Die Schließung ist ärgerlich, aber auch keine Tragödie

Kostenpflichtiger Inhalt: Kommentar zum Gefängnis-Aus : Die Schließung ist ärgerlich, aber auch keine Tragödie

Keine Frage: Für die Beschäftigten des Trierer Gefängnisses ist die bevorstehende Schließung der in die Jahre gekommenen Einrichtung eine schlechte Nachricht gleich zu Jahresbeginn. Sie haben – seit es die Schließungsgerüchte gibt – nichts unversucht gelassen, um für den Erhalt der Trierer JVA zu kämpfen.

Letztlich vergeblich. Das ist aus Sicht der Mitarbeiter ärgerlich. Andererseits bedeutet die am Dienstag verkündete Schließung nicht, dass Trier von heute auf morgen dichtgemacht wird. Im Gegenteil.

Vor 2027/28 wird es wohl nichts werden mit dem Umzug der Häftlinge von Trier nach Wittlich, wenn der Umbau des stark renovierungsbedürftigen Wittlicher Altbaus nicht noch länger dauert als geplant. Bis dahin werden nicht wenige Trierer Justizvollzugsbedienstete schon im Ruhestand sein. Und wer bis dahin neu eingestellt wird, weiß, dass sein Arbeitsplatz in nicht allzu ferner Zeit in Wittlich sein wird.

Unterm Strich macht die Schließung von Trier Sinn, so unbefriedigend sie für einzelne Betroffene auch sein mag. Das Gefängnis gehört zu den kleinsten, personalintensiven und damit vergleichsweise teuersten im Land. Um es zukunftsfähig zu machen, hätte auch hier ein Millionenbetrag investiert werden müssen.

Wird der ohnehin unter Denkmalschutz stehende und derzeit leere Wittlicher Altbau reaktiviert, wäre ausreichend Platz, um nicht nur Trier zu ersetzen, sondern auch um eine Ausweicheinrichtung für den Fall zu sein, dass andere rheinland-pfälzische Gefängnisse umgebaut werden.

Was mit der alten JVA in Trier passiert, wird sich zeigen. Das ehemalige Kasernengelände ringsherum wird jedenfalls schon heute dringend als neuer Gewerbestandort benötigt. Da kommt die bevorstehende Schließung doch fast schon wie gerufen.

r.seydewitz@volksfreund.de