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Eifeler Verlag gewinnt vor Gericht - Klage gegen KBV abgewiesen

Autor Ralf Kramp
Autor Ralf Kramp FOTO: Fritz-Peter Linden
Hillesheim. Der KBV-Verlag in Hillesheim (Landkreis Vulkaneifel) muss keinen Schadenersatz an einen Rechtsanwalt aus Esslingen entrichten. Der Anwalt hatte den Verlag vor Gericht gebracht, weil er sich in einem Roman des Autors Klaus Wanninger infolge einer Namens-Ähnlichkeit erkannt zu haben glaubte (der TV berichtete).

(fpl) Die Klage eines Rechtsanwalts gegen den Hillesheimer Verlag, so hat das Stuttgarter Landgericht am Donnerstag verkündet, werde abgewiesen. Die Richter bestätigten damit die Auffassung des KBV-Verlags, dass in der Sache keine schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung vorliege.

„Das Urteil wird uns in der nächsten Woche schriftlich zugeteilt werden, dann können wir den genauen Wortlaut wiedergeben“, teilt Verleger Ralf Kramp mit.

Mit diesem Urteil haben der KBV und der Autor Klaus Wanninger gemeinsam mit ihrem Anwalt Klaus Achelpöhler nicht nur einen Sieg in dem Rechtsstreit um das Buch „Schwaben-Sumpf“ aus dem Jahr 2006 gewonnen. Man habe, heißt es in einer ersten Stellungnahme, „gleichzeitig einen großen Sieg für die Kunstfreiheit erstritten. Es wird weiterhin möglich sein, gewöhnliche Personennamen mit fiktiven Handlungen zu verbinden, ohne dass zufällige Namengleichheiten zu absurd hohen Schmerzensgeldzahlungen führen werden.“

Des weiteren werde der Verlag „nun etwas tun, was der Kläger in der gesamten Zeit nicht von uns verlangt hat, da es ihm stets immer nur um eine Zahlung von 30 000 Euro ging und nicht um Unterlassung der Namensnennung: Ab der kommenden Ausgabe des Buches wird der darin einmalig genannte Name durch einen anderen fiktiven Namen ersetzt werden, denn der Autor Klaus Wanninger hat bisher nie wissentlich Namen real existierender Personen in seinen Büchern im Zusammenhang mit negativen Handlungen verwendet und wird dies auch in Zukunft nicht tun“.

Auch wenn der genannte Rechtsanwalt im Buch in seinem Kurzauftritt nur seiner üblichen Tätigkeit nachgehe, also auch nicht negativ dargestellt werde, soll der Name der Figur geändert werden. Beim Verlag hoffe man nun, „dass es gelingen wird, einen Namen zu finden, mit dessen Verwendung man sich nicht neuen absurden Anfeindungen aussetzt“.

Bei KBV erscheint im Mai der neue Roman des erfolgreichen Eifeler Kriminalschriftstellers Jacques Berndorf, der sich mit dem Nürburgring-Skandal befasst („Die Nürburg-Papiere“).