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Dezernentenwahl: Trierer Grüne halten an Birk fest

Dezernentenwahl: Trierer Grüne halten an Birk fest

Mit großer Mehrheit hat sich die Mitgliederversammlung der Grünen gestern Abend dafür entschieden, weiterhin Angelika Birk als Kandidatin für die Dezernentenwahl am 29. Oktober zu unterstützen. Das Ampel-Bündnis im Trierer Stadtrat steht damit vor der Zerreißprobe.

(woc) Zur zweiten Vorstellungsrunde hat das Trierer Ampel-Bündnis für Samstag seine beiden Favoritinnen für das neue Schul- und Sozialdezernat eingeladen. Bei der ersten Vorstellungrunde vor zwei Wochen hatten sich die Grünen auf Grünen-Mitglied Angelika Birk, schleswig-holsteinische Ex-Landesministerin, festgelegt. Die SPD hatte sich dagegen für Ila Brix-Leusmann, Fachbereichsleiterin Jugend, Soziales und Sport bei der Stadt Wesel, entschieden. Auch die FDP favorisiert die SPD-Frau Brix-Leusmann.

Weil das Bündnis allerdings eine gemeinsame Kandidatin für die Beigeordnetenwahl am 29. Oktober aufstellen - und mit der Mehrheit von 29 Stimmen im 56-köpfigen Stadtrat durchbringen - will, findet am Samstag eine zweite Vorstellungsrunde mit den beiden Kandidatinnen statt. Dabei sollen offene inhaltliche Fragen geklärt werden, Ziel ist die Einigung auf eine der beiden Kandidatinnen.

Doch die Grünen haben sich in ihrer Mitgliederversammlung am Freitagabend vorab erneut deutlich auf Angelika Birk festgelegt. Sachlich und konstruktiv sei die knapp vierstündige Debatte bei der Mitgliederversammlung gewesen, erklärt Vorstandssprecher Sascha Gottschalk, und: "Wir waren uns einig, dass die Grünen im Stadtvorstand vertreten sein müssen, deswegen bleibt Angelika Birk unsere Kandidatin." Dass jede Bündnis-Partei im neuen Stadtvorstand repräsentiert sein muss, sei schließlich Gegenstand der anfänglichen Bündnis-Vereinbarungen gewesen.

Auf den Fraktionsvorsitzenden der FDP, Thomas Egger, als Kandidaten für das Amt des Wirtschafts- und Kulturdezernenten hatte sich das Bündnis auch ohne größere Schwierigkeiten einigen können. "Und die SPD ist im Stadtvorstand durch den OB vertreten", erklärt Gottschalk. Der sei zwar als unabhängiger Kandidat angetreten, "aber ich kenne keine Entscheidung des Stadtrats, bei der der OB nicht die Meinung der SPD vertreten hat." Zudem sei Angelika Birk, die pünktlich zur Mitgliederversammlung der Grünen am Freitag aus Lübeck angereist war, kompetenter als die SPD-Favoritin Brix-Leusmann, betonte Gottschalk.

Dass sich die SPD nach der Vorstellungsrunde am Samstag ebenfalls für Birk entscheidet, darauf setzt Gottschalk. "Ich bin überzeugt davon, dass die SPD das Bündnis nicht aufkündigen wird."

Die Bündnispartner und die beiden potenziellen Kandidatinnen treffen sich am heutigen Samstag am Vormittag. Nach den Sondierungsgesprächen kommt am Nachmittag die Bündnis-Verhandlungskommission zusammen. Sollten SPD, Grüne und FDP es dann nicht schaffen, sich auf eine gemeinsame Kandidatin für das neue Sozial- und Schuldezernat zu einigen, ist das Ergebnis der Beigeordneten-Wahl am nächsten Donnerstag wieder völlig offen.

Die CDU hatte angekündigt, erst am Montag ihre Kandidaten nominieren zu wollen. Im Rennen um das Sozial- und Schulderzernat ist noch Georg Bernarding, amtierender CDU-Bürgermeister.