Trier: Die junge Generation macht es vor: Mit Schwung ins neue Jahr!

Trier : Die junge Generation macht es vor: Mit Schwung ins neue Jahr!

Den meisten Deutschen geht es gut. Das spiegelt sich aber nicht in den Umfragen zum Jahresende. Die Stimmung ist mies. Warum bloß? Ein Plädoyer für mehr Optimismus.

Da kann es wirtschaftlich noch so schön bergauf gehen in Deutschland. Ein Land, das im internationalen Vergleich doch ziemlich reich, friedlich und sicher ist. Dennoch schauen viele Menschen mit Sorge Richtung Zukunft. Die Stimmungslage ist nach Angaben des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski so schlecht wie seit fünf Jahren nicht. Laut einer repräsentativen Umfrage von Opaschowski und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos sagten nur 17 Prozent der Befragten, sie sähen dem Jahr 2019 „mit großer Zuversicht und Optimismus entgegen“ und erwarteten „bessere Zeiten“. 2014 hatte der Anteil der Optimisten noch bei 45 Prozent gelegen.

2015 hatte die Flüchtlingsdebatte zu einem Stimmungseinbruch geführt. Die Sorgen bleiben: 50 Prozent der Befragten fürchten, dass wachsende Fremdenfeindlichkeit den Frieden gefährdet. 66 Prozent der Deutschen haben zudem Angst, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderklafft. Ein Phänomen, das Opaschowski darauf zurückführt, dass nur jeder Zweite Eigentum oder Rücklagen habe, die im Notfall als Sicherheit dienen könnten.

Die junge Generation ist deutlich zuversichtlicher. 26 Prozent der unter 20-Jährigen sind Optimisten, bei der 65plus-Generation sind es nur zehn Prozent. „Ein etwas positiver gestimmter Blick in die nahe Zukunft täte den Deutschen gut“, rät Opaschowski.

Warum überhaupt dieser Pessimismus? Die Trierer Glücksforscherin Michaela Brohm-Badry erklärt ihn damit, „dass wir eine natürliche negative Verzerrung in der Wahrnehmung haben, die Jahrtausende lang unser Überleben sicherte“. Einfach, weil es wichtig war, Gefahren vorherzusehen, um rechtzeitig zu flüchten oder anzugreifen. „Nur übertreiben wir es oft, so dass wir uns selbst daran erinnern sollten, dass es eine zu starke Verzerrung ist und dass das Leben auch schön sein und werden kann. Hoffnung ist die stärkste Kraft, um etwas zum Positiven zu bewegen!“, betont die Glücksforscherin.

Dass die Jugend anders tickt, zeigt auch eine Studie der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Diese hat 2000 Deutsche ab 14 Jahren gefragt, auf welche Fragen des Lebens sie gerne eine Antwort hätten. Das Ergebnis: Nichts interessiert die junge Generation (14 bis 34 Jahre) mehr als das Thema Ehe. „Aufgewachsen mit Facebook und Tinder, sehnt sich die junge Generation nach Verlässlichkeit in einer festen Beziehung“, schreiben die Forscher. Daher sei die meistgestellte Frage die nach einer glücklichen Partnerschaft (60 Prozent). Ebenfalls wichtig sei das Thema Kinder. Die Hälfte der Jungen wüsste gerne, ob ihr Leben von Erfolg gekrönt sein wird und ob sie auf dem richtigen Weg sind.

Schaut man sich den Querschnitt der Bevölkerung an, dann sind ganz andere Themen oben auf der Liste. An erster Stelle möchten die Deutschen wissen: „Werde ich im Alter gut versorgt sein?“, gefolgt von „Werde ich immer in Frieden leben?“ und „Wird die Umwelt so zerstört, dass es irgendwann keine Menschen mehr gibt?“ Für Professor Dr. Ulrich Reinhardt, den wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, bringt die Umfrage zwei Erkenntnisse. „Erstens ist das Thema Sicherheit von zentraler Bedeutung. Viele fürchten sich vor Altersarmut, Krieg und dem Klimawandel. Zweitens wird deutlich, wie stark die Politik in der Pflicht steht, die richtigen Antworten zu finden.“

Jeder Dritte wüsste gerne, was der Sinn des Lebens ist – ganz unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkommen. Am allerwenigsten interessiert Deutsche, wie sie zu besseren Menschen werden. Mehr als die Hälfte hat denn auch keine guten Vorsätze für 2019 gefasst. Die, die etwas verändern wollen, planen weniger zu rauchen, weniger Auto zu fahren oder weniger Alkohol zu trinken.

(mit Material von dpa)

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