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Die Einzelheiten zum ersten Corona-Todesfall in der Region Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Seit Aufnahme isoliert : Die Einzelheiten zum ersten Corona-Todesfall in der Region Trier (Update)

Ein 65-Jähriger aus Trier-Saarburg ist im neuen Gemeinschaftskrankenhaus in Trier gestorben. Die Klinik sagt, von weiteren Ansteckungen bei Patienten und Personal sei nicht auszugehen.

Zum ersten Mal ist ein Mensch aus der Region Trier gestorben, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert war. Das hat die Kreisverwaltung Trier-Saarburg am Samstagabend mitgeteilt. „Ein 65-jähriger Patient aus dem Landkreis erlag heute Vormittag im Corona-Gemeinschaftskrankenhaus in Trier der Infektion“, hieß es in einer Mitteilung. Der Patient war vorher stationär aufgenommen worden und litt an einer Vorerkrankung. Um welche Vorerkrankung es sich handelt, wollte die Kreisverwaltung nicht sagen.

Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz und der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe zeigen sich betroffen von der Nachricht: „Unser Mitgefühl gilt der Familie des Verstorbenen“, so Schartz.

Wie wir auf Nachfrage beim Klinikum Mutterhaus Trier erfuhren, war der Patient dort zunächst im Haupthaus aufgenommen worden. Dr. Christian Sprenger, Medizinischer Geschäftsführer, betonte allerdings: „Der Patient kam vor etwa zehn Tagen. Der Aufnahmegrund war ein Infekt – und seit der Aufnahme war der Patient isoliert.“

Deswegen ging Sprenger davon aus, dass keine Gefahr für Patienten oder Mitarbeiter im Klinikum bestanden habe: „Da der Patient vom ersten Augenblick an isoliert war und das Personal sich entsprechend schützte, ist von weiteren Ansteckungen im Klinikum daher nicht auszugehen.“

Die Kreisverwaltung Trier-Saarburg teilte auf TV-Nachfrage mit, dass man nach aktuellem Stand nicht beantworten könne, wo der Patient sich angesteckt habe und wie lange er das Virus schon in sich getragen habe. Das Gesundheitsamt Trier-Saarburg versuche nun – wie bei jedem anderen Patienten –, den Infektionsweg und mögliche Kontaktpersonen nachzuvollziehen.

Auch aus dem Klinikum Mutterhaus gab es keine endgültige Aussage auf die Frage. Allerdings, so Sprenger, sei es äußerst unwahrscheinlich, dass der Patient erst im Mutterhaus mit dem Virus im Kontakt kam. Auch wenn er zunächst wegen einer Vorerkrankung aufgenommen worden sei, seien die Sicherheitsmaßnahmen gerade bei einer Aufnahme wegen eines Infekts äußerst hoch. Nach dem positiven Test sei die Verlegung ins neue Corona-Gemeinschaftskrankenhaus erfolgt, wo der Patient gestorben sei.

Sprenger wollte ebenfalls aus Gründen des Patientenschutzes nicht näher auf die Vorerkrankungen eingehen. Er erläuterte allerdings, dass es sich um Erkrankungen gehandelt habe, die in Kombination mit Covid-19 zu einem besonders schweren Verlauf führen könnten.

Die Corona-Klinik in Trier ist ein Gemeinschaftsprojekt des Mutterhauses und des Brüderkrankenhauses. Sie bietet im Mutterhaus Nord mehr als 150 Plätze für Infizierte, die schwer erkrankt sind. Derzeit (Stand Samstag) werden dort acht Patienten aus der Stadt Trier und dem Kreis Trier-Saarburg behandelt.

Um Patienten, die zur Risikogruppe gehören, aber auch Ärzte und Pfleger zu schützen, hatten beide Trierer Kliniken schon Mitte März die Sicherheitsvorkehrungen erhöht: So wurde aus Gründen des Infektionsschutzes ein Besucherstopp erlassen. Die Cafeterien wurden geschlossen, zudem sind die Eingänge nicht mehr frei zugänglich.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Hedi Thelen, Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit, fordert in Rheinland-Pfalz ein grundsätzliches Besuchsverbot auch in Pflegeheimen und besonderen Wohnformen. Ministerin Sabine Bätzing-Lichten­thäler müsse schnell handeln.