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Statistik: Die Vulkaneifel büßt ein Fünftel ihrer Bewohner ein

Statistik : Die Vulkaneifel büßt ein Fünftel ihrer Bewohner ein

Die Bevölkerungsprognose für die Region bis 2040 Jahre zeigt deutliche Unterschiede: Trier-Saarburg zählt zu den Gewinnern, Trier verliert leicht.

Der Kreis Trier-Saarburg gehört zu den Gewinnern. Dort wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2040 weiter zunehmen. Und zwar um mehr als zwei Prozent. 151 648 Menschen werden dort in 21 Jahren leben. Ende 2017 waren es 148 532. Der Grund für den anhaltenden Bevölkerungsboom ist nach der Prognose des Statistischen Landesamtes das an den Landkreis angrenzende Luxemburg. Die Statistiker, die gestern die Bevölkerungsvorausberechnung für Rheinland-Pfalz für die kommenden Jahrzehnte präsentiert haben, sehen im Großherzogtum anscheinend auch in den nächsten Jahren noch einen Job-Motor und bezeichnen das Nachbarland in ihrer Analyse als einen wirtschaftsdynamischen Raum. Trier-Saarburg gehört damit zu den fünf von 24 Landkreisen in Rheinland-Pfalz, deren Einwohnerzahl bis 2040 wachsen wird, weil mehr Menschen dorthin ziehen als den Kreis verlassen werden.

Doch während Trier-Saarburg von der Nähe zu Luxemburg weiter profitieren wird, wirkt sich diese Nähe in der Stadt Trier  – was die Bevölkerungsentwicklung angeht – anders aus. In Trier wird die Einwohnerzahl bis 2040 nämlich um 1,5 Prozent zurückgehen – und zwar von 110 013 auf 108 374.

Im gesamten Land Rheinland-Pfalz wird die Bevölkerung in dieser Zeit zurückgehen. Bis 2040 werden nahezu 106 000 weniger Menschen im Land leben als 2017.  Dieser Rückgang um 2,6 Prozent von 4,07 Millionen auf dann 3,97 Millionen entspreche etwa der Bevölkerungszahl der Stadt Trier, sagt der Präsident des Statistischen Landesamts, Marcel Hürter. Bis zum Jahr 2070 erwarten die Statistiker einen Rückgang der Bevölkerung um 12,1 Prozent auf 3,58 Millionen Einwohner.Von 2011 bis 2017 stieg die Geburtenzahl in Rheinland-Pfalz um rund 20 Prozent. Zu dieser Entwicklung „haben die ausländischen Frauen einen großen Beitrag geleistet“, sagt der Mitautor der mehr als 170 Seiten umfassenden Analyse, Ludwig Böckmann. Obwohl Ausländerinnen nur einen Anteil von 16 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter von 15 bis 45 Jahren stellten, entfielen auf sie 55 Prozent des Zuwachses. Als einen Grund nannte Böckmann die hohe Zuwanderung von Schutzsuchenden aus Ländern mit traditionell hohen Geburtenraten wie Afghanistan, Irak und Syrien.

Eindeutiger Verlierer der Bevölkerungsentwicklung ist in der Region der Landkreis Vulkaneifel. Bis 2040 wird nach den Prognosen des Statistischen Landesamtes rund um Daun und Gerolstein die Zahl der Einwohner um 7,5 Prozent zurückgehen. Demnach leben in 21 Jahren dort statt 60 705 nur noch 55 534 Bürger. Bis 2070 büßt die Vulkaneifel ebenso wie der Kreis Cochem-Zell jeden Fünften seiner Einwohner ein. Mit ein Grund dafür ist der sogenannte Jugendquotient, also das Verhältnis der jüngeren Bevölkerung unter 20 Jahren zu den 20- bis 65-Jährigen. In der Vulkaneifel wird dieses Verhältnis in den nächsten Jahren bei knapp über 30 jungen Menschen auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter liegen. Gleichzeitig steigt der Quotient in dem Landkreis bis 2070 auf über 70 Prozent. Auch in Trier wird die Zahl der Älteren deutlich zunehmen. Mit derzeit 27 Prozent hat die Stadt gemeinsam mit Mainz den niedrigsten Anteil von Älteren im Land. 2040 werden in Trier auf 100 Menschen zwischen 20 und 65 Jahren etwa 39 Ältere kommen.

 Zwei Neugeborene auf einer Wochenstation: Nicht nur in der Region Trier herrscht Freude über jedes neugeborene Kind.
Zwei Neugeborene auf einer Wochenstation: Nicht nur in der Region Trier herrscht Freude über jedes neugeborene Kind. Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch

Allerdings deutete die Bevölkerungsentwicklung im Vulkaneifelkreis in den vergangenen Jahren darauf hin, dass sich diese auch in den kommenden Jahren so fortsetzen wird. Nach einem Wachstum bis zum Jahr 2000 ist die Zahl der Einwohner dort bis 2017 kontinuierlich zurückgegangen. Während im Kreis Bernkastel-Wittlich im Jahr 2017 nahezu fast genauso viele Menschen gelebt haben wie im Jahr 2000,  ist die Bevölkerung im Eifelkreis Bitburg-Prüm in diesem Zeitraum leicht gewachsen – um rund 2000 Einwohner. Doch um genau diese Zahl wird die Bevölkerung im Eifelkreis bis 2040 auch wieder zurückgehen, was einem Minus von 1,4 Prozent entspricht.

Für den demografischen Wandel sei allerdings die Entwicklung der Altersstruktur wesentlicher als die der Bevölkerungszahl, sagt Hürter. Der Anteil der über 65 Jährigen  – bezogen auf 100 Menschen im Alter von 20 bis 65 Jahren – wird landesweit  von 35,7  auf 56,8 im Jahr 2040 und auf 61,4 im Jahr 2070 steigen. Hingegen verharrt der Jungenquotient der unter 20-Jährigen im Verhältnis zu den 20- bis 65-Jährigen bei gut 30 von 100.  Dies bedeutet, dass 2070 auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter fast ebenso viele Menschen kommen, die in der Regel noch nicht oder nicht mehr erwerbstätig sind.