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Durfte Gastronomie-Präsident Gereon Haumann vorzeitig bis 2029 gewählt werden?

Kostenpflichtiger Inhalt: Dehoga-Streit vor dem Kadi : Durfte Gastronomie-Präsident vorzeitig bis 2029 gewählt werden?

Am Mittwoch verhandelt das Bad Kreuznacher Landgericht eine Klage gegen die vorzeitige Amtszeitverlängerung von Dehoga-Präsident Gereon Haumann.

War die vorzeitige Amtszeitverlängerung des rheinland-pfälzischen Gastro-Präsidenten Gereon Haumann rechtmäßig? Über diese Frage berät heute das Bad Kreuznacher Landgericht. In Bad Kreuznach hat der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga seinen Sitz.

Der gebürtige Kölner Gereon Haumann steht seit zehn Jahre an der Spitze des Dehoga-Landesverbands. Im August vergangenen Jahres wurde der Hotelier auf einem Delegiertentag für zusätzliche acht Jahre im Amt bestätigt, obwohl Haumanns Vertrag damals noch drei Jahre lief.

Das sei weder satzungsgemäß noch gerechtfertigt, kritisierten seinerzeit die Chefs von 20 Mitgliedsbetrieben, darunter etliche namhafte Hotels aus der Region Trier. Sie reichten Klage ein mit dem Ziel, dass die vorzeitige Amtszeitverlängerung des 53-jährigen Präsidenten bis zum Jahr 2029 für nichtig erklärt wird.

Für einen der Kläger, den Traben-Trarbacher Hotelier Matthias Ganter, hatte der Streit um die vorzeitige Amtszeitverlängerung ein böses Nachspiel. Ihm wurde von den Dehoga-Verantwortlichen „verbandsschädigendes und unehrenhaftes Verhalten“ vorgeworfen und unterstellt, „bewusst wahrscheitswidrige Behauptungen“ über die großzügigen Honorare Haumanns aufgestellt und an die Medien weitergeleitet zu haben.

Im Mai wurde Matthias Ganter nach 27-jähriger Mitgliedschaft aus dem Verband ausgeschlossen. Auch diese Sache beschäftigt inzwischen die Justiz. Ganter hat gegen seinen Ausschluss Klage eingereicht. Um diesen Rauswurf geht es in der heutigen Verhandlung am Bad Kreuznacher Landgericht aber nicht. Hier ist nur die vorzeitige Amtszeitverlängerung ein Thema.

Diese mittlerweile über ein Jahr zurückliegende Entscheidung war im Mai noch einmal bekräftigt worden. Auf einem Sonderdelegiertentag in der Bad Kreuznacher Geschäftsstelle bekam der Langzeit-Präsident Rückendeckung von einem Großteil der stimmberechtigten Mitglieder. „Wir wollen mit Haumann in die Zukunft“, lautete am Ende das Credo.

Für die 20 klagenden Hoteliers wird dies kaum gelten. Sollten sie vor dem Bad Kreuznacher Landgericht Erfolg haben, dürfte Gereon Haumann dennoch weiter im Amt bleiben. Notfalls könnte er sich nach Ablauf der regulären Amtszeit einfach erneut wählen lassen. Ob in der Sache am Mittwoch schon ein Urteil fällt, ist unklar.