Eine Stadt und ihre Synagoge

Eine Stadt und ihre Synagoge

Als Kultur- und Tagungsstätte nutzt die Stadt Wittlich die ehemalige Synagoge, die 2010 100 Jahre alt wird. Dort finden etwa Konzerte, Festakte, Theateraufführungen, Ratssitzungen und Ausstellungen statt. In die städtische Immobilie wurde und wird über die Jahre konstant investiert.

Zuletzt hat der Stadtrat im August 2009 340.000 Euro für eine energetische und bauliche Sanierung (Fassade, Toiletten, Fußböden, Beleuchtung, Elektro) bewilligt plus 120.000 Euro in einen Flucht- und Rettungsweg auf der Rückseite des Gebäudes.
Ergänzend dazu fördert die Stiftung Stadt Wittlich die wissenschaftliche Erinnerungsarbeit des Emil-Frank-Instituts durch Zuschüsse: 21.000 Euro gibt es für die Jubiläumsausstellung und durchschnittlich 35.000 Euro im Jahr für Institutsarbeit, die unter anderem der Begegnung von Juden und Nichtjuden dient.

Die Stadt selbst, die 1975 das stark zerstörte Gebäude von der Jüdischen Kultusgemeine Trier gekauft hat, hat mit ihren Finanzen die Immobilie vom Verfall gerettet. „Damals hat die aufwändige Sanierung rund eine Million Mark gekostet. Dazu gab es Landes – und Bundesmittel, sodass ein Rest von 300.000 Euro von Wittlich zu tragen war“, sagte Bürgermeister Joachim Rodenkirch anlässlich der Pressekonferenz 100 Jahre Synagoge. 1989 bis 1991 folgte nochmals eine umfangreiche Sanierung. Dabei wurde das Nachbargebäude integriert.

Die Ausstellung „100 Jahre Synagoge Wittlich“ wird am Mittwoch, 27. Januar, 19 Uhr in der Synagoge in Wittlich, Himmeroderstraße 44 eröffnet. Es nehmen neben Reinhold Bohlen, Direktor des Emil-Frank-Instituts und Bürgermeister Joachim Rodenkirch auch Benz Botmann, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Trier und Peter Waldmann, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz teil. Die Ausstellung ist bis zum Festakt, 25. November, dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Infos zur Vortragsreihe: www.emil-frank-institut.de

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