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Ehemals Grohmann: Tesla-Tochter aus Prüm muss Millionen zahlen

Unternehmen : Prümer Tesla-Tochter muss Millionen zahlen

Aufhebungsverträge kosten den Eifeler US-Autobauer-Ableger Grohmann viel Geld. Wieso die Geschäfte dennoch florieren.

Die Konzentration auf die Belange der Konzernmutter ist dem Prümer Tesla-Tochterunternehmen Grohmann offenbar teuer zu stehen gekommen. Nach einem Bericht der Zeitung Welt am Sonntag musste Tesla einen zweistelligen Millionenbetrag für Aufhebungsverträge zahlen. Das Geld sei dem deutschen Tochterunternehmen aber vom Konzern erstattet worden.

Im erst vor wenigen Wochen veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2019 heißt es, dass Tesla Grohmann Automation „im April 2017 durch unsere Gesellschafterin aufgefordert“ worden sei, „unsere Ressourcen und Kapazitäten auf die Belange des Konzerns zu fokussieren“. Als Konsequenz seien nur noch wenige, ausgewählte Projektaufträge in bestimmten Markt- und Technologiebereichen mit Drittkunden umgesetzt worden. Dadurch habe sich der Anteil des Drittkundenumsatzes am Gesamtumsatz deutlich reduziert.

Der Elektrobauer Tesla, ein Unternehmen des amerikanischen Multimilliardärs Elon Musk, hatte den Eifeler Maschinenbauer Grohmann Ende 2016 übernommen. Nach einbem Bericht des Internetportals Automobilwoche war die Prümer Tochter nach der Übernahme damit beauftragt worden, die Ressourcen und Kapazitäten auf die Belange der Konzernmutter auszurichten.

Zuletzt war bekannt geworden, dass die Prümer Tesla-Tochter den Namen des Gründers Grohmann aus dem Firmentitel gestrichen hat. Wie dem Eintrag im Handelsregister zu entnehmen ist, heißt die Firma jetzt Tesla Automation GmbH.

Zu den Hintergründen der Umbenennung äußerte sich Tesla auf Anfrage unserer Zeitung nicht. Das Internetportal Automobilwoche schreibt, der neue Name solle der Firma beim Image helfen.

Trotz der von der Konzernmutter verordneten Konzentration auf das eigene Geschäft entwickelte sich der Umsatz des Prümer Tesla-Ablegers im Jahr 2019 laut Geschäftsbericht „sehr positiv“. Für das vergangene Jahr rechnete die Geschäftsführung danach mit einem Gesamtumsatz von 175 Millionen Euro. Gut gefüllte Auftragsbücher und neue Projektvergaben durch die Konzernmutter sorgten weiterhin für eine positive Entwicklung, heißt es zur Begründung. Durch die Attraktivität der Marke Tesla, einen verbesserten Internetauftritt und verstärkten Rekrutierungsmaßnahmen erwarte man zudem, offene Stellen schnell besetzen zu können. Laut dem aktuellen Geschäftsbericht sind bei Grohmann 1033 Mitarbeiter beschäftigt.

Im brandenburgischen Grünheide wird derzeit die erste E-Auto-Fabrik von Tesla in Europa gebaut. Tesla will nach bisherigen Plänen dort im Juli mit der Produktion beginnen.