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Königsbesuch
Heimspiel für das Königspaar vor der Porta

Das niederländische Königspaar vor der Porta Nigra mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Rund 500 Zuschauer jubelten, als das Königspaar erschien.
Das niederländische Königspaar vor der Porta Nigra mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Rund 500 Zuschauer jubelten, als das Königspaar erschien. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Viele Niederländer bejubeln Maxima und Willem-Alexander. Eine Gruppe aus dem Eifelort Dasburg hat einen besonderen Gruß für den König. Von Bernd Wientjes

Christa Heiles strahlt. Sie ist stolz, dass Maxima, die Frau des niederländischen Königs Willem-Alexander ihr die Hand geschüttelt und sie begrüßt hat. Heiles und die anderen, mit denen sie nach Trier vor die Porta Nigra gekommen ist, ist auch nicht zu übersehen. Die gut 20-köpfige Truppe trägt rote Gewänder mit dem Wappen des Eifelortes Dasburg und sie halten ein großes weißes Bettlaken hoch, auf dem in den niederländischen Nationalfarben geschrieben steht: Willem-Alexander Herr von Dasburg. So lautet der offizielle Titel des Königs.

Maxima schaut interessiert auf das Transparent, will ihren Mann rufen, um ihm das zu zeigen. Doch der schüttelt auf der gegenüberliegenden Seite des Porta-Nigra-Vorplatzes hunderte von Händen, spricht mit den Zuschauern.

Es sind weniger gekommen, als erwartet. Bis zu 1000 Königsfans sollten an diesem nebligen Herbstmorgen vor dem Trierer Wahrzeichen die niederländischen Royals begrüßen. Knapp 500 dürften es schließlich gewesen sein. Viele tragen orange-farbene Hüte, Schals oder auch Perücken. Oranje, das ist die Nationalfarbe der Niederländer.

Es ist ein sehr herzlicher Empfang, den die Trierer dem Königspaar vor der Porta bereiten. Sie jubeln, als wären es ihre Staatsoberhäupter. Die beiden geben sich selbst sehr locker und strahlen.

Unter den Zuschauern ist auch Jan Oosthof aus dem niederländischen Gronigen. Der ehemalige Marine-Soldat bei der niederländischen U-Boot-Flotte ist mit seiner Frau Silvia Weltecke nach Trier gekommen. Es sei zum ersten Mal, dass er das Königspaar so nah sehe, sagt Oosthof, der in Uniformjacke und mit Militärbarrett auf Maxima und Willem-Alexander wartet. Seit 20 Jahren lebt er in der Nähe von Cochem. Doch er fühle sich noch immer als Niederländer und daher sei es auch „sein König“, sagt er stolz. Als Maxima an ihm vorbei geht, ihm die Hand schüttelt, salutiert er er wie ein echter Soldat vor ihr.

Auch Alexandra Sartoris ist stolz „ihr Königspaar“ live zu sehen. Sie sei Halb-Niederländerin, sagt die gebürtige Triererin. Ihre Mutter stamme aus dem Nachbarland und lebe auch noch dort. Sartoris ist mit einem Fanschal der holländischen Fußballnationalmannschaft zur Porta gekommen, um dem royalen Paar zu winken. Dazu hat sie schließlich viel Gelegenheit, als Maximal direkt an ihr vorbei läuft und laut “Hallo“ ruft.

Insgesamt gerade mal zehn Minuten dauert die Stippvisite vor dem ehemaligen römischen Stadttor. Fünf Minuten früher als geplant trifft die Wagenkolonne mit den prominenten Gästen hinter der Porta Nigra ein. Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßen das Paar, das die Nacht im nur wenige hundert Meter entfernten Nobel-Hotel Park Plaza in Trier verbracht hat. Dreyer und ihr Mann Klaus Jensen sind bereits vor dem Eintreffen von Maxima und Willem-Alexander über den Porta-Vorplatz gegangen und haben einige der Zuschauer persönlich begrüßt. „Wir freuen uns riesig, dass das Königspaar hier ist, sagt Dreyer.

Vor der Porta erklärt Andrea Sand, die Ehefrau des Oberbürgermeisters den prominenten Besuchern die Geschichte des Bauwerks auf Englisch. Um 9.19 Uhr schreitet die Delegation durch das Wahrzeichen zu den wartenden Fahrzeugen, um zum Dom zu fahren.

Norbert Käthler, der Chef der Trier-Touristik, ist zufrieden. Jeder Besuch von berühmten Persönlichkeiten sei eine gute Werbung für die Stadt. Dass ausgerechnet das niederländische Königspaar gekommen sei, freue ihn besonders. Immerhin sei Trier gerade bei den Niederländern sehr beliebt. Jeder 13. Auslandstourist in der Stadt stamme aus dem Nachbarland. Immerhin 45 000 Niederländer übernachten pro Jahr in Trier. Insofern war der Besuch ihres Königspaars also fast schon ein Heimatbesuch.