Die Ausweitung des Linienverkehrs in Teilen der Region führt, dazu, manche Orte keine Direktverbindung mehr nach Trier haben.

Kostenpflichtiger Inhalt: Busverkehr : Busse fahren öfter, aber nicht überall

Die Ausweitung des Linienverkehrs in Teilen der Region führt dazu, dass manche Orte keine Direktverbindung mehr nach Trier haben.

„Wie soll ich auf Bus und Bahn umsteigen, wenn es einfach keinen Bus gibt, in den ich einsteigen kann?“ fragt Tanja Thill aus Langsur (Trier-Saarburg). Ihr Sohn geht seit drei Wochen auf eine weiterführende Schule in Trier und fährt dazu mit dem Bus in die Stadt und zurück. Bis Sonntag fahren die Trierer Stadtwerke mit ihren Bussen nach Langsur. Ab 1. September ändern sich die Fahrpläne, und statt der Stadtwerke fährt dann das Unternehmen Kylltal Reisen aus Trierweiler (Trier-Saarburg) in Trier-Land. Es soll, wie auch an der Mosel, wo die Busse der Moselbahn fahren, mehr und bessere Busverbindungen geben. Doch ab Sonntag gebe es von Langsur aus keine direkte Verbindung mehr zum Trierer Hauptbahnhof, beschwert sich die Mutter. „Aus schlechten Busanbindungen sind nun unzumutbare Fahrpläne geworden, die hauptsächlich für unsere Kinder und die älteren Menschen zum großen Problem werden.“ Und das nicht nur in Langsur, sondern auch in den Nachbarorten Mesenich, Metzdorf und Grevenich. In der Region gibt es keine reinen Schulbusse. Die Schüler nutzen normale Linienbusse, um zur Schule zu kommen. Daher betont man beim Verkehrsverbund Region Trier (VRT), dass die Beförderung der Kinder und Jugendlichen in die jeweiligen Kindergärten und Schulen im Fokus der neuen Linien stehe. Das Ergebnis sei „ein enges Streckennetz, das sowohl für den Schüler- als auch für den Jedermannverkehr ein umfassendes Angebot bereithält“, heißt es beim VRT. Allerdings könne es „vereinzelt“ sein, dass der Bus für die Schüler früher abfahre oder eine längere Fahrzeit als bisher habe, sagt ein VRT-Sprecher. „Demgegenüber steht jedoch die Ausweitung des Angebotes weit über den Schülerverkehr hinaus, so dass viele Orte nun auch außerhalb des Schülerverkehrs besser angebunden sind.“

Christian Reichenbach aus Udelfangen (Trier-Saarburg) beschwert sich, dass künftig der Bus nach Trier statt um 6.43 Uhr erst um 6.56 Uhr fährt, dann aber nicht an der Porta Nigra hält. Er befürchtet, dass Kinder in Trier möglicherweise ihren Anschlussbus verpassen und zu spät zur Schule kommen.

Nachmittags bestehe das gleiche Problem. Ihr Kind müsse zum Umsteigen in den Bus nach Trierweiler zu einer anderen Haltestelle laufen. Falls es diesen verpasse, müsse es 30 Minuten warten und dann in Trierweiler noch einmal umsteigen, um nach Udelfangen zu kommen. Dieser Bus fahre aber erst um 17.58 Uhr los, so dass das Kind über zwei Stunden nach Schulschluss nach Hause komme. Auch an den Wochenenden gebe es Probleme, weil es dann keinen Bus von dem Ort nach Trier gebe. Daher könnten die Kinder aus Udelfangen samstags kaum noch zu Sportveranstaltungen nach Trier fahren oder sich dort mit Freunden treffen. In Zukunft werde das „nicht mehr ohne zusätzlichen Fahraufwand von elterlicher Seite zu stemmen sein“. Damit werde dem „grünen Gedanken“ nicht Sorge getragen. „Das Auto wird zusätzlich bewegt und auch noch auf Kurzstrecken, was erheblichen zusätzlichen CO2-Ausstoß verursacht“, sagt Reichenbach.

Beim VRT kann man die Kritik nachvollziehen, verweist aber darauf, dass das Angebot für alle Bürger wesentlich ausgeweitet werde. „Um dies möglichst effizient zu gestalten, wurden auch die Schülerverkehre neu geplant und im neuen Netz integriert. Das wiederum hat zur Folge, dass sich die alten Abfahrtszeiten ändern“, sagt ein VRT-Sprecher. Künftig würden die meisten Busse auf den Hauptachsen nun montags bis sonntags mindestens alle zwei Stunden, einzelne Linien sogar noch öfter fahren. Auch seien die Umstiegsmöglichkeiten zwischen einzelnen Buslinien, aber auch zwischen Bus- und Zuglinien deutlich verbessert worden.

Bis 2025 soll der Linienverkehr in der kompletten Region nach und nach entsprechend verbessert werden. Im vergangenen Jahr wurde das Angebot in der Vulkaneifel bereits ausgebaut. Ab 1. September folgen Trier-Land und die Strecken entlang der Mosel. Im Dezember wird der Busverkehr in der Südeifel umgestellt. Im kommenden Jahr folgt die Schneifel, 2021 der Saargau und Ruwertal-Hochwald. Ziel sei es, möglichst alle Orte in der Region an den Busverkehr anzubinden, heißt es beim VRT. Dazu werde es auch ganz neue Linien geben. „Diese neuen, sowohl attraktive als auch unattraktive Linien, werden in einzelne Linienbündel zusammengefasst, anschließend europaweit ausgeschrieben“, so ein Sprecher des Verkehrsverbunds. Finanziert werde das neue Angebot durch die öffentliche Hand, allen voran die Kommunen, die im Zweckverband VRT zusammgeschlossen sind.

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