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Eduard Kimmlingen mit zwei Freunden auf Benefizwanderung in Grönland

Spendenaktion : Eisbär hilft Löwe: Für Projekte in Afrika einmal durch Grönland

„Meine Hilfe zählt“: Eduard Kimmlingen verantwortet eine Spendenaktion rund um ein Kinderkrankenhaus. Gemeinsam mit zwei Freunden ging er auf eine Extremtour.

 Manchmal lassen sich Menschen Besonderes einfallen, damit andere für einen guten Zweck spenden. So wie Eduard Kimmlingen, 68, aus Trierweiler, sein Freund Gerd Steffes, 61, aus Orenhofen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und Florian Kardos, 22, aus Trierweiler-Sirzenich. Mitte Juli hatten sie ein gemeinsames Ziel: 7500 Euro in Grönland für Projekte in Tansania und Äthiopien erwandern. „Eisbär hilft Löwe“ haben sie die Extrem­tour getauft. Auf einer bekannten Route, dem Artic Circle Trail, sind sie 200 Kilometer von Kangerlussuaq bis Sisimiut gewandert. Sisimiut liegt an der Westküste Grönlands, der größten Insel der Welt mit rund 55 000 Einwohnern.

Von Mitte Juli bis Anfang August waren die drei unterwegs, und Eduard Kimmlingen hat viel zu erzählen. Von einer traumhaften Landschaft, von Herausforderungen und dem Klimawandel, der in Grönland sichtbar wird, um nur einiges zu nennen. „80 Prozent des Landes ist mit Eis bedeckt“, sagt Kimmlingen. Die Insel beschreibt er als außen grün, innen weiß. Die Landschaft sei atemberaubend. Vier Stunden Zeitverschiebung und dass es nie dunkel werde, hätten den eigenen Rhythmus stark durch­einander gewirbelt. „Wir lagen schon mal um acht Uhr abends im Bett und sind um vier Uhr weitergezogen“, erinnert er sich.

Eduard Kimmlingen mit zwei Freunden auf Benefizwanderung in Grönland
Foto: Eduard Kimmlingen

Dabei habe jedes Kilo auf dem Rücken schwer gewogen. „Wer schon einmal einen Sack Zement im Baumarkt zur Kasse geschleppt hat, weiß, was wir tragen mussten“, sagt er. Mit im Gepäck: ein guter Schlafsack, Zelt, eingelaufene Wanderschuhe, Nahrung für zehn Tage. Der Speiseplan war karg: morgens Müsli, mittags Brühe mit Einlage, abends Suppe, zwischendurch Knäckebrot. Er habe fünf Kilo abgenommen, berichtet Kimmlingen.

Eduard Kimmlingen mit zwei Freunden auf Benefizwanderung in Grönland
Foto: Eduard Kimmlingen
Eduard Kimmlingen mit zwei Freunden auf Benefizwanderung in Grönland
Foto: Eduard Kimmlingen

Die Schlepperei des Notwendigen sei aber nicht die einzige Herausforderung gewesen. „Wir mussten einen Imkerschutz tragen, überall waren kleine, aggressive Stechmücken.“ Und wer auf dem Artic Circle Trail auf Schilder hofft, hofft vergebens. Doch dank GPS sind die Abenteurer nach zehn Tagen ans Ziel gekommen. Die Route sei offiziell 150 Kilometer lang, tatsächlich seien es aber 200. „Wir mussten ständig im Zickzack laufen, um nicht im Moor zu versinken“, erzählt er. Unzählige Bäche und Seen hätten die Tour begleitet. Kaum einem Menschen seien sie begegnet.

Verblüfft hat Kimmlingen, wie sehr sich der Klimawandel in Grönland zeigt. Temperaturen von 15 bis 20 Grad – wärmer, als es zu der Zeit in Deutschland war – sieht er als Indiz dafür. Er hat erfahren, dass es auf 3500 Metern Höhe erstmals in Grönland geregnet hat. Und das Eis schmelze, sagt er.

Das Trio hat für jeden Kilometer, der zwischen Grönland und ihren Projekten liegt, um eine Spende von einem Euro gebeten. Nach dem Flug zurück – vom Militärflughafen Kangerlussuaq über Kopenhagen und Amsterdam nach Luxemburg – haben die drei einen Blick auf das Spendenkonto geworfen:

 Eduard Kimmlingen, Florian Kardos und Gerd Steffes (von links) sind von Mitte Juli bis Anfang August durch Grönland gewandert.
Eduard Kimmlingen, Florian Kardos und Gerd Steffes (von links) sind von Mitte Juli bis Anfang August durch Grönland gewandert. Foto: Eduard Kimmlingen

„Rund 4000 Euro sind zusammengekommen“, berichtet Kimmlingen. Mehr als die Hälfte der Spenden­summe, die wiederum auf zwei Projekte aufgeteilt werden soll, ist zusammengekommen. Kimmlingen, Steffes und Kardos hoffen, das restliche Geld mit Vorträgen über ihre Tour in Grönland reinzuholen. In Trier, Trierweiler, Bitburg und Wiltingen wollen sie ihre Erlebnisse mit Interessierten teilen. Auch über das Spendenportal des Trierischen Volksfreunds, „Meine Hilfe zählt“, können TV-Leserinnen und -Leser spenden. Wofür genau? Eduard Kimmlingen setzt sich seit Jahren dafür ein, dass im ost­afrikanischen Tansania, genauer gesagt in der Region Moshi, ein Kinderkrankenhaus gebaut wird (der TV berichtete mehrfach).

Dank der Spenden unserer Leserinnen und Leser gingen zwei Etagen des Krankenhauses bereits in Betrieb. Etage drei wird laut Kimmlingen derzeit ausgebaut, die vierte ist noch im Rohbau. Im Oktober fliege er wieder nach Tansania, berichtet er, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Damit Ärzte, Schwestern und Pfleger nah am Kinderkrankenhaus wohnen können, hat der Ehrenamtliche aus Trierweiler mit Menschen, die sich für den gleichen guten Zweck einsetzen wollen, einen weiteren Verein gegründet: Kirua Kinderhospital Hilfe. Auch um die Ausstattung des Kinderkrankenhauses mit Betten oder Röntgen­geräten kümmert sich dieser Verein.

Wie wichtig das Kinderkrankenhaus für die Region Moshi ist, zeigt diese Zahl: Bis vor Kurzem starb jedes vierte Kind vor seinem fünften Geburtstag, und viele Mütter überlebten die Geburt nicht, weil es an einfachsten medizinischen Mitteln fehlt. Beispielsweise mangelte es an Medikamenten gegen Durchfall oder dem Wissen darüber, wie Medizin verabreicht wird. Das Kinderkrankenhaus ist einer der wichtigsten Bausteine im Kampf gegen Kinder- und Müttersterblichkeit in Moshi. „Es konnten auch schon einige Kaiserschnitte im Kinderkrankenhaus gemacht werden“, berichtet Kimmlingen. Ohne diesen Eingriff hätten Mutter und Kind wahrscheinlich nicht überlebt.

Eduard Kimmlingen mit zwei Freunden auf Benefizwanderung in Grönland
Foto: Eduard Kimmlingen
 Gerd Steffes, Florian Kardos und Eduard Kimmlingen sind von Mitte Juli bis Anfang August durch Grönland gewandert. Damit sammelten sie rund 4000 Euro Spenden.
Gerd Steffes, Florian Kardos und Eduard Kimmlingen sind von Mitte Juli bis Anfang August durch Grönland gewandert. Damit sammelten sie rund 4000 Euro Spenden. Foto: Eduard Kimmlingen

Gerd Steffes sammelt für ein Dorfschulprojekt in Äthiopien am Horn von Afrika. In dem kleinen Ort Dewalka, der auf 3800 Metern Höhe liegt, wollen sie es weiterentwickeln. Geplant ist der Bau eines kleinen Hauses, das als Schulbibliothek dienen soll. Mehr noch: Sie wollen den Landwirten beim Anbau von Apfelbäumen und der Hühnerzucht helfen. Der dritte und jüngste im Team, Florian Kardos, hat das Projekt „Eisbär hilft Löwe“ unterstützt.

Das können auch TV-Leserinnen und -Leser. Sie erhalten mehr Informationen über die Spendenaktion unter

www.volksfreund.de/meinehilfe

oder unter

www.kirua-hospital-hilfe.de