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Stimmen regionaler CDU-Politiker : „Die ist gut und weiß, wo Trier liegt“

Stimmen regionaler CDU-Politiker : „Die ist gut und weiß, wo Trier liegt“

Was regionale CDU-Politiker vom angekündigten Rückzug Angela Merkels halten und wen sie als möglichen Nachfolger empfehlen.

Respekt und zugleich Erleichterung – so lassen sich die Reaktionen der regionalen Christdemokraten auf die Verzichtserklärung von Parteichefin Angela Merkel wohl am besten auf einen gemeinsamen Nenner bringen.

Wer`s in der CDU denn nun richten soll, darüber gehen die Meinungen allerdings noch auseinander. Die meisten der von unserer Zeitung befragten CDUler wollen sich allerdings noch nicht auf einen Namen festlegen. Die CDU habe viele kluge und spannende Köpfe, die für den Vorsitz antreten können, kommentiert etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Steier die Suche nach einem Nachfolger für die Anfang Dezember aus dem Amt scheidende Vorsitzende.

Eine Meinung, die so oder ähnlich auch von anderen CDU-Parlamentariern vertreten wird. Er könne sich in der Personalfrage noch nicht festlegen, solange nicht alle Kandidaten bekannt seien, meint der Cochemer CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Bleser. Er begrüße, dass mehrere Kandidaten ihre Bereitschaft erklärt hätten, sagte Blesers Kollege Patrick Schnieder. Nun sollten sich die interessierten Bewerber zunächst einmal der Partei vorstellen. CDU-Landesvize Günther Schartz will sich an Personalspekulationen nicht beteiligen. „Da werden vor dem Parteitag sicher noch Gespräche zu führen sein“, sagt Schartz unserer Zeitung.

Wie Schartz halten auch die meisten anderen prominenten CDUler aus der Region Trier eine Erneuerung an der Parteispitze für richtig. Ein neuer Vorsitzender könne „endlich wieder CDU-Politik in den Vordergrund stellen“, meint etwa der Rioler Landtagsabgeordnete Arnold Schmitt. „Das halte ich für eine Chance, damit wir nicht weiter an Zustimmung bei den Bürgern verlieren.“ Schmitt hat auch eine klare Präferenz für die Nachfolge: „Kramp-Karrenbauer. Die ist gut und weiß, wo Trier liegt.“ Das findet auch Schmitts Trier-Saarburger Vize Simone Thiel.

Dagegen hat der Bernkastel-Wittlicher Landtagsabgeordnete Alex Licht Sympathien für den CDU-Finanzexperten Friedrich Merz. Mit ihm gewinne die CDU wieder an Profil, sagt Licht.

Der Trierer CDU-Vorsitzende Max Monzel bezeichnet den angekündigten Rückzug Merkels vom Parteivorsitz als folgerichtigen Schritt nach dem hessischen Wahlergebnis. Monzel geht davon aus, dass sich die Merkel-Nachfolge als Kanzlerin im Lauf der Legislaturperiode ohnehin regeln werde. Die Entscheidung sei richtig und verdiene hohen Respekt, meint auch der Konzer Landtagsabgeordnete Bernhard Henter. „Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung“, sagen auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Elfriede Meurer und Gordon Schnieder.

CDU-Landesvize Günther Schartz verweist auf Merkels Verdienste. Man dürfe nicht vergessen, dass sie die Partei in schwierigen Zeiten übernommen und viele Jahre sehr erfolgreich geführt habe, sagt Schartz.

Der Eifeler CDU-Politiker Michael Billen will erstmals die Basis über eine neue Frau oder einen neuen Mann an der Parteispitze entscheiden lassen. Bei einem knappen Votum solle aber der Parteitag zwischen den beiden Kandidaten mit den besten Ergebnissen entscheiden.