert seinen Tod.“

Der bereits am Freitag vor einer Woche im Alter von 89 Jahren verstorbene Künstler soll im engsten Familienkreis beigesetzt werden.