Die Finanzielle Lage in vielen kleinen Krankenhäusern ist angespannt.

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesundheit : Wie kleine Kliniken in der Region um ihre Existenz kämpfen

Die finanzielle Lage in vielen Häusern ist angespannt. Der katholische Gesundheitskonzern ctt will Mitarbeitern das Weihnachtsgeld splitten. Eine Krankenkasse sieht weitere Einsparmöglichkeiten.

Die Turbulenzen auf dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsmarkt gehen weiter: Der katholische Gesundheitskonzern Cusanus Trägergesellschaft (ctt) will das Weihnachtsgeld für die 4000 Mitarbeiter in den 25 ctt-Einrichtungen möglicherweise stunden. Das bestätigte eine Sprecherin der Trägergesellschaft auf Anfrage unserer Zeitung. Eine definitive Entscheidung solle aber erst Ende des Monats fallen. Noch sei man optimistisch, von der Teilstundung keinen Gebrauch machen zu müssen, sagte die Sprecherin.

Als Grund  für einen möglichen Zahlungsaufschub nennt die ctt außerplanmäßige Belastungen. Zur Caritas Trägergesellschaft gehören in der Region Trier etwa das Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich, das Pflegeheim in Waxweiler oder das Jugendhilfezentrum Haus auf dem Wehrborn bei Trier.

Die Mitarbeiter des Prümer St.-Joseph-Krankenhauses haben bereits finanzielle Opfer gebracht, um die Klinik zu retten. Ein Jahr haben sie auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet. Auch das Saarburger Kreiskrankenhaus ist seit Jahren in finanzieller Schieflage. Mehr als sechseinhalb Millionen Euro muss der Kreis Trier-Saarburg in diesem Jahr in die Hand nehmen, um das Defizit der Klinik auszugleichen.

Beispiele, die zeigen, dass die Träger kleiner Krankenhäuser derzeit Anstrengungen unternehmen müssen, um die Standorte zu erhalten. So die Marienhaus GmbH, zu der in der Region die Kliniken in Hermeskeil, Bitburg und Gerolstein gehören. Sie wollte die Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel zunächst bis spätestens März schließen, nun sollen sie vorläufig bis Ende nächsten Jahres weiter betrieben werden. Es werde immer schwieriger, kleinere Kliniken wirtschaftlich zu betreiben, sagt Christoph Wagner, Verbunddirektor der Krankenhäuser Bitburg, Gerolstein und Hermeskeil. Als Gründe dafür nennt er die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen. Krankenhausleistungen würden nur pauschal abgerechnet. Das führe dazu, dass kleine Häuser nicht genügend Umsatz machen könnten, um die Betriebskosten zu decken. Auch könnten diese Kliniken die vorgegebenen Mindestmengen für bestimmte Behandlungen nicht erfüllen und müssten daher entsprechende Abteilungen schließen. Zu diesen kleinen Häusern gehören die Kliniken in Hermeskeil und Gerolstein. Laut Wagner bestehe akut keine Gefahr für dieses Standorte, man wolle sie erhalten. Allerdings seien dazu Umstrukturierungen und auch  Personaleinsparungen in allen Kliniken, auch in Bitburg, notwendig.

Nach Ansicht der Techniker Krankenkasse Rheinland-Pfalz gibt es zu viele Krankenhausbetten und zu viele Kliniken im Umkreis weniger Kilometer. Die Kasse fordert eine Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft, die Kliniken sollten stärker kooperieren und Schwerpunkte bilden.

Mehr von Volksfreund