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Bitburg: Eine Begegnung mit Buzz Aldrin

Bitburg : Eine Begegnung mit Buzz Aldrin

Wie ein Volksfreund-Redakteur einst den Mondfahrer in der Eifel traf.

Es war ein wolkenverhangener Nachmittag im Frühjahr 1998 auf der Air Force Base Spangdahlem, als ich Buzz Aldrin traf. Nach dem Einchecken auf der Base waren wir mit einem Jeep raus aufs Flugfeld gefahren und warteten an einem Hangar. Da dröhnte es in der Luft, ein F-16-Kampfjet setzte zur Landung an. Buzz Aldrin hatte es sich nicht nehmen lassen, als Co-Pilot eine Runde über die Eifel gedreht.  Was führte ihn damals in unsere Region? Aldrin war in den 1950er Jahren selbst Pilot des damals noch in Bitburg stationierten 22d Fighter Squadron  und besuchte sein altes Regiment.

Als das Triebwerk der F-16 zum Stillstand kam, kletterten Aldrin und sein Pilot aus der Maschine.  Es war für mich ein besonderer Moment, jenem Mann gegenüberzustehen, der 1969 als zweiter Mensch den Mond betreten hatte.  Vor allem, weil ich ja selbst in der Zeit, als die Mond-Missionen weltweit für Medienecho gesorgt hatten, aufgewachsen war. Noch heute kann ich mich erinnern, wie meine Familie die Mondlandung an einem  Schwarzweiß-Fernseher verfolgt hatte. Ich war damals noch zu klein, um das alles zu begreifen – aber diese aufregende Stimmung, dass etwas ganz Besonderes passierte, hatte sich unauslöschlich  in mein Gedächtnis gebrannt.

Und nun stand ich vor ihm, dem Helden meiner Jugend.  Braungebranntes Gesicht, strahlende hellblaue Augen, der Wind flatterte durch seine ergrauten Haare.  „It‘s an honor to meet You, Sir“, sagte ich ziemlich aufgeregt zu ihm und er entgegnete ganz locker: „Nice to meet You too“.

Beim anschließenden Interview erzählte Aldrin von seinen zukünftigen Plänen und von der Vergangenheit. Am meisten habe ihm damals zu schaffen gemacht, dass er die  außergewöhnliche Erfahrung, den Mond betreten zu haben, nur mit wenigen Menschen teilen könne.   Deshalb  engagiert sich Aldrin, inzwischen 89 Jahre alt, für die bemannte Raumfahrt und vor allem für einen bemannten Flug zum Mars.  Das war ihm schon beim Besuch in der Eifel ein wichtiges Anliegen, auf das er im Gespräch immer wieder hinwies.  Demnach sei der  Mars das  Sprungbrett für die Menschheit, um weiter in den Weltraum vorzudringen.  Ein Mars-Projekt sei heute, anders als in den 1960er Jahren, wesentlich schwieriger zu finanzieren, weil  sich nicht mehr so viele Menschen für die Raumfahrt gewinnen lassen.  Deshalb machte sich Aldrin bereits damals für sogenannten Weltraum-Tourismus – Kurzstreckenflüge in den  erdnahen Orbit - stark, mit dem ein Mars-Projekt finanziert werden könnte.    Noch ist das alles Zukunftsmusik, aber immerhin hat die Nasa das Artemis-Programm entwickelt, das eine erneute Mondlandung vorsieht – verbunden mit der Perspektive, von dort aus  weitere Planeten zu erforschen .  Aldrin wird nicht müde, dafür zu werben:  Auch in diesem Jahr ist er in Europa unterwegs, um das Programm vorzustellen.

Woran ich mich heute von meiner Begegnung mit Aldrin  am intensivsten erinnere:  Seine klaren, tiefgründigen Augen, die tiefer ins Universum geblickt haben, als wir es uns überhaupt jemals vorstellen können – und seinen Optimismus, dass die Menschen gemeinsam viele mehr erreichen können als ein einzelner. Und das gilt schließlich nicht nur für die Raumfahrt.