| 20:13 Uhr

Kriminalität
Die Region ist sicher – sagt die Statistik

Der Schatten eines Mannes ist hinter einer gläsernen Wohnungstür zu sehen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Region Trier ist 2017 noch einmal deutlich zurückgegangen.
Der Schatten eines Mannes ist hinter einer gläsernen Wohnungstür zu sehen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Region Trier ist 2017 noch einmal deutlich zurückgegangen. FOTO: Nicolas Armer / dpa
Trier. Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Polizei geht besonders erfolgreich gegen Bandenkriminalität vor. Von Rolf Seydewitz

Nirgendwo in Rheinland-Pfalz leben die Menschen sicherer als in der Region Trier. Das ist, auf einen einfachen Nenner gebracht, die Botschaft, die Triers neuer Polizeipräsident Rudolf Berg bei der Vorstellung der aktuellen Kriminalstatistik unters Volk bringen wollte und auch mit Zahlen unterfüttern konnte. Danach ist die Wahrscheinlichkeit, im Bereich des Trierer Polizeipräsidiums Opfer einer Straftat zu werden, im vergangenen Jahr noch einmal gesunken und liegt auch weiterhin unter dem Landesschnitt sowie auch unter den Zahlen in den übrigen vier rheinland-pfälzischen Polizeipräsidien Koblenz, Mainz, Rheinpfalz und Westpfalz.

Er habe schon in seinem vorherigen Job als Vizechef des Landeskriminalamts immer auf die Trierer Zahlen geschaut, sagte Berg bei der Vorstellung des Zahlenwerks am Mittwochnachmittag. Dabei konnten Bergs Beamte im vergangenen Jahr sogar eine Diebstahlserie aufklären, die bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte. Nach langen Ermittlungen wurden zwei 30 und 42 Jahre alte Kolumbianer festgenommen, die in zahlreichen Krankenhäusern Endoskope im Wert von mehreren Hunderttausend Euro gestohlen haben sollen. Die Tatverdächtigen gehören zu einer Bande, die sich auf den Diebstahl solcher medizinischer Geräte spezialisiert hat. Mit der Festnahme sei die Serie schlagartig beendet worden, freute sich der Trierer Polizeipräsident.

Eine andere Serie dauert an, ist aber weniger geworden. In der Region Trier ist die Zahl der Wohnungseinbrüche auch im vergangenen Jahr noch einmal deutlich zurückgegangen – von 725 Einbrüchen und Versuchen auf 535. Vor zwei Jahren lag die Zahl der Wohnungseinbrüche sogar noch bei 859. Wie schon sein Vorgänger Lothar Schömann führt dies auch der neue Polizeipräsident Rudolf Berg unter anderem auf die gute Arbeit der AG Bandenkriminalität zurück, die es längst auch bei den anderen rheinland-pfälzischen Präsidien gibt. Weil die AGen so erfolgreich sind, werden daraus zum 1. April nun landesweit feste Kommissariate.

Aber auch Kooperationen mit anderen Polizeidienststellen, eine schnelle und konsequente Strafverfolgung und intensive Einbruchsschutzberatungen sind laut Berg mitverantwortlich für die guten Zahlen, die sich auch in diesem Jahr bislang fortsetzen. Berg kündigte an, dass die Bekämpfung der Einbruchskriminalität weiterhin ein Schwerpunkt bleiben werde.

Eher ernüchternd ist dagegen die Aufklärungsquote: Sie liegt – bezogen auf Einbrüche – gerade mal bei knapp 17 Prozent. Über alle Delikte hinweg erreicht die Quote  65,5 Prozent und ist damit in der Region Trier sogar noch etwas höher als im Landesschnitt (63 Prozent). Berg führt dies nicht nur auf die gute Arbeit seiner Beamten zurück, sondern auch auf das in der Region sehr gute Verhältnis der Bürger zur Polizei. „Wir bekommen sehr viele Hinweise und Tipps. Danke, dass das so ist“, lobte der Polizeipräsident.

Apropos Diebstähle: Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist im vergangenen Jahr deutlich nach oben gegangen – von 283 auf 342. Kaum verwunderlich: Vier von fünf Fahrrädern werden in Trier geklaut.

Keine großen Veränderungen gegenüber den Vorjahren gibt es bei den Delikten Straßenkriminalität, Rauschgift, Gewalttaten und Umweltkriminalität. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 60,5 auf 43,5 Prozent zurückgegangen, gemessen am Bevölkerungsanteil in Höhe von knapp zehn Prozent ist er aber dennoch überproportional hoch.

Eigentums-, Rohheits- und Urkundendelikte sind laut Rudolf Berg die Straftaten, bei denen Zuwanderer überproportional häufig als Tatverdächtige ermittelt werden. Dies gelte nicht für andere Delikte, etwa Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Deutlich überrepräsentiert sind bei tatverdächtigen Zuwanderern Georgier, während das Gegenteil für Menschen aus dem Irak, Syrien oder dem Kosovo gelte. Polizeipräsident Berg kündigte an, in diesem Jahr besonders die Delikte Einbrüche, Enkeltrickbetrüger und Cyberkriminalität ins Visier zu nehmen.